Sehenswerte Bauten

Ob dem Brückle

Das einstige Sanierungsgebiet 'Ob dem Brückle' ist ein idyllischer Winkel mit Fachwerkhäusern, der Eindrücke über die bäuerliche Vergangenheit Schwenningens vermittelt. Besonders ins Auge sticht die im 17. Jahrhundert als  Bauernhaus errichtete Kunstscheune. Heute beherbergt sie eine Töpferei.

Rathaus

Das Schwenninger Rathaus wurde vom Architekten Hans Herkommer entworfen und  in den Jahren 1926 bis 1928 im spätexpressionistischen Stil errichtet. Auf der Frontseite zum Marktplatz hin befindet sich ein Mosaik das 'Krieg und Frieden' darstellt. Seit dem Jahr 1972 dient es als technisches Rathaus.

Die Eilende Zeit alias Olfewiib

Sie macht ihrem Namen alle Ehre: Die Statue „Eilende Zeit" auf dem Schwenninger Marktplatz sieht mit ihrer Sanduhr und den wallenden Kleidern sehr gestresst aus.
Im Jahr 1953 wurde die Plastik durch den Künstler Jakob Wilhelm Fehrle erbaut. Dieser gab ihr den Namen „Die Zeit", wobei er wohl daran gedacht hat, wie schnell Sekunden, Minuten und Stunden verrinnen.

Für die Schwenninger hat die Statue jedoch eine ganz andere Bedeutung:
Bei ihnen wird sie das „Olfewiib" genannt, was sich auf die „Elf-Uhr-Frauen" der Uhrenindustrie bezieht. Um 11 Uhr begann damals für die Arbeiterinnen die Mittagspause, in der sie nach Hause eilten, um das Essen für ihre Männer und Kinder vorzubereiten. Pünktlich um 13 Uhr standen sie dann bereits wieder in den Uhrenfabriken.

Ganz schön fleißig, diese „Elf-Uhr-Frauen"…

Sonnenuhr auf dem Marktplatz

Mit der Neugestaltung des Marktplatzes im Jahr 2020 erhielt Schwenningen ein besonderes Highlight: eine moderne Sonnenuhr, die Zeit auf ganz ursprüngliche Weise sichtbar macht. Sie verbindet Stadtgeschichte, Gestaltung und Astronomie und lädt dazu ein, einen Moment innezuhalten – und die Zeit einmal anders zu betrachten.

Wie liest man die Sonnenuhr auf dem Marktplatz Schwenningen?

Die Sonnenuhr auf dem Marktplatz in Schwenningen wurde mit großer Sorgfalt geplant und umgesetzt. Der sogenannte Polstab ist auf die geografische Nordrichtung ausgerichtet und in seiner Neigung optimal an die nördliche Breite des Standorts angepasst. Auch die Positionen der einzelnen Stundentafeln wurden rechnerisch ermittelt und präzise angeordnet.

Die Sonnenuhr zeigt die wahre Sonnenzeit an – und nicht die heute gebräuchliche mitteleuropäische Uhrzeit. Genau hier liegt der Grund, warum es im Jahresverlauf zu sichtbaren Abweichungen kommen kann: Die Bewegung der Erde um die Sonne verläuft nicht gleichmäßig. Diese natürlichen Schwankungen werden als Zeitgleichung bezeichnet und lassen sich geometrisch nicht vollständig an einer Sonnenuhr darstellen.

Nur an vier Tagen im Jahr steht die Sonne exakt so, dass der Schatten des Polstabs genau mit den Stundentafeln übereinstimmt:
13. April, 13. Juni, 1. September und 25. Dezember.

An anderen Tagen kann es zu Abweichungen kommen – im Extremfall bis zu +16 Minuten Anfang November oder –14 Minuten Mitte Februar. Zur Orientierung: Eine Abweichung von etwa 15 Minuten entspricht bereits einer sichtbaren Schattenverschiebung von rund einem Viertel des Abstands zwischen zwei Stundentafeln.

Diese Verschiebungen sind also kein Fehler, sondern ein faszinierender Beweis für die komplexen Bewegungen unseres Planetensystems.

Stadtkirche

Die evangelische Stadtkirche ist die älteste und bis heute die zentrale Kirche zwischen Marktplatz und Muslenplatz. Ihr Turm aus dem 15. Jahrhundert ist ein Wahrzeichen von Schwenningen und das älteste Gebäude im Stadtbezirk. Das Gotteshaus wurde im 15. Jahrhundert an der Stelle der alten St.-Vinzenz-Kirche erbaut. Es brannte 1525 und 1633 bis auf den Turm ab. 1700 wurde es einschiffig wiederaufgebaut und 1837 durch ein Querschiff erweitert. Im Jahr 1963 wurde die evangelische Stadtkirche insbesonders im Inneren völlig erneuert.

Vogtshaus

Das Vogtshaus wurde 1791 erbaut und zählt zu den ältesten erhaltenen Häusern Schwenningens. Zur Straßenseite hin ist sein eindrucksvoller Renaissance-Giebel zu sehen. 1797 ging es an den Untervogt Johannes Roller über und 1901 an den Uhrenfabrikanten Mauthe. Heute beherbergt das Gebäude zwei Gasthäuser mit Biergarten.