Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren

Von 2022 bis 2025 wurde im Rahmen des Förderprogramms „Zukunfts.Labor VS“ die Innenstadtentwicklung in Villingen-Schwenningen gezielt vorangetrieben. Nach der Auswahl aus über 350 Projektvorschlägen konnte die Stadt ihren Antrag erfolgreich einreichen und in einer zweiten Phase qualifiziert weiterverfolgen. Mit den bereitgestellten Fördermitteln wurden die Innenstädte angesichts von Strukturwandel, pandemiebedingten Herausforderungen und veränderten Nutzungsanforderungen nachhaltig gestärkt und zukunftsfähig entwickelt. Ziel war es, die Zentren zu multifunktionalen, resilienten Orten zu machen und neue Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen.
Im Rahmen des Programms wurden zahlreiche Projekte zur Steigerung der Aufenthaltsqualität, zur Digitalisierung, zur Belebung von Leerständen und zur Entwicklung neuer Veranstaltungsformate umgesetzt, darunter digitale Infostelen, Pop-Up-Stores, die CO₂-freie Citylogistik, ein Stadtstrand, saisonale Überspannungen sowie das Villinger Abendflair und die Kreativnacht. Auch die Einführung der Leerstandsplattform LeAn trug zur langfristigen Stärkung der Innenstädte bei. Viele der angestoßenen Maßnahmen wirken bis heute fort und prägen die Stadtzentren nachhaltig.

Rückblick auf die Projekte in Villingen-Schwenningen

Im Rahmen des Bundesförderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ wurde mit dem integrativen Perspektiv-Projekt „Zukunfts.Labor VS“ gezielt daran gearbeitet, Veränderungsprozesse in beiden Teilstädten des Oberzentrums Villingen-Schwenningen voranzutreiben. Dabei wurden Zukunftsthemen sichtbar und erlebbar gemacht, um die Attraktivität des Erlebnisses Innenstadt nachhaltig zu stärken.

Durch eine verstärkte digitale Sichtbarkeit der Serviceleistungen und Funktionen der Innenstädte wurde angestrebt, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und einen größeren sowie breiteren Besucherkreis anzusprechen. Die Verbindung ehemals rein analoger Citymanagement-Maßnahmen mit digitaler Technik wurde im Rahmen des „Zukunfts.Labor VS“ erprobt und umgesetzt. Ziel war es, das Live-Erlebnis Innenstadt wieder klar als Alleinstellungsmerkmal gegenüber reinen Online-Anwendungen und Shopping-Portalen zu positionieren.

Übergeordnete Zuwendungsziele

  • ein nachhaltiger Ausbau der Aufenthaltsqualität
  • der Einstieg in die Digitalisierung und Steigerung der Sichtbarkeit
  • die Steigerung der Frequenz

Pop Up Stores

Pop-Up Stores wurden als Instrument zur Zwischennutzung von Leerständen eingesetzt. Unternehmerinnen und Unternehmer konnten neue Geschäftsideen temporär testen und ihre Konzepte einem breiten Publikum präsentieren. Die Pop-Up Stores trugen zur Belebung der Innenstädte bei und setzten wichtige Impulse für innovative Nutzungen.

Stadtstrand

Nach dem erfolgreichen Start im Jahr 2023 wurde der Stadtstrand auch in den Folgejahren fortgeführt. Bis einschließlich 2025 fand der Stadtstrand regelmäßig auf dem Muslenplatz in Schwenningen statt und etablierte sich als beliebter temporärer Treffpunkt für Bürgerinnen, Bürger und Gäste. Das Projekt leistete einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Aufenthaltsqualität und zur Belebung des Innenstadtbereichs.

Villinger Abendflair

Mit dem Villinger Abendflair wurde die Innenstadt gezielt belebt und die Besucherfrequenz nachhaltig gesteigert. Das Format fand im Juni und Juli 2025 in wechselnden Nebenlagen statt und überzeugte mit verlängerter Shoppingzeit, Gastronomie und Live-Musik. Aufgrund der positiven Resonanz hat sich die Veranstaltung etabliert und wird bis heute, auch im Jahr 2026, fortgeführt.

Im Rahmen des Förderprojekts wurden digitale Infostelen installiert, die bis heute in Betrieb sind. Über die interaktiven Bildschirme können Einwohnerinnen und Einwohner sowie Besucherinnen und Besucher weiterhin rund um die Uhr auf städtische Informationen zugreifen. Die Inhalte reichen von Ankündigungen über Veranstaltungen bis hin zu Sehenswürdigkeiten und dem aktuellen Stadtplan von Villingen-Schwenningen. Die Infostelen stellen damit ein dauerhaftes digitales Angebot für die Innenstädte dar.

Vor dem Hintergrund von Klimawandel, Ressourcenknappheit und veränderten Konsumgewohnheiten stand die Innenstadt vor wachsenden Herausforderungen. Insbesondere der zunehmende Onlinehandel führte zu steigendem Lieferverkehr, der sich negativ auf Luftqualität, Flächennutzung und Lärmbelastung auswirkte. Vor diesem Hintergrund wurden neue, nachhaltige Lösungen in der Citylogistik erprobt, um die Lebensqualität in den Innenstädten zu verbessern.

Im Rahmen des Förderprojekts ermöglichte die Stadt Villingen-Schwenningen gemeinsam mit der SÜDKURIER CityLogistik eine kostenlose und klimaneutrale Zustellung für Händlerinnen, Händler und Unternehmen. Die sogenannte „CO₂-freie Citylogistik“ wurde zunächst von Dezember 2022 bis einschließlich Februar 2023 im Rahmen des Förderprogramms ZIZ umgesetzt und anschließend von April 2023 bis Juni 2023 aus städtischen Eigenmitteln verlängert.

Die Zustellung erfolgte überwiegend per elektrischen Lastenrädern, ergänzt durch zwei elektrisch betriebene Transportfahrzeuge (eSprinter). Dadurch konnten auch größere sowie gekühlte oder warmzuhaltende Waren zuverlässig und klimafreundlich transportiert werden.

Aufgrund der positiven Resonanz und der nachhaltigen Wirkung wurde das Projekt über den ursprünglichen Förderzeitraum hinaus fortgeführt und blieb bis einschließlich 2025 als Angebot erhalten. Die CO₂-freie Citylogistik leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen und zur Entlastung der Innenstädte vom motorisierten Lieferverkehr.

Seit dem 29. Juni 2023 wurden in der Brunnenstraße in Villingen saisonale Überspannungen installiert und bis einschließlich 2025 fortgeführt. Die Dekorationen wurden im Projektverlauf regelmäßig erneuert und trugen dauerhaft zur optischen Aufwertung der Straße sowie zur Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt bei.

Das Grüne Zimmer – Eine grüne Oase für Schwenningen

Von Juni bis August 2024 verwandelte das Grüne Zimmer auf dem Schwenninger Marktplatz den urbanen Raum in eine grüne Wohlfühloase. Die bepflanzten Wände mit Zier- und Obstpflanzen schufen eine angenehme Atmosphäre und steigerten die Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum. Sitzbänke luden zum Verweilen ein, während die grüne Architektur für ein erfrischendes Klima und eine Verbesserung der Luftqualität sorgte.

Neben seinem optischen Reiz bot das Grüne Zimmer auch Lebensraum für Tiere und leistete einen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt. Die Resonanz aus der Bürgerschaft war positiv, viele wünschten sich eine Wiederholung oder Erweiterung des Projekts.

Finanziert durch das Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“, wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit dem städtischen Grünflächen- und Tiefbauamt sowie dem Stadtmarketing realisiert. Unterstützt durch zusätzliche Blumenkübel und Sitzmöglichkeiten verwandelte sich der Marktplatz in einen Ort des entspannten Aufenthalts.

Das Grüne Zimmer steht exemplarisch für die nachhaltige Stadtgestaltung in Villingen-Schwenningen – weitere grüne Projekte sind bereits in Planung, um die Lebensqualität auch in Zukunft zu verbessern.

Die Einführung der Software LeAn (Leerstand anpacken) wurde im Rahmen des Förderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ initiiert und stellte für die Stadt Villingen-Schwenningen einen wichtigen Baustein im Leerstands- und Ansiedlungsmanagement dar. Ziel war es, die Vermarktung von Leerständen zu professionalisieren sowie die Sichtbarkeit von Immobilienangeboten und die direkte Kommunikation mit Interessierten zu verbessern.

Die Plattform wurde im Jahr 2025 für den Standort Villingen-Schwenningen etabliert und bildet seitdem ein dauerhaftes digitales Instrument zur aktiven Innenstadtentwicklung. Ergänzend wird die Nutzung der Plattform durch einen für 2026 geplanten immobilienwirtschaftlichen Dialog weiter gestärkt und gezielt in der relevanten Zielgruppe beworben.

Die Maßnahme umfasste den Erwerb und die standortspezifische Einrichtung der Software LeAn. Die erste Resonanz fiel positiv aus, der Umsetzungsaufwand erwies sich als gering. Damit konnte ein niederschwelliges und effizientes Instrument für das Leerstands- und Ansiedlungsmanagement geschaffen werden, das über den Förderzeitraum hinaus fortgeführt wird. Perspektivisch ist zudem eine Ausweitung auf Freiflächen sowie Leerstände in Industrie- und Gewerbegebieten vorgesehen.

Bislang wurden 13 Leerstände in der Plattform erfasst sowie ein Ansiedlungsgesuch eingestellt. Die weitere Betreuung und Nutzung der Plattform erfolgt künftig durch die WIR Villingen-Schwenningen GmbH.

Weitere Informationen zur Plattform finden Sie unter Leerstands- und Ansiedlungsmanagementplattform

Die Stadt Villingen-Schwenningen bot im Dezember 2022/Januar 2023 in Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister einen für die Innenstadtakteure kostenfreien Digital-Check an. Ziel dieses Checks war es, die Digitale Sichtbarkeit zu ermitteln und den Teilnehmenden praktische Handlungshinweise und Umsetzungsvorschläge zukommen zu lassen. Es ging hierbei auch darum zu erfahren, wie sichtbar unsere Innenstadthändler online sind und wahrgenommen werden. Des Weiteren erhofft sich die Stadt, dass die ein- oder anderen Onlineängste mit dieser Beratung genommen wurden.

Der Digital-Check beinhaltete eine umfassende Analyse der Online-Sichtbarkeit:

  • Google Sichtbarkeit (MyBusiness-Eintrag)
  • Qualität der Google Sichtbarkeit (Vollständigkeit, Rezensionen, Informationsgehalt)
  • Website (Responsivität, Kontaktmöglichkeit, Impressum, Cookie-Abfrage, SSL-Zertifikat)
  • Social Media Sichtbarkeit (Facebook, Instagram, WhatsApp, usw.)
  • Social Media Aktivität (Interaktion mit Kunden, Post-Häufigkeit)
  • Cross-Marketing (Verknüpfung der Kanäle)

Am Digi-Check nahmen 34 Betriebe teil. 

 

Im Oktober 2024 initiierte die Stadt Villingen-Schwenningen das FutureLAB, ein Smart-City-Reallabor zur Förderung digitaler und nachhaltiger Stadtentwicklung. In Zusammenarbeit mit dem 'Zentrum für Digitale Entwicklung' wurden im FutureLAB innovative Lösungen in den Bereichen Klima, Sicherheit und Handel präsentiert. Die Bürgerinnen und Bürger konnten sich durch Vorträge, Workshops und interaktive Exponate über zukünftige Smart-City-Konzepte informieren. Beispielsweise demonstrierten smarte Sensoren in Blumenkästen die Möglichkeiten automatisierter Bewässerungssysteme.

Das Programm umfasste spezielle Workshops für lokale Einzelhändler zum Thema Digitalisierung, interne Verwaltungsworkshops zur Einführung von Smart-City-Anwendungen sowie kreative Schülerworkshops, in denen Kinder einfache Roboter bauten. Diese Veranstaltungen boten den Teilnehmenden die Gelegenheit, sich aktiv an der Gestaltung der digitalen Zukunft von Villingen-Schwenningen zu beteiligen und die Potenziale moderner Technologien kennenzulernen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Reallabor.

Im Oktober 2022 fand in den Innenstädten von Villingen und Schwenningen eine stichprobenartige Passantenbefragung statt. In diesem Zeitfenster wurden 101 vollständige Interviews durchgeführt. Diese Befragungen wurden nicht aus dem Förderprogramm ZIZ finanziert, waren jedoch eine gute Methode, um direkt von den Bürgerinnen und Bürgern zu erfahren, wie sie die Innenstädte wahrnehmen und welche Anforderungen sie haben.

Die Befragten hatten die Möglichkeit zu den verschiedenen Themen schulnoten zu vergeben.

Zu den Themen gehörten zum einen die Attraktivität der Innenstadt. In Villingen bewerteten 62 % der Passanten die Attraktivität mit den Noten 1 oder 2. Besonders Positiv werden die Gastronomie und die Erreichbarkeit per Pkw bewertet. Kritik gab es am Parkplatzangebot und den Parkgebühren, jedoch bleibt Villingen mit einem Durchschnittswert von Note 2 positiv auffallend. In Schwenningen bewerteten 23 % der Befragten die Attraktivität der Innenstadt mit den selben Noten. Die Erreichbarkeit per Pkw oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie der Öffnungszeiten werden positiv bewertet, während das Einzelhandelsangebot und das Ambiente der Innenstadt eher kritisiert werden. Im Durchschnitt fällt Schwenningen mit der Note 3 aus.

Bei der Frage, was für ein Ort die Innenstadt für den Passanten ist, wird von den Befragten Villingen hauptsächlich als Ort zum Bummeln und Shoppen gesehen. Die Innenstadt wird auch oft als Ort zum Wohlfühlen und Treffen mit Freunden gesehen. Zusammenfassend zeigt die Umfrage, dass die Innenstadt von Schwenningen vorrangig als 'Ort der kurzen Wege' gesehen wird. Es gibt auch positive Bewertungen hinsichtlich des Wohlfühlens und Treffens mit Leuten, Bummelns und des Shoppens.

Zum Thema 'Vermisste Angebote' äußerten sich die Passanten in Villingen häufig, dass ihnen ein Supermarkt (Discounter) und Lebensmittelhändler in der Innenstadt fehlen. Es wird auch mehr Vielfalt und Auswahl gewünscht. In Schwenningen vermissen viele Befragte ein vielfältigeres Einzelhandelsangebot.

Ebenfalls interessierten wir uns bei der Befragung auch, mit welchen Verkehrsmitteln die Besucher in der Stadt sind. Während es sich in Villingen beinahe Gleichmäßig auf PKW, zu Fuß oder öffentliche Verkehrsmittel verteilte, waren in Schwenningen 54 % der Befragten zu Fuß unterwegs.

Am Befragungstag wurde auch die Besucherfrequenz am Nachmittag gemessen. Die höchste Anzahl an Personen wurde in der Niederen Straße in Villingen zwischen 16 und 17 Uhr gezählt, wo 1072 Besucherinnen und Besucher unterwegs waren. Zur gleichen Zeit wurden am Schwenninger Cityrondell 1005 Personen gezählt.

Die Befragung diente zum Überblick, wie sich die beiden Stadtteile zukünftig aufstellen sollen und in welchen Kategorien Bürgerinnen und Bürger noch mehr Potenzial oder Bedarf sehen.

Ziel für die Innenstädte von Villingen und Schwenningen ist es, diese als attraktiven zentralen Standort für Unternehmen, Treffpunt für Bürgerinnen und Bürger sowie als Anziehungspunkt für Touristen zu gestalten.

Die aus der Befragung vorgehenden Maßnahmen wie der Digi-Check, die CO2-freie Citylogistik sowie weitere aus dem Förderprogramm hervorgehende Projekte werden durch den Zuschuss des Bundes zum Förderprogramm finanziert.

 

Oberbürgermeister Jürgen Roth und die Wirtschaftsförderung Villingen-Schwenningen freuten sich sehr, mit dem Zuschlag im Oktober 2022 zu dem Bundesförderprogramm jetzt die vielfältigen beantragten Maßnahmen zu starten. Im Café Uhrwerk in VS-Schwenningen fand eine Kick-off-Veranstaltung vor Vertretern der Institutionen, Verbände und Fraktionen statt. Es geht darum, die Zukunft der Innenstädte zu gestalten. "Wir müssen uns daran gewöhnen, im Prozess zu sein. Der Wandel wird weitergehen." So Herr Oberbürgermeister Roth. Mit Maßnahmen zur Digitalisierung die Wahrnehmung auszubauen, On- und Offline zu verknüpfen und damit die Resilienz stärken ist das Ziel. Mit einer Steigerung der Aufenthaltsqualität, Sicherheit und Wohlfühlfaktoren nachhaltig die Frequenz zu steigern.

Bereits am Start:

  • Bespielung von Leerständen mit PopUp Stores, im Dezember von "Nastrovje Potzdam" in einem Leerstand In der Muslen.
  • Digi-Check bietet die Möglichkeiten einer Analyse zum Öffentlichkeitsauftritt.
  • CO²freie Citylogistik – kostenfreies Anschubmodell für die Unternehmen Dezember 2022 bis Februar 2023.
  • Viele weitere Projekte folgen bis 2025, wie Bürgerbeteiligung, Infostehlen, Sensorik, Projektarbeiten zum Thema von Studierenden, mobiles Stadtmobiliar …..
  • Es sind vierteljährliche Treffen des Projektbeirats mit dem geladenen Teilnehmerkreis geplant.

Oberbürgermeister Jürgen Roth und WIR VS-Geschäftsführer Matthias Jendryschik sehen hier eine tolle Chance für Villingen-Schwenningen, um den Wandel in den Innenstädten mit zukunftsfähigen, nachhalten Maßnahmen zu begleiten.

Fragen zu den umgesetzten Projekten?

Bei weiteren Fragen zu einem der Projekte wenden Sie sich direkt an das Stadtmarketing:

07720 / 82 - 1051
stadtmarketing@~@villingen-schwenningen.de