Naturschutz

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Stadtplanungsamt

Stabsstelle Umweltentwicklung und nachhaltige Planung

 

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Ansprechpartner

Leiter der Stabsstelle UNP

Armin Schott

Im Gemarkungsgebiet der Stadt Villingen-Schwenningen befinden sich viele Flächen zum Schutz der Umwelt, darunter Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, FFH-Gebiete, Vogelschutzgebiete und Biotope. Diese sind über den Kartendienst der LUBW einsehbar.

Naturschutzgebiete

Heute ist nahezu der gesamte Torfkörper des Schwenninger Mooses und des nordwestlich gelegenen Kugelmooses Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes 'Natura 2000'. Die Ausweisung als Schutzgebiet von europäischem Rang unterstreicht den besonderen Wert und die Verantwortung des Landes zur Erhaltung des Moores. Im Schwenninger Moos sind insgesamt neun Lebensraumtypen gemeldet, darunter Moorwälder, kalkreiche Niedermoore, geschädigte Hochmoore und Kalk-Magerrasen, die im Gebiet langfristig erhalten werden sollen.

Das Schwenninger Moos ist Teil des knapp 2.300 ha großen FFH-Gebietes 8016-341 'Baar'. Darüber hinaus liegt das Schwenninger Moos an einer der bedeutenden Vogelzuglinien entlang des Neckars. Hier sind u.a. Schwarzkehlchen und Krickente zu finden.

Es gibt viel Interessantes über das Schwenninger Moos zu erzählen. Die Schönheit der Landschaft und viele der seltenen Tier- und Pflanzenarten kann man direkt vom Rundweg aus entdecken. Die Nachfrage nach Wissenswertem über das Moos ist groß: Zur Landesgartenschau 2010 wurden daher 'Die Moosführer' gegründet. Eine Gruppe Ehrenamtlicher bietet nun interessante, außergewöhnliche, kulinarische, poetische und spannende Entdeckungsreisen durch das Schwenninger Moos an.

Mitte 2014 wurde im Eingangsbereich des Umweltzentrums Schwarzwald-Baar-Neckar auf der Möglingshöhe in Schwenningen eine Dauerausstellung eröffnet. Hier kann man anhand zahlreicher begreifbarer Exponate unter anderem die großen und kleinen Naturschätze des Schwenninger Mooses entdecken.

Abwechslungsreiche geologische Verhältnisse und unterschiedliche Böden haben zur Bildung einer standörtlich vielseitigen, halboffenen Landschaft geführt. Auf dem stark vom Menschen geprägten Gebiet haben sich Wacholderheiden, Magerrasen, Feldgehölze, Baumgruppen, Quellaustritte mit kleinen Kalkflachmooren, Fettwiesen, bachbegleitenden Hochstaudenfluren und Gehölzen sowie Flachwasserteichen gebildet. Diese ausgeprägten kleinstandörtlichen Unterschiede bieten Lebensraum für eine Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten. Die vorkommende Fauna und Flora ist für Schafweiden charakteristisch. Insbesondere Vögel wie Raubwürger, Neuntöter, Dorn- und Klappergrasmücke, Zilpzalp, Fitis und Baumpieper profitieren von der strukturreichen Heidelandschaft. Die 52,2 ha große Fläche liegt auf der Baar östlich vom Stadtbezirk Schwenningen und steht seit 1995 unter Naturschutz.

Das Tannhörnle ist eine ehemalige Huteweide am Westrand der Baar. Obwohl die Fläche als 'unrentables Ödland' bezeichnet wird, ist sie kulturhistorisch besonders wertvoll. Aus jahrhundertlanger extensiver Beweidung hervorgegangen, bietet das Gebiet wertvolle Habitate für zahlreiche gefährdete Vogelarten. Eine strukturreiche Strauchschicht und artenreiche, halbtrockene bis feuchte Magergrasfluren charakterisieren die 23,2 ha große Fläche. Naturschutzfachlich wertvolle Enziane, Orchideen und Gräser sorgen für die farbliche Pracht des Gebietes im Jahresverlauf. Die Vegetationsformation zeugt von der typischen hallstattzeitlichen Vegetation. Archäologische Untersuchungen auf dem benachbarten Magdalenenberg haben den herausragenden historischen Wert dieser Landschaft belegt.

Das 55,7 ha große Plattenmoos grenzt an Pfaffenweiler und Tannheim. Das letzte noch 'lebende' Hochmoor der Baar ist ein vielfältig gegliedertes Feuchtgebiet, das eine seltene kleinräumige Biotopvielfalt bietet. Im teilabgetorften Moor sind sowohl Hoch- und Übergangsmoorflächen mit Moorwäldern und Bruchwaldgebüschen zu finden als auch Naß- und Feuchtwiesen. Der Torfstich wurde erst 1936 aufgegeben und ist auf der Fläche noch gut erkennbar. Die verschont gebliebene Torfschicht ist bis zu 4 m hoch. Auf diesen Flächen kommt eine charakteristische Hochmoorflora mit niedrigwüchsigen Moorkiefern und der Rosmarinheide vor. Im Randbereich des Moores wachsen bodensaure Niedermoorgesellschaften. Nach Aufgabe der Streuwiesennutzung in den 1930er bis 1940er Jahren fiel das Gebiet Aufforstungen mit Fichten und Kiefern zum Opfer. Heute werden Maßnahmen zur Wiederherstellung des Hochmoores vorgenommen. Neben dem Verschließen der Entwässerungsgräben wird der Baumbestand von Fichten hin zu einheimischen Moorkiefern umstrukturiert.

Das 2012 ausgewiesene Naturschutzgebiet Mönchsee-Weiherwiesen befindet sich zwischen Villingen und Mönchweiler. Das Naturschutzgebiet mit angrenzendem Landschaftsschutzgebiet umfasst ein artenreiches und strukturreiches Mosaik aus Wiesen (insb. Feucht- und Nasswiesen), Großseggenrieden, Röhrichten, Magerrasen, Hochstaudenfluren, Gewässern u.a.; Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für gefährdete Vogelarten.

Landschaftsschutzgebiete

Mit einer Fläche von etwa 500 ha umfasst das Landschaftsschutzgebiet unter anderem das Naturschutzgebiet 'Tannhörnle' und liegt im Vogelschutzgebiet 'Baar'. Der Schutzzweck ist im Wesentlichen die Erhaltung zweier naturnaher Bachtäler mit ihren von Grünland, Mischwald, Feldgehölz und artenreichen Säumen geprägten Landschaftsteilen als ökologischer Ausgleichsraum sowie Grün- und Naherholungsflächen, die zur Erhaltung und Entwicklung der notwendigen Freiflächen im Verdichtungsraum Villingen-Schwenningen erforderlich sind.

Verordnung

Die Landschaftsschutzgebiete befinden sich nördlich angrenzend an das Naturschutzgebiet 'Schwenninger Moos'. Der wesentliche Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist die Erhaltung des Moorkomplexes 'Schwenninger Moos' als Lebensraum seltener und zum Teil vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten sowie Tier- und Pflanzenlebensgemeinschaften, naturnahe Landschaft mit besonderer Eigenart und Schönheit. Der wesentliche Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist die Sicherung des Naturschutzgebietes und die Verwirklichung der genannten Schutzzwecke.

Das, die Naturschutzflächen umgebende, Landschaftsschutzgebiet dient zur Sicherung des Naturschutzgebiets vor Beeinträchtigungen, zur ökologischen Vernetzung der Naturschutzgebiet-Teilflächen und zur Erhaltung von Wiesenflächen u.a. Strukturen. Es befindet sich am Ostrand des Schwarzwalds zwischen Villingen und Mönchweiler.

Das Landschaftsschutzgebiet 'Groppental' liegt zwischen Villingen und St. Georgen, in einem Schwarzwaldtal durch welches die Schwarzwaldbahn und die Brigach führt.

FFH-Gebiete

Das FFH-Gebiet (Flora Fauna Habitat Gebiet, NATURA-2000) erstreckt sich über eine Fläche von 3.621 ha und reicht von Rottweil bis Donaueschingen. In der Gemarkung Villingen-Schwenningen entlang 'Badische Eschach' im Stadtbezirk Obereschach.

Vogelschutzgebiete

Das Vogelschutzgebiet 'Baar' befindet sich auf der Hochebene zwischen Schwarzwald und Schwäbische Alb mit gründlandgeprägten Niederungen an Brigach, Breg und Donau, eingelagerten Mooren sowie Ackernutzung auf trockenen Böden. Gegl. d. Wälder (Nadelholzforste, Eichenwald, Hangbuchenwäder) und Stillgewässer. Es erstreckt sich über 37.701 ha und viele Gemeinden.

Das Vogelschutzgebiet 'Mittlerer Schwarzwald' ist ein hochgelegenes Waldgebiet (v.a. Beerstrauch-Nadelwälder) im mittleren und östlichen Schwarzwald, das vor allem für das Auerwild wichtige Lebensräume beherbergen. Es erstreckt sich über 21.665 ha und viele Gemeinden.

Biotope

Im Gemarkungsgebiet Villingen-Schwenningen befinden sich fast 500 Biotope (gemäß §30 BNatSchG in Verbindung mit §33 NatSchG BW), diese umfassen eine Gesamtfläche von knapp 239 ha. Hierzu gehören Waldbiotope Tümpel, Hochstaudenflur, Magerrasen, Nasswiesen, Feldgehölze und Feldhecken, viele dieser Biotope liegen am Rand von landwirtschaftlichen Flächen.

In regelmäßigen Abständen werden Biotope neu aufgenommen, wenige werden in andere Biotope integriert oder erlöschen. Einige dieser Biotope sind von regionaler oder lokaler Bedeutung. Das Schwenninger Moos ist darüber hinaus ein Gebiet von landesweiter Bedeutung.

Für diese Flächen gibt es z.T. Verträge (Vertragsnaturschutz) mit den Landwirten nach der Landschaftspflegerichtlinie (LPR). Hier liegt die Zuständigkeit beim Landratsamt bzw. beim Landschaftserhaltungsverband.

Flächenhafte Naturdenkmale

Im Gemarkungsgebiet befinden sich 5 flächenhafte Naturdenkmale, das Kugelmoos, die Felsengruppe Salvestfelsen, die Felsengruppe Uhustein, das Salinenmoos und die Tongrube Dickenhardt.

Als Naturdenkmal können sowohl Einzelgebilde wie landschaftsprägende Bäume, Felsen oder Höhlen als auch naturschutzwürdige Flächen bis zu fünf Hektar Größe wie kleinere Wasserflächen, Moore oder Heiden ausgewiesen werden. Der Schutzstatus der flächenhaften Naturdenkmale ist mit dem eines Naturschutzgebietes vergleichbar: Naturdenkmäler dürfen nicht verändert werden.

Die Ausweisung von Naturdenkmalen  erfolgt durch die unteren Naturschutzbehörden.

Naturschutzgroßprojekt Baar

Seit 1979 werden durch das Bundesumweltministerium Maßnahmen in Naturräumen gefördert, die dem Schutz und der nachhaltigen Sicherung von national bedeutsamen und repräsentativen Naturräumen dienen. Aktuell erfolgt dies durch das Programmchance.natur – Bundesförderung Naturschutz. Insgesamt wurden bundesweit seit 1979 rund 500 Millionen Euro Bundesmittel für 84 Projekte bereitgestellt (Stand Mai 2019). Dadurch konnte auf einer Fläche von über 3.700 Quadratkilometer zum Erhalt der Landschafts- und Artenvielfalt Deutschlands beigetragen werden.

Seit März 2013 werden Teile der Baar und der Baaralb, aufgrund ihrer gesamtstaatlichen und internationalen Bedeutung für den Naturschutz, als Naturschutzgroßprojekt Baar durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und des Landes Baden-Württemberg gefördert.

In Villingen-Schwenningen sind die Gebiete Mönchsee-Rohrmoos, Pfaffenholz und Plattenmoos, sowie das Brigachtal und das Schwenninger Moos Bestandteil des Naturschutzgroßprojekt Baar.