Das Villinger Franziskanermuseum gewinnt Lotto-Museumspreis 2026

In einem Museum stehen mehrere Besucher vor einer Wand mit einer historischen schwarz-weißen Fotografie, die Arbeiten an einem alten Steinbau zeigt. In Vitrinen sind verschiedene archäologische Artefakte ausgestellt. Die Umgebung wirkt dunkel, um die Exponate hervorzuheben.
Blick in die Sonderausstellung GRABRAUB – Spurensuche durch die Jahrtausende

Mit dem Lotto-Museumspreis rücken Lotto Baden-Württemberg und der Museumsverband Baden-Württemberg die Arbeit der nicht-staatlichen Museen im Südwesten ins Rampenlicht. „Die beiden Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie Museen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbinden. Sie schaffen es mit beispielgebendem Engagement und innovativen Konzepten, dass möglichst viele Menschen Zugang zu unserer Geschichte und Kultur erhalten“, sagt Paul Nemeth, Geschäftsführer von Lotto Baden-Württemberg. „Es sind Einrichtungen, die unser gesellschaftliches Miteinander stärken und die wir dringend brauchen. Der Lotto-Museumspreis schafft dafür nicht nur eine hohe Sichtbarkeit, sondern ermöglicht durch das Preisgeld auch die Umsetzung von lang ersehnten Projekten.“

65 Museen hatten sich um die mit insgesamt 45.000 Euro dotierte Auszeichnung beworben. Sie wird bereits zum elften Mal vergeben. „Für den Museumsverband Baden-Württemberg ist es auch in diesem Jahr wieder eine große Freude, gemeinsam mit Lotto Baden-Württemberg zwei Museen für ihre vorbildliche Arbeit auszeichnen zu können. Das Franziskanermuseum im Ortsteil Villingen leistet als Stadtmuseum auf innovative und fachlich fundierte Weise seit vielen Jahren vorbildliche Arbeit. Ein wichtiges Thema ist die geschichtspolitische Bildung und die Rückkopplung der Museumsarbeit an gesellschaftliche Debatten“, erklärt Sabine Mücke, Präsidentin des Museumsverbands Baden-Württemberg. „Das im März 2025 neu eröffnete Dokumentationszentrum Nationalsozialismus der Museen in Freiburg geht auf eine zivilgesellschaftliche Initiative zurück und setzt beispielhaft Impulse für zeitgemäße Geschichtsvermittlung.“

Franziskanermuseum in Villingen-Schwenningen

Das Franziskanermuseum in Villingen-Schwenningen ist im ehemaligen Franziskanerkloster im Herzen der historischen Villinger Innenstadt untergebracht. Es lädt auf 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche zur Entdeckungsreise durch drei Jahrtausende ein und ist eines der bedeutendsten kulturgeschichtlichen Museen der Region. Zu den Schwerpunkten zählen die Stadtgeschichte, die Schwarzwaldsammlung und das keltische Fürstengrab Magdalenenberg. Besonders beeindruckt war die Jury von dem großen Engagement in allen Museumsbereichen und damit auch für die Stadt und die Gesellschaft: „Die Arbeit mit der Sammlung wird seit vielen Jahren auf hohem Niveau geleistet. Es gelingt, den Bogen von prähistorischen Fundstücken bis zur SABA-Unterhaltungselektronik zu schlagen.“ Als Hauptpreisträger des Lotto-Museumspreises 2026 erhält das Franziskanermuseum in Villingen-Schwenningen nun 30.000 Euro.

Dokumentationszentrum Nationalsozialismus der Museen (DZNS) in Freiburg

Den eXtra-Preis in Höhe von 15.000 Euro hat das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus der Museen (DZNS) in Freiburg gewonnen. Mitten in der Altstadt, im 1936 errichteten ehemaligen Verkehrsamt, geht es auf drei Etagen um die NS-Geschichte der Stadt und deren Auswirkungen. Neben einer Dauerausstellung und Sonderausstellungsflächen gibt es auch Seminarräume und Büros. Außerdem ist dort ein Teil der Gertrud-Luckner-Bibliothek untergebracht. Ein Gedenkraum im Innenhof erinnert an Menschen aus der Region, die verfolgt und ermordet wurden. Auch der Luftschutzkeller ist in das Konzept integriert. Das Museum animiert dazu, Fragen zu stellen und über Verantwortung sowie Handlungsspielräume nachzudenken. Rund 60.000 Menschen haben das Dokumentationszentrum bereits besucht. „Aus der Mitte der Gesellschaft heraus wurde eine Antwort gefunden, wie mit der Erinnerung von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen umgegangen werden kann“, begründet die Jury ihre Wahl. „Das Museum bietet der Erinnerungskultur eine Plattform und versteht sich als Ort der Information sowie historisch-politischen Bildung.“

Die Preisverleihung des Lotto-Museumspreises 2026 findet am Samstag, 28. November, im Franziskanermuseum in Villingen-Schwenningen statt. An diesem Tag übernimmt Lotto Baden-Württemberg für alle Besucherinnen und Besucher den Eintritt. Weitere Informationen gibt es unter www.lotto-bw.de/museumspreis.

Lotto-Museumspreis: Aufmerksamkeit garantiert

Einmal jährlich zeichnet der Lotto-Museumspreis herausragende Ausstellungskonzepte, gelungene Kooperationen oder museumspädagogische Angebote nichtstaatlicher Museen aus. Die bisherigen Hauptpreisträger waren: das Ravensburger Museum Humpis-Quartier (2015), das Polizeimuseum Stuttgart (2016), das Schauwerk Sindelfingen (2017), das Pfahlbau-Museum Unteruhldingen (2018), das Museum im Ritterhaus Offenburg (2019), das Dreiländermuseum in Lörrach (2021), die Kunsthalle Tübingen (2022), das Ludwigsburg Museum (2023), das Zeppelin Museum Friedrichshafen (2024) und das Kunstmuseum Karlsruhe (2025). 2020 gab es das „MuseumsGlück“, bei dem sechs Gewinner ausgelost wurden.

Jury und Entscheidungskriterien

Zur siebenköpfigen Jury gehörten Moderator Markus Brock, Susanne Schmaltz, Ressortleiterin SWR Kultur, Sabine Mücke und Dr. Wolfgang Reinbold als Präsidiumsmitglieder des Museumsverbandes Baden-Württemberg, Prof. Dr. Anja Dauschek für den Bereich der Museumsberatung und Museumszertifizierung, Shahab Sangestan, Leiter der Landesstelle für Museen Baden-Württemberg, sowie Dorothee Lang-Mandel, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Lotto Baden-Württemberg. Kriterien für die Wahl der Jury waren unter anderem die generelle Zielsetzung des Museums, die Sammlungspräsentation und Museumsdidaktik sowie innovative Ansätze in der Projektarbeit und aktuelle Programme.

Lotto Baden-Württemberg: Förderer der Kunst und Kultur

Lotto Baden-Württemberg trägt 2026 mit rund 37,4 Millionen Euro über den Wettmittelfonds des Landes dazu bei, die Kultur im Land zu unterstützen. Von den Lotterieerträgen profitieren so neben staatlichen Museen unter anderem auch die sieben Freilichtmuseen Baden-Württembergs sowie Kulturzentren, Orchester, Theater oder die Kunst. 

Museumsverband Baden-Württemberg

Der Museumsverband Baden-Württemberg e.V. ist der Fachverband und die Interessenvertretung der kommunalen, staatlichen, privaten und vereinsgeführten Museen. Er fördert den wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit. Zugleich vertritt er die Interessen seiner Mitglieder in Öffentlichkeit und Politik und ist das Forum für die Zukunftsentwicklung des Museumswesens.

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