Archiv und Schule
Geschichte zum Anfassen: Angebote des Stadtarchivs für Schulen
Das Stadtarchiv ist ihr außerschulischer Lernort und lokaler Partner für Archivpädagogik und lebendige Geschichtsvermittlung in Villingen-Schwenningen und dem Schwarzwald-Baar-Kreis. Wir unterstützen Schulen, Lehrkräfte und Lernende aller Schularten mit maßgeschneiderten Angeboten und direktem Zugang zu Originalquellen wie Akten, Fotos, Karten und Filmen.
Entdecken Sie auf dieser Seite unsere vielfältigen archivpädagogischen Angebote, Material zum Download, Informationen zum Geschichtswettbewerb Joseph-Haberer-Preis und den schnellen Weg zur Terminvereinbarung für Ihren Schulbesuch.
Führungen und Workshops: Geschichte im Original erleben

Bringen Sie Ihre Klasse ins Stadtarchiv Villingen-Schwenningen und machen Sie Geschichte greifbar! Wir bieten verschiedene Formate für alle Schularten und Klassenstufen an, die wir individuell auf Ihren Lehrplan abstimmen können.
Alle unsere Angebote für Schulen und Lernende sind kostenlos. Für eine Terminvereinbarung kontaktieren Sie uns gerne!
Ein Blick hinter die Kulissen des „Gedächtnisses der Stadt“. Ihre Schülerinnen und Schüler lernen, was ein Archiv ist, welche Schätze hier lagern und wie Historiker arbeiten. Ideal für einen ersten Kontakt mit der Archivwelt.
Sie behandeln ein bestimmtes Thema im Unterricht, z. B. die NS-Zeit in Villingen-Schwenningen, die Industrialisierung oder die Stadtfusion? Wir stellen dazu passende Originalquellen zusammen und verbinden allgemeine Archivthemen mit spezifischer Quellenarbeit.
Für Seminararbeiten, GFS oder Wettbewerbsbeiträge (z.B. den Joseph-Haberer-Preis) bieten wir die Möglichkeit, intensiv mit Archivalien zu arbeiten.
Joseph-Haberer-Preis: Geschichtswettbewerb für Demokratie und Toleranz

Der Joseph-Haberer-Preis ist der offizielle Geschichtswettbewerb der Stadt Villingen-Schwenningen für Schülerinnen und Schüler. Im Gedenken an den Villinger Joseph Haberer fördert der Preis die kreative und forschende Auseinandersetzung mit der lokalen NS-Geschichte sowie mit historischen Fragen zu Demokratie und Toleranz.
Weltoffen, tolerant und demokratisch, in einer solchen Stadt lebt man gerne. Aber wie ist man mit Themen wie Pluralismus, Zivilcourage und Toleranz früher in Villingen-Schwenningen umgegangen? Was kann man aus vergangenen Fällen von Ausgrenzung, Verfolgung und Intoleranz lernen und Lehren für heute ziehen?
Finde es heraus, indem du dir ein historisches Thema aus Villingen-Schwenningen zu einem dieser Themen aussuchst, in die Geschichte eintauchst, deine Ergebnisse kreativ festhältst und am Joseph-Haberer-Preis teilnimmst!
Alle Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 20 Jahren, die eine Schule in Villingen-Schwenningen besuchen, können teilnehmen. Alleine, zusammen oder als ganze Schulklasse. Ein Lehrer, Betreuer oder Mitarbeiter des Stadtarchivs können dich unterstützen und beraten. Wir vom Stadtarchiv helfen dir gerne bei der Themenwahl und Quellenrecherche.
Der Form der eingereichten Arbeiten ist (fast) keine Grenze gesetzt. Es kann eine klassische Seminararbeit (max. 20 Seiten) sein, oder ein Theaterstück, ein Film, ein Kunstwerk, eine Plakatausstellung oder vieles mehr.
Es winken folgende Preise (von einem Kuratorium beurteilt):
- Preis: 500 €
- Preis: 300 €
- Preis: 200 €
Einsendeschluss ist der 21.09.2026!
- Themenspektrum
Das Themenspektrum des Joseph-Haberer-Preises hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Zunächst wurden nur Themen zum Holocaust behandelt, danach wurde der Preis auf alle Themen aus der Zeit des Nationalsozialismus ausgeweitet. Um dem Ursprung des Preises treu zu bleiben, bleibt die NS-Zeit auch weiterhin ein Schwerpunkt. Aus diesem ursprünglichen Schwerpunkt ergibt sich noch ein erweiterter Fokus im Rahmen der Demokratieförderung: die Themenbereiche Toleranz und Demokratie im 20. Jahrhundert.
Sollten alle anderen Preiskriterien erfüllt sein, sind Arbeiten im Bereich Toleranz und Demokratie auch außerhalb dieses geschichtlichen Zeitraums möglich.
Bei Unsicherheiten ob das ausgewählte Thema zum Joseph-Haberer-Preis passt, steht das Team des Stadtarchivs Villingen-Schwenningen gerne beratend zur Seite.
- Historisches Forschen – Quellenarbeit
Als Historiker begibt man sich auf Spurensuche in der Vergangenheit: Ihr sucht nach historischen Quellen. Diese findet man besonders häufig in Archiven, denn dort werden alte Schriftstücke, Plakate, Landkarten, Bilder, Filme und einiges mehr aufbewahrt. Den Bestand des Stadtarchivs Villingen-Schwenningen kannst du auch online durchsuchen (die Links findest du hier). Unsere Archivare unterstützen dich auch gerne bei deiner Suche und helfen dir bei deinem Besuch im Archiv mit den Archivalien. Auch Literatur kann bei deiner Forschung hilfreich sein. Diese findest du in Bibliotheken, und bei fast allen Bibliotheken kannst du den Bestand ebenfalls online durchsuchen. Manchmal können historische Quellen aber auch bei Zeitzeugen, in deiner Familie oder im Museum zu finden sein.
Alle verwendeten Quellen müssen angemessen zitiert werden. Dementsprechend sind inhaltliche und wörtliche Übernahmen aus anderen Werken (z. B. Originalquellen, Fachliteratur, Internet) in eurer Arbeit nachvollziehbar zu markieren. Alle Quellen sind in einem Quellenverzeichnis gesammelt aufzuführen (entweder in der Einreichung selbst oder auf dem Formblatt).
- Hilfestellung und Unterstützung
Ihr könnt euch von einem Berater, z. B. einer Lehrkraft, unterstützen lassen. Die Unterstützung sollte sich am Thema, der Beitragsform sowie eurem Alter und eurer Leistungsfähigkeit orientieren. Im Formblatt ist dieser Berater zu benennen und der Anteil der Unterstützung zu beschreiben.
- Bewertungskriterien und Bewertung durch die Jury
Die Einreichungen zum Preis werden von einer unabhängigen, mit Experten besetzten Jury bewertet. Je nach Klassenstufe und Schulform haben die Juroren unterschiedliche Erwartungen an einen Beitrag. Zur Orientierung haben sie einen Leitfaden und Bewertungskriterien.
- Rechtsweg
Die Entscheidung über die Preiswürdigkeit der Einreichungen zum Joseph-Haberer-Preis trifft eine unabhängige, mit Experten besetzte Jury. Die Jury behält sich das Recht vor, über die Preisvergabe abschließend zu entscheiden. Diese Entscheidung ist endgültig und nicht anfechtbar; der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
- Einreichung der Beiträge
Die Beiträge zum Joseph-Haberer-Preis sind bis zum Einsendeschluss zusammen mit dem vollständig ausgefüllten Wettbewerbsformblatt entweder online per E-Mail an stadtarchiv@villingen-schwenningen.de oder im Stadtarchiv einzureichen.
- Datenschutz
Mit Ihrer Teilnahme am Joseph-Haberer-Preis erheben und verarbeiten wir die von Ihnen oben angegebenen personenbezogenen Daten. Wir informieren Sie hiermit über die Details dieser Verarbeitung.
Zwecke der Verarbeitung
Ihre Daten werden ausschließlich für die Durchführung des Wettbewerbs verwendet. Dies umfasst:
die Organisation und Bewertung der eingereichten Beiträge durch die Jury,
die Kontaktaufnahme bezüglich Ihrer Einreichung,
die Benachrichtigung im Falle einer Preisverleihung,
die Altersprüfung zur Feststellung der Teilnahmeberechtigung,
die öffentliche Bekanntgabe der Namen der Preisträgerinnen und Preisträger.
Sofern Sie eingewilligt haben, kann Ihre eingereichte Wettbewerbsarbeit Dritten zu Recherchezwecken zugänglich gemacht werden, wenn diese zu einem vergleichbaren Thema arbeiten. Diese Einwilligung ist freiwillig. Eine Ablehnung hat keine Auswirkungen auf die Teilnahme am Wettbewerb oder die Bewertung der Arbeit.
Rechtsgrundlage der Verarbeitung
Die Verarbeitung Ihrer Daten erfolgt zur Durchführung des Teilnahmevertrags über den Joseph-Haberer-Preis gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO. Die Bereitstellung Ihrer personenbezogenen Daten ist für die Teilnahme am Wettbewerb zwingend erforderlich.
Die freiwillige Zugänglichmachung der Wettbewerbsarbeit zu Recherchezwecken erfolgt auf Grundlage Ihrer Einwilligung gemäß Art. 6 Abs. 1 Buchst. a DSGVO.
Empfänger der Daten
Zugriff auf Ihre Daten erhalten nur die für die Durchführung des Wettbewerbs zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtarchivs sowie die Mitglieder der unabhängigen Jury. Im Falle eines Gewinns können Ihr Name und Ihre Schule öffentlich bekannt gegeben werden.
Sofern Sie eingewilligt haben, kann die Wettbewerbsarbeit Personen zugänglich gemacht werden, die zu einem vergleichbaren Thema recherchieren.
Speicherdauer
Ihre personenbezogenen Daten werden nach Abschluss des Wettbewerbs und der Preisverleihung für die Dauer der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen für Verwaltungsunterlagen gespeichert und anschließend gelöscht. Die eingereichten Wettbewerbsarbeiten werden als Teil des Archivguts dauerhaft im Stadtarchiv aufbewahrt.
Ihre Rechte
Sie haben jederzeit das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung oder Einschränkung der Verarbeitung Ihrer Daten. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt hiervon unberührt. Soweit die Verarbeitung auf Ihrer Einwilligung beruht, können Sie diese jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Bitte beachten Sie: Sollten Sie vor Abschluss des Wettbewerbs die Löschung Ihrer Daten verlangen, ist eine weitere Teilnahme nicht mehr möglich und Ihr Beitrag muss aus dem Bewertungsverfahren genommen werden. Zudem haben Sie das Recht, sich bei der zuständigen Aufsichtsbehörde (Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg) zu beschweren.
Verantwortliche Stelle und Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten
Verantwortlich für die Datenverarbeitung im Rahmen des Joseph-Haberer-Preises im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie sonstiger datenschutzrechtlicher Bestimmungen ist:
Stadt Villingen-Schwenningen
Körperschaft des öffentlichen Rechts vertreten durch den Oberbürgermeister
Jürgen Roth
Münsterplatz 7/8
78050 Villingen-Schwenningen
Deutschland
Telefon: 07721 82-0 oder 07720-82-0
E-Mail: stadt@villingen-schwenningen.de
Unseren behördlichen Datenschutzbeauftragten erreichen Sie unter:
VB-Datenschutz GmbH
Verena Bauer
Untere Holdergasse 7
74182 Obersulm
Deutschland
E-Mail: compliance@~@vb-datenschutz.de
Tel: 07134 534354-0

Joseph Haberer wurde am 31. Januar 1929 in Villingen geboren. Seine Eltern, Berthold und Georgine Haberer, waren Juden und lebten zur Miete in einer kleinen Wohnung in der Herdstraße 18. Die jüdische Gemeinde in der Stadt umfasste nur zehn bis 20 Familien. Sein Vater arbeitete in Villingen auf dem Finanzamt, das er 1933 mit einer geringen Pension verlassen musste. "Wir waren arm, aber wir mussten nicht hungern", berichtet Haberer später über diese Zeit
"Dein ganzes Leben geriet aus den Fugen."
Die Eltern fühlten sich als Deutsche und in diesem Geist erzogen sie ihren Sohn. Im Laufe der 1930er Jahre mussten sie jedoch erfahren, dass im NS-Deutschland kein Platz mehr für sie war. Am 09. November 1938, am Tag der Novemberpogrome, zeigten alle Schüler mit dem Finger auf den jüdischen Schulkameraden. Die Lebensverhältnisse wurden für Joseph und seine Eltern unerträglich. "Dein ganzes Leben geriet aus den Fugen, wenn Du aus der Schule geworfen wurdest." Die Eltern erkannten, dass in Deutschland für Juden höchste Gefahr drohte und beschlossen, ihren Sohn nach England zu schicken.
Nach der 'Reichspogromnacht' erlaubte die britische Regierung jüdischen Flüchtlingskindern die Einreise ohne Eltern, sofern jüdische Organisationen die Reise- und Aufenthaltskosten für sie übernahmen. So fuhr Joseph mit seinem Vater nach Holland und verließ Deutschland Anfang Dezember 1938 im Alter von neuneinhalb Jahren. Wie viele der 10 000 Kinder und Jugendlichen, die mit Kindertransporten Deutschland verließen, sah er seine Eltern zum letzten Mal.
Ermordung der Eltern
Die Eltern blieben in Villingen, bis sie im Oktober 1940 mit mehr als 15 000 Juden aus Baden, Saarland und der Pfalz in das Konzentrationslager Gurs in Vichy-Frankreich deportiert wurden. Dort lebten sie unter katastrophalen hygienischen Bedingungen und bei schlechter Ernährung. Sein Vater starb in diesem Lager und seine Mutter wurde schließlich nach Auschwitz transportiert, wo sie ermordet wurde.
Emigration in die USA
Bis 1946 lebte Joseph in England in einer Herberge für Flüchtlingskinder, als ein Onkel und eine Tante aus Kalifornien ihm ermöglichten, in die Vereinigten Staaten zu emigrieren. Dort begann er seine Universitätskarriere mit einem Doktor in Politologie an der Berkeley-Universität in Kalifornien. Später lehrte er an der Purdue Universität in Indiana, wo er Professor für Politologie und Direktor der Jüdischen Studien war.
Am 11. Juni 2013 verstarb Joseph Haberer im Alter von 84 Jahren.
Archivpädagogische Materialsammlungen
Quellenarbeit leicht gemacht: Unsere Materialien für Ihren Unterricht
Bringen Sie die lokale Geschichte von Villingen-Schwenningen direkt in Ihr Klassenzimmer! Unsere archivpädagogischen Materialsammlungen sind speziell für den Schulunterricht aufbereitete, themenspezifische Pakete. Sie enthalten ausgewählte Originalquellen aus dem Stadtarchiv, historische Hintergrundinformationen sowie didaktische Anregungen und Arbeitsblätter.
Alle Materialien stehen Ihnen hier kostenlos zum Download zur Verfügung und können flexibel im Unterricht eingesetzt werden.
Mit unserer digitalen Quellensammlung zum Thema 1848er Revolution in Villingen möchten wir Schulklassen ermöglichen einen Einblick in lokale Originalquellen zu bekommen, auch außerhalb eines Archivbesuches. Die Sammlung beinhaltet Materialien aus den Revolutionsjahren 1848 und 1849, die im Stadtarchiv erhalten sind. Sie werden erläutert und in den thematischen Kontext eingeordnet. Bei der Auswahl der Quellen wurde darauf geachtet, dass diese für Schüler relativ leicht zugänglich sind und deshalb beispielsweise auf handschriftliche Dokumente verzichtet. Die Quellensammlung kann im Ganzen oder auszugsweise für den Unterricht genutzt werden. Eine Verknüpfung mit einem Archivbesuch ist ebenfalls möglich.
Hier gehts zu den Unterrichtsmaterialien: Die 1848er Revolution in Villingen
Bald verfügbar!
Hausanschrift
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Abteilung Stadtarchiv
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07721 / 82-1817
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