Kultur und Bildung
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Tanze, Tod, Tanze! Matthäus Merian der Ältere, Emanuel Büchel, HAP Grieshaber
13. Mai bis 29. Juli 2012
Der 'Große Basler Totentanz' zeigte fast vierhundert Jahre lang, wie im Tod jeder Mensch, der Papst wie der Kaiser, der Krüppel wie der Narr, im gleichen Schicksal vereint sind. Dieser drastische Bilderreigen, der auf der Innenseite der Umfassungsmauer des Laienfriedhofs beim ehemaligen Dominikanerkloster in Basel auf annähernd 60 Meter Länge zu sehen war, postulierte eine bildkräftige Mahnung an die Gläubigen, in Demut und Reue und mit Buße und Gebet der Hölle zu entgehen und Eingang in das himmlische Paradies zu finden. In der Nacht zum 6. August 1805 wurde die Mauer mit dem Totentanz in Basel "zur Verbesserung der Straßenverhältnisse abgerissen".
Während der Jahrhunderte änderten sich die theologischen Botschaften des Totentanz-Motivs, doch blieb seine Bildwirkung bis heute unvergessen. Zunächst war es Matthäus Merian der Ältere, der ab 1621 durch seine Kupferstiche den 'Großen Basler Totentanz' in ganz Europa bekannt machte. Zu Dokumentationszwecken fertigte 1773 Emanuel Büchel im Auftrag des Rates der Stadt Basel farbenprächtige Gouachen über den damaligen Zustand des großen Wandgemäldes – es wurde über die Zeiten witterungsbedingt immer wieder ausgebessert, bzw. verändert – an. Im 20. Jahrhundert setzte sich HAP Grieshaber mit der bekannten Basler Bildserie, die von der Hand des um 1400 in Rottweil geborenen Künstlers Konrad Witz stammen soll, auseinander: vom 24. Dezember 1965 bis zum 13. Juni 1966 schuf er 40 mehrfarbige Holzdrucke von ausdrucksstarker Qualität, die zu den besten Kunstwerken von seiner Hand zählen.
In der Ausstellung 'Tanze, Tod, Tanze!' sind neben dem Grieshaber-Zyklus und den dazugehörenden, in Holz geschnittenen Versen – die Schrift entwarf Albert Kapr von der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig – die 43 Einzelblätter der Frankfurter Ausgabe von 1649 von Matthäus Merian dem Älteren als Leihgaben der ETH Zürich zu sehen. Vom Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel wird als gebundenes Buch die Erstausgabe von Merian aus dem Jahr 1621 präsentiert. Ebenso werden von dort die Gouachen von Emanuel Büchel für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Damit ist es der Städtischen Galerie gelungen, das großartige Werk von Grieshaber zum ersten Mal mit den Arbeiten von Merian und Büchel in einer Ausstellung zu vereinen.
Die Städtische Galerie hat zur Ausstellungseröffnung eine Komposition bei dem Frankfurter Musiker Hannes Seidl in Auftrag gegeben. Unter dem Titel 'Petit Morts - 40 Trios für Trompete und Tuba' hat sich der Tondichter mit dem Ausstellungsthema 'Tanze, Tod, Tanze!' musikalisch auseinandergesetzt und Paul Hübner aus Wiesbaden (Trompete) und Max Murray aus Berlin (Tuba) werden das Auftragswerk bei der Vernissage uraufführen.
Die Ausstellung wird von Oberbürgermeister Dr. Rupert Kubon am Samstag, dem 12. Mai 2012, um 17.00 Uhr, eröffnet. Es sprechen: Ralf Gottschlich vom Städtischen Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen und Wendelin Renn von der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen.
Im Katalog zur Ausstellung (192 Seiten, 18.-- €) mit Texten von Ralf Gottschlich und Wendelin Renn, sind alle Werke der drei Künstler farbig abbildet und thematisch einander zugeordnet.
Ausstellung und Katalog wurden großzügig unterstützt von den Unternehmen BIEDERMANN MOTECH GmbH & Co.KG, Kendrion Binder Magnete GmbH und der Sparkasse Schwarzwald-Baar.
Zur Eröffnung sind alle Kunstinteressierten herzlich eingeladen.
Abbildungen
Emanuel Büchel:
Der Todtentanz auf dem Prediger Kirchhof zu Basel. Nach dem Original gezeichnet, gemahlt, und abgeschrieben, von Emanuel Büchel. Anno MDCCLXXIII
Aquarelle, 40,3 x 27,4 cm, Inv 1886.9 fol. 9-1886.9 fol. 47 (Skb. A 48g)
Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett Übergeben von der öffentlichen Bibliothek der Universität Basel
Fotografie: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler
Matthaeus (der Ältere) Merian (1593 - 1650):
Totentanz der Stadt Basel, 1649, 2. Auflage (erste Auflage: 1621), Illustriertes Buch, jeweils ca. 19,5 x 14,5 cm (Blattgrössen), Inv. D 1686
Grafische Sammlung der ETH Zürich
HAP Grieshaber:
Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen
© VG Bild-Kunst, Bonn, 2012
Fotografie: Frank Kleinbach

Städtische Galerie
Friedrich-Ebert-Straße 35
Stadtbezirk Schwenningen (beim Bahnhof)
78054 Villingen-Schwenningen
Telefon 07720 / 82-1098
Telefax 07720 / 82-1097
E-Mail: galerie@villingen-schwenningen.de
Eröffnung
Samstag, 12. Mai 2012, 17:00 Uhr
Es sprechen
Dr. Rupert Kubon, Oberbürgermeister
Dr. des. Ralf Gottschlich, Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen
Wendelin Renn, Städtische Galerie
Musik
Hannes Seidl, Frankfurt
Petit Morts
40 Trios für Trompete und Tuba, UA
Paul Hübner, Wiesbaden, Trompete
Max Murray, Berlin, Tuba
Öffnungszeiten
Di - So 10 - 17 Uhr
Montag geschlossen
Eintritt
Erwachsene 5,00 €
Gruppe (ab 20 Per-sonen) 3,00 €
Schüler, Studenten, Aus-zubildende, Senioren 2,00 €
Kinder bis 10 Jahre frei
Sponsoren
Biedermann-Motech GmbH & Co. KG
Sparkasse Schwarzwald-Baar
Kendrion Binder Magnete GmbH
Öffentliche Führungen
Donnerstag, 17. Mai 2012,
11 Uhr, mit Ursula Köhler, Kunsthistorikerin
Sonntag, 20. Mai 2012,
11 Uhr, mit Dr. Anja Rudolf, Kunsthistorikerin
Sonntag, 27. Mai 2012,
11 Uhr, mit Ursula Köhler, Kunsthistorikerin












