Villingen-Schwenningen

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Städtisches Forstamt wird als Beispielbetrieb ernannt

02.07.18 | Von: Referat des Oberbürgermeisters

Das Forstamt VS ist jüngst als Beispielbtrieb für klimastabile Mischwälder ernannt worden.

Das städtische Forstamt Villingen-Schwenningen wurde von der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) als Wald-Wild-Beispielbetrieb ernannt. Dem Forstamt VS und auch 13 anderen Forstbetrieben in Deutschland ist es mit geeigneten Jagdmethoden gelungen, eine Balance von Wald und Wild herzustellen, sodass wirtschaftlich klimastabile Mischwälder entstehen können, in denen Pflanzen nicht geschützt werden müssen. Forstamtsleiter Dr. Tobias Kühn und sein Stellvertreter, Roland Brauner, stehen mit ihrem ausgeprägten Wissen anderen Waldbesitzern gerne Rede und Antwort und erklären, wie der Wald darauf reagiert.

Der Stadtwald ist im Bereich Rietheim, Vorderer Neuhäuslewald, Pfaffenweiler und Tannheim Projektpartner des Biowildprojektes. Im Stadtwald sind an rund 20 Stellen kleine Zäune (10 x 10 m) aufgebaut. In diesen werden zweimal im Jahr sehr gründliche Vegetationsaufnahmen gemacht und mit Aufnahmen außerhalb der Zäune, die dem Forstamt VS nicht bekannt sind, sodass keine Manipulation möglich ist, verglichen. Durch den Vergleich innerhalb und außerhalb des Zaunes kann man die Auswirkung des wiederkäuenden, pflanzenfressenden Schalenwildes, in VS dem Rehwild, auf die Vegetation untersuchen.

Innerhalb des Projektes gibt es drei unterschiedliche Ausgangssituationen:

• An die Biotopkapazität angepasster Wildbestand – keine Änderung des Jagdregimes

• Die Biotopkapazität überfordernder Wildbestand – keine Änderung des Jagdregimes

• Die Biotopkapazität überfordernder Wildbestand – Änderung des Jagdregimes

In VS gibt es nur die ersten beiden Varianten, wobei die erste Variante, die klar überwiegende ist. Nach Auffassung der am Projekt beteiligten Wissenschaftler ist es dem Forstamt VS so hervorragend gelungen, dass ihm die Eigenschaft als Beispielbetrieb zuerkannt wurde. »Das freut uns natürlich sehr und bestätigt unsere Linie, in den Jagdbezirken, in denen wir durch die Regiejagd selbst Verantwortung tragen, das sind ungefähr 5.400 ha von 6.000 ha Stadtwaldfläche, gut unterwegs sind«, so Dr. Tobias Kühn. So kann das Forstamt VS wildverbissempfindlichen Baumarten, im Stadtwald in erster Linie die Weißtanne, aber auch Eiche und Bergahorn, natürlich verjüngen, ohne dafür aufwendige Zaunbauten oder Einzelschutzmaßnahmen durchführen zu müssen. Das Jagdkonzept VS, das 1954 begonnen und beständig ausgeweitet wurde, hat offenbar gegriffen. Derzeit sind in der Regiejagd außer den acht Forstbeamten 45 private Jäger mit Jagderlaubnisschein unterwegs, die gegen recht geringe Gebühr mithelfen, die waldbaulichen Zielsetzungen der Stadt Villingen-Schwenningen umzusetzen.

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