Wanderausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“

Großer leerer Stadtplatz mit gestuften Backsteinstufen im Vordergrund und der modernen Stadtbibliothek sowie weiteren öffentlichen Gebäuden im Hintergrund unter blauem Himmel.
Stadtbibliothek am Muslenplatz.

Vom 20. bis 30. Oktober 2026 ist die Wanderausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ im Foyer der Stadtbibliothek am Muslenplatz, im Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport, in Villingen-Schwenningen zu sehen. Sie lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich mit einem wichtigen Kapitel deutscher und europäischer Geschichte auseinanderzusetzen und mehr über die Geschichte, Kultur und Lebenswege der Deutschen aus Russland zu erfahren. 

Die Ausstellung beleuchtet die historischen Hintergründe der Russlanddeutschen Migration und zeigt, wie sich das Leben der deutschen Siedler und ihrer Nachkommen über Generationen hinweg entwickelt hat. Sie vermittelt Einblicke in ihre Erfahrungen, Schicksale und Herausforderungen – von der Auswanderung ins Russische Reich im 18. Jahrhundert über Verfolgung, Deportation und Entrechtung im 20. Jahrhundert bis hin zur Rückkehr vieler Russlanddeutscher nach Deutschland. 

Ein Stück gemeinsame Geschichte 

Mit dem Einladungsmanifest vom 22. Juli 1763 warb Zarin Katharina II. gezielt deutschsprachige Bauern und Handwerker für die Ansiedlung im Russischen Reich. Sie stellte ihnen unter anderem Steuervergünstigungen, Glaubensfreiheit und Landbesitz in Aussicht. In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche deutsche Siedlungen, insbesondere an der Wolga und im Schwarzmeergebiet. 

Die politischen Umbrüche und die beiden Weltkriege brachten für die deutschen Minderheiten im Russischen Reich und später in der Sowjetunion schwere Einschnitte mit sich. Verfolgung, Deportationen, Enteignungen und die Einschränkung ihrer Rechte prägten das Leben vieler Familien. In den darauffolgenden Jahrzehnten kehrten zahlreiche Deutsche aus der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten nach Deutschland zurück. 

Heute sind die Deutschen aus Russland ein bedeutender Teil der deutschen Gesellschaft. Ihre Geschichte erzählt von Migration, Identität, Heimat und Neuanfang – Themen, die auch die Gegenwart prägen. 

Wissen vermitteln, Begegnungen ermöglichen 

Die Wanderausstellung verfolgt das Ziel, Wissen über die Geschichte der Deutschen aus Russland zu vermitteln, Vorurteile abzubauen und das gegenseitige Verständnis zu stärken. Sie möchte dazu beitragen, die Lebensgeschichten und Erfahrungen dieser großen Einwanderungsgruppe sichtbarer zu machen und den gesellschaftlichen Dialog zu fördern. 

Konzipiert wurde die Ausstellung von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. (LmDR) mit Sitz in Stuttgart. Sie wird mit Mitteln des Bundesministeriums des Innern und für Heimat realisiert. 

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, Schulklassen und Gruppen sind herzlich eingeladen, die Ausstellung während der regulären Öffnungszeiten der Stadtbibliothek zu besuchen und mehr über die Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland zu erfahren. 

Weitere Informationen: 

Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. 
Website: www.lmdr.de 
Ausstellungswebsite: www.deutscheausrussland.de 

 

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