Benutzung und Service

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Amt für Archiv und Schriftgutverwaltung

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78056 Villingen-Schwenningen

Abteilung Stadtarchiv

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stadtarchivvillingen-schwenningende

Öffnungszeiten

Montag - Donnerstag 08.30 - 11.30 Uhr und

                                        14.00 - 16.00 Uhr

Freitag                            08.30 - 12.00 Uhr

Besuch nach Voranmeldung

 

Ansprechpartner

Leiterin

Ute Schulze M.A.

Was kann das Stadtarchiv für Sie tun?

Alle, die sich für die Stadtgeschichte interessieren, finden im Archiv- und Bibliotheksgut des Stadtarchivs wertvolle Informationen. Archivalien und Bücher können nach Voranmeldung nur im Benutzerraum genutzt werden. Das Stadtarchiv kann für Sie für wissenschaftliche, heimatkundliche und familiengeschichtliche Zwecke Unterlagen zur Verfügung stellen. Für Schüler und andere Gruppen besteht die Möglichkeit zur Forschung im Archiv.

Einen Überblick über die Bestände bietet FindbuchNet.
Wenn Sie Unterstützung bei der Recherche zu einem bestimmten Thema benötigen, kontaktieren Sie uns. Wir beantworten schriftliche Anfragen und beraten Sie gern persönlich.
Vor einem Besuch im Stadtarchiv sollten Sie sich immer vorher per E-Mail oder telefonisch anmelden, damit wir die von Ihnen benötigten Materialien im Lesesaal bereitstellen können.
Weitere Informationen zur Stadtgeschichte finden sich außerdem in der wissenschaftlichen Spezialbibliothek, die als Präsenzbibliothek im Stadtarchiv nutzbar ist. Hier gehts zum Onlinekatalog.

Archivshop

In unserem Onlineshop können Sie innerhalb Deutschlands und der Europäischen Union zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Stadt und zu weiteren historischen Themen käuflich erweben.

Bitte geben Sie bei der Bestellung den Buchtitel, die Bestellnummer sowie Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse an. Die Ware wird Ihnen per Post zugeschickt. Die Bezahlung erfolgt auf Rechnung. Für Porto und Verpackung werden zusätzliche Kosten berechnet, deren Höhe von Größe und Gewicht des Pakets abhängig ist. Katalog (PDF, 1,67 MB)

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Der Joseph-Haberer-Preis – Geschichtswettbewerb für Schüler

Die Stadt Villingen-Schwenningen blickt auf über 1000 Jahre Geschichte zurück. Dazu gehören die dunklen Seiten dieser Geschichte. Mit dem Joseph-Haberer-Preis möchten wir Jugendliche ermutigen, sich an die Leiden der Opfer des NS-Regimes und an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu erinnern und damit auseinanderzusetzen.

Engagement für Demokratie und Toleranz

Der Nationalsozialismus war in seiner barbarischen Ausprägung einzigartig. Doch auch heute noch gehören Rassismus und Antisemitismus nicht der Vergangenheit an und erfordern einen couragierten Umgang damit. Daher ist es wichtig Beispiele für Personen und Ereignisse und Personen zu finden, die sich bewusst gegen den Nationalsozialismus stellten. Sie können uns Wege zu Toleranz und Demokratie in unserer Gesellschaft heute aufzeigen. Die Beiträge der Schülerinnen und Schüler zu diesen Themen sind ein Stück gelebte Erinnerungskultur.

Der Preis ist Joseph Haberer gewidmet, einem Villinger Juden, der 1938 vor den Nationalsozialisten fliehen musste und dabei seine Familie zurücklassen musste.

Joseph Haberer - Ein Villinger Jude

Joseph Haberer wurde am 31. Januar 1929 in Villingen geboren. Seine Eltern, Berthold und Georgine Haberer, waren Juden und lebten zur Miete in einer kleinen Wohnung in der Herdstraße 18. Die jüdische Gemeinde in der Stadt umfasste nur zehn bis 20 Familien. Sein Vater arbeitete in Villingen auf dem Finanzamt, das er 1933 mit einer geringen Pension verlassen musste. "Wir waren arm, aber wir mussten nicht hungern", berichtet Haberer später über diese Zeit

"Dein ganzes Leben geriet aus den Fugen."

Die Eltern fühlten sich als Deutsche und in diesem Geist erzogen sie ihren Sohn. Im Laufe der 1930er Jahre mussten sie jedoch erfahren, dass im NS-Deutschland kein Platz mehr für sie war. Am 09. November 1938, am Tag der Novemberpogrome, zeigten alle Schüler mit dem Finger auf den jüdischen Schulkameraden. Die Lebensverhältnisse wurden für Joseph und seine Eltern unerträglich. "Dein ganzes Leben geriet aus den Fugen, wenn Du aus der Schule geworfen wurdest." Die Eltern erkannten, dass in Deutschland für Juden höchste Gefahr drohte und beschlossen, ihren Sohn nach England zu schicken.

Nach der 'Reichspogromnacht' erlaubte die britische Regierung jüdischen Flüchtlingskindern die Einreise ohne Eltern, sofern jüdische Organisationen die Reise- und Aufenthaltskosten für sie übernahmen. So fuhr Joseph mit seinem Vater nach Holland und verließ Deutschland Anfang Dezember 1938 im Alter von neuneinhalb Jahren. Wie viele der 10 000 Kinder und Jugendlichen, die mit Kindertransporten Deutschland verließen, sah er seine Eltern zum letzten Mal.

Ermordung der Eltern

Die Eltern blieben in Villingen, bis sie im Oktober 1940 mit mehr als 15 000 Juden aus Baden, Saarland und der Pfalz in das Konzentrationslager Gurs in Vichy-Frankreich deportiert wurden. Dort lebten sie unter katastrophalen hygienischen Bedingungen und bei schlechter Ernährung. Sein Vater starb in diesem Lager und seine Mutter wurde schließlich nach Auschwitz transportiert, wo sie ermordet wurde.

Emigration in die USA

Bis 1946 lebte Joseph in England in einer Herberge für Flüchtlingskinder, als ein Onkel und eine Tante aus Kalifornien ihm ermöglichten, in die Vereinigten Staaten zu emigrieren. Dort begann er seine Universitätskarriere mit einem Doktor in Politologie an der Berkeley-Universität in Kalifornien. Später lehrte er an der Purdue Universität in Indiana, wo er Professor für Politologie und Direktor der Jüdischen Studien war.

Am 11. Juni 2013 verstarb Joseph Haberer im Alter von 84 Jahren.

Informationen zum Wettbewerb - Teilnahmebedingungen

Es können Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 20 Jahren teilnehmen, die eine Schule im Oberzentrum Villingen-Schwenningen besuchen. Die Arbeiten können von Einzelpersonen, Schulklassen bzw. Gruppen verfasst werden. Texte dürfen 20 Seiten nicht überschreiten. Der Wettbewerbsarbeit ist ein ausgefülltes Formblatt mit Angaben über verwendete Quellen, Berater/in der Arbeit, Verwendung der Arbeit für andere Zwecke (z. B. Wettbewerbe) beizufügen. Bei der Bewertung wird das Alter berücksichtigt.

Die Themen, die für eine Bearbeitung in Frage kommen, können sich beispielsweise aus dem Geschichtsunterricht und dem Religions- oder Ethikunterricht ergeben. Sie sollten jedoch Bezug nehmen zu Gegebenheiten, die mit unserer Stadt und Region zu tun haben. Das Stadtarchiv ist bei der Themensuche und Recherche gerne behilflich und lädt die entsprechenden Lehrerinnen und Lehrer zur aktiven Mithilfe ein. 

Darstellungsformen

Die Art der Darstellung kann frei gewählt werden. Verschiedene Möglichkeiten bieten sich an:

• Seminararbeit

• Gestaltung digitaler Medien: Blog, Storytelling, Video oder Fotos

• Essay, Aufsatz, Erlebnisbericht

• Interview, Gesprächsprotokolle

• Rollenspiel, Theaterstück

• Filmproduktion

• Fotodokumentation

• Zeichnung, Gemälde

Die Wettbewerbsbeiträge werden von einem Kuratorium beurteilt, dem der Oberbürgermeister vorsteht.

Die besten Beiträge werden mit Preisen bedacht. Geldpreise können an Einzelpersonen, an Klassen oder Gruppen vergeben werden:

1. Preis: 500 €

2. Preis: 300 €

3. Preis: 200 €

Die Preise werden alljährlich durch den Oberbürgermeister am 9. November (oder dem nächstmöglichen Werktag) vergeben.