Fasnet & Bräuche

Narri-Narro! Das ist der Narrenruf, den jeder an der Fasnet in Villingen-Schwenningen am meisten hört.

In der fünften Jahreszeit steht der normale Alltag vom Schmotzigen Donnerstag bis Fasnetsdienstag still.

In Villingen-Schwenningen beginnt die Vorfreude auf die Fasnet am Dreikönigstag, dem 6. Januar, mit dem Abstauben der Masken ('Schemen'). Die Fasnetsbälle werden vorbereitet und alle stimmen sich auf die Umzüge ein. Wenn dann die bunten Fähnchen an den Umzugsstrecken aufgehängt werden, wird die Stimmung im 'Städtle' immer fröhlicher und ausgelassener.

Was ist Fasnet?

Seit vielen Jahrhunderten gefeiert, ist die Fasnet ein wichtiger Bestandteil der politischen und kulturellen Stadtgeschichte. Seit dem 15. Jahrhundert verzeichnen Villinger Chroniken Verkleidungen und Maskentragen. Das im reformierten Württemberg eigentlich geltende Fasnetsverbot wurde in Schwenningen nie vollständig eingehalten. 1712 liehen sich zwei Schwenninger in Villingen 'perfekte Narrenkleider': Sie trugen – wie heute – Schemen vor den Gesichtern, Schellen, einen hölzernen Säbel und einen Fuchsschwanz.

Schwäbisch-Alemannische Fasnet

Bei der schwäbisch-alemannischen Fasnet gibt es eine große Bandbreite von unterschiedlichen Figuren – von sehr alten wie dem Narro bis hin zu Neuerfindungen wie den zahlreichen Hexen. Doch jedes Jahr tragen die Narren das gleiche 'Häs', wie die Verkleidung hier genannt wird, im Gegensatz zur Kostümierung im Karneval und Fasching. Mit ihren Masken, 'Schemen' genannt, welche in Villingen-Schwenningen meist aus (Linden-)Holz geschnitzt sind, bleiben die Umzugsteilnehmer anonym. Das ist essentiell für einen der wichtigsten Bestandteile des Fasnetsbrauchtums überhaupt: Gerne halten die Umzugsteilnehmer am Straßenrand Ausschau nach bekannten Gesichtern, um sie unerkannt mit einem kleinen Witz aufzuziehen (zu 'strählen'). Diese Eigenschaften haben auch dazu beigetragen, dass die schwäbisch-alemannische Fasnet im Dezember 2014 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.

Alle Infos finden Sie gesammelt in unserem

Prospekt Fasnetsmomente (PDF, 3,8 MB)

  • Bauchenberg-Hexen Schwenningen e. V.:
    Bauchenberg - Hexen
  • Brigachblätzle 1978 e. V.:
    Brigach - Blätzle
  • Butterfasshexen Schwenningen e. V.:
    Butter - Hex, Butter - Hex, Butter - Hex, Hex, Hex
  • de Rietvogel e. V.:
    Krah - Krah
  • Epfelschittler Willerschbach e. V. 1995:
    Epfel - Schittler
  • Flammenteufel Schwenningen e. V.:
    Flammen - Teufel
  • Fleck-Fleck e. V.:
    Fleck Fleck - Fleck Fleck
  • Gägsnasen Villingen e. V.:
    Gägs - Nas
  • Gayser-Gilde Obereschach e. V.:
    Gayser - Knochä
  • Glaserzunft Herzogenweiler e. V.:
    Glas - Scherbe
  • Glonki-Gilde Villingen e. V.:
    Rhabarber - Ahoi
  • Gockel-Gilde Zollhaus 1955 e. V.:
    Kikeriki - Kikeriki
  • Halden-Zunft Mühlhausen e. V.:
    Halden - Hui
  • Heringsdörfler e. V.:
    Heia Heia - Hering
  • Hexengilde Sauerwasen e. V. Schwenningen:
    Hexen - Juhuiii
  • Hexenzunft Villingen e. V.:
    Hex Hex - Huiii
  • Historische Narrozunft Villingen 1584 e. V.:
    Narri - Narro
  • Katzenmusik Verein 'Miau' 1872 Villingen e. V.:
    Miau - Miau
  • Lohwaldteufel Villingen:
    Lohwald - Teufel
  • Meckergilde e. V. Villingen 1965:
    Meckergilde, Meckergilde - Mäh, Mäh, Mäh
  • Moor-Teufel e. V. Schwenningen:
    Moor - Teufel
  • Narrenzunft Schwenningen e. V.:
    Narri - Narro
  • Narrenzunft Weigheim e. V.:
    Narri - Narro, Wolfs - Blut
  • Neckar-Fleckle Schwenningen e. V.:
    Neckar - Fleckle
  • Osemalizunft Tannheim e. V.:
    Ose - Mali
  • Schanzel-Zunft e. V. Villingen 1978:
    Schanzel - Hoo
  • Schindel-Hansel-Zunft Villingen e. V.:
    Schindel - Hansel, Schind - Luader, Schind - Märre
  • Schwenninger Bären e. V.:
    Schwenninger - Bären
  • Südstadt-Clowns e. V. VS-Villingen 1973:
    Heidi - Heida
  • Talbachhexen VS-Marbach e. V.:
    Talbach - Hexen
  • Villinger Fazenedle e. V.:
    Fazenedle, Fazenedle - Schnupf, Schnupf, Schnupf
  • Villinger Schalmeien e. V.:
    Schal - Mei
  • Urzeit Elche Schwenningen a. N.:
    Urzeit - Elche
  • Warenbachhexen e. V.:
    Warenbach - Hexen
  • Wolfbach Rolli Pfaffenweiler e. V.:
    Wolfbach Rolli - Miau
  • Ziegel-Buben Schwenningen e. V.:
    Ziegel - Buben

Bräuche in Villingen-Schwenningen

Kuhreihen

Der traditionelle Kuhreihen erfreut jährlich rund 1000 Zuschauer an Heiligabend in Villingen-Schwenningen. Eine Stunde vor Mitternacht zieht ein Mann als Kuhhirte verkleidet durch die Villinger Innenstadt und bläst auf einem Herterhorn weihnachtliche Weisen. Der Brauch entstand im Jahr 1765, als in Villingen die Pest wütete. Die Villinger gelobten damals, jeden Heiligabend den Kuhreihen zu blasen, wenn ihr Vieh von der Seuche verschont bleibe. Der Kuhreihen ist ursprünglich ein Signalruf, mit dem die Villinger Kuhhirten (Herter) ihr Vieh aus den Villinger Stadtmauern trieben, bzw. es als Signalhorn einsetzten, um mit den Hirtenbuben zu kommunizieren.

Wann? Am 24. Dezember jeden Jahres, um 23 Uhr

Wo? Innenstadt, VS-Villingen

Video vom 'Kuhreihen für daheim' 2020

Neujahrsschießen

Die Mitglieder des Historischen Grenadierkorps 1810 begeben sich in ihrer grün/weißen Uniform auf das vordere Hubenloch, um pünktlich um 8 Uhr 12 Kanonenschüsse abzufeuern. Die Schüsse erfolgen im Minutentakt und stehen für jeweils einen Monat im Jahr. Vor jedem Schuss wird verlesen für wen dieser abgefeuert wird, unter anderem für verschiedene Schutzheilige, den Oberbürgermeister, die Bürger und Ehrenbürger der Zähringerstadt und auch das Land Baden. Der Brauch stammt aus dem Jahr 1633 und wurde 1967 wiederbelebt. Das Neujahrsschießen soll an eine überstandene Winterbelagerung der Villinger durch die Schweden und Württemberger im Dreißigjährigen Krieg erinnern.

Wann? Am 1. Januar jeden Jahres, um 8 Uhr

Wo? Park Hubenloch, VS-Villingen