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Der Fuchs, ein Wildtier in der Stadt

05.09.2017


Der Fuchs ist und bleibt ein Wildtier, auch wenn er inzwischen mitten in der Stadt lebt, wie Dr. Kühn erläutert.

Dass der Fuchs ein schlaues Tier ist, ist allgemein bekannt und so ist es auch kein Wunder, dass er die Stadt schon länger für sich als optimalen Lebensraum entdeckt hat. Ohne große Mühe findet er hier geeignete Bauten, wie etwa Hohlräume unter Garagen und vor allem viel zu fressen: Essensreste auf Komposthaufen, Katzenfutter in Gärten und es gibt sogar Menschen, die ihn anfüttern. »Aber füttern ist dumm. Man sollte den Fuchs nicht auch noch einladen!» erklärt Dr. Tobias Kühn. Der Fuchs sei nun mal ein Wildtier und durch das Füttern verliere er die Scheu vor dem Menschen. Zudem ist das Füttern des Fuchses in vielen Städten verboten und kann mit einem Bußgeld belegt werden – auch in Villingen-Schwenningen.

In deutschen Städten leben zur Sommerzeit inzwischen etwa 30 Füchse pro Quadratkilometer, im Wald sind es nur zwei. Im Winter sinkt die Zahl der Stadtfüchse jedoch wieder auf unter zehn Tiere pro Quadratkilometer. Bis in die neunziger Jahre hinein gab es gar keine Stadtfüchse. Damals sorgte die Tollwut noch dafür, dass die Population niedrig blieb. Die Krankheit raffte regelmäßig bis zu 90 Prozent der Tiere dahin. Seitdem in Deutschland allerdings die Tollwut mithilfe von Impfungen so gut wie ausgerottet ist, stieg die Zahl der Füchse stark an.

Ein Fuchsweibchen, die Fähe, bringt pro Jahr zwischen vier und sechs Junge auf die Welt. »Ist der Nachwuchs alt genug, wird er verstoßen und muss sich ein eigenes Revier suchen», erläutert der Forstamtsleiter. »Irgendwann gab es dann so viele Füchse, dass sie in die Stadt gingen.»

Heute ist der Fuchs aus dem – vor allem nächtlichen – Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Allerdings spaltet er die Gemüter. Die eine Hälfte der Bürger freue sich über den Fuchs, die andere eben nicht, so Dr. Kühn weiter. Pro Jahr gebe es im Forstamt rund 100 Nachfragen von Bürgerinnen und Bürgern, die einen Fuchs auf ihrem Grundstück oder in der Nähe haben. Damit müssen sie allerdings leben. Der Fuchs darf in der Stadt nur mit großem bürokratischem Aufwand gejagt werden, ein Gutachten dafür kostet etwa 2.000 Euro – zu tragen hat das der Grundstückseigentümer. Den Fuchs fangen und im Wald aussetzten funktioniert allerdings nicht, ein ausgesiedelter der Fuchs macht sich sofort wieder auf den Weg zurück in die Stadt. So können Bürger lediglich versuchen, den Fuchs zu vergrämen: ist das Tier gerade nicht in seinem Bau, könne man diesen etwa mit Beton verschließen oder den Fuchs immer mal wieder mit dem Gartenschlauch nass spritzen, rät der städtische Forstamtsleiter. Dann suche das Tier sich irgendwann eine neue Bleibe. Dies ist allerdings während der Jungenaufzucht zwischen März und Juni nach dem Tierschutzgesetz verboten, denn dann dürfen die Tiere nicht gestört werden.

Gefährlich ist der Fuchs für den Menschen übrigens nicht. Er ist eigentlich ein scheues Tier. Bei Begegnungen sollte ihm aber immer ein Fluchtweg offen gelassen werden, dies gilt vor allem auch für Muttertiere mit Jungfüchsen. Und auch die Gefahr durch den Fuchsbandwurm, von dem etwa ein Drittel der Tiere befallen sind, lässt sich minimieren, indem etwa Haustiere regelmäßig entwurmt werden sowie Gemüse, Salat und Fallobst vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden.

Ein positiver Nebeneffekt des Stadtfuchses ist übrigens, dass er gerne Mäuse und Ratten frisst und sich dank ihm der Bestand dieser Schädlinge und potenziellen Krankheitsüberträger in Grenzen hält.

In freier Wildbahn werden Füchse meist höchstens drei Jahre alt. Wenngleich sie keine natürlichen Fressfeinde haben, werden viele von ihnen überfahren oder sterben an Krankheiten wie der Staupe oder der Räude. In Gefangenschaft können Füchse aber durchaus etwa zwölf Jahre alt werden.

Das städtische Forstamt hat eine Broschüre mit allen wichtigen Informationen zum Thema Fuchs in der Stadt herausgeben, diese findet sich hier.

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Nr. 13/2017 vom 08.08.2017
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