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Der Fuchs

...ein Wildtier im Siedlungsgebiet

  

Stadtfüchse 

In den letzten Jahren zieht es zunehmend die unterschiedlichsten Wildtiere auch in städtische Wohngebiete. Als echte Kulturfolger haben sich Füchse an den Menschen angepasst und "wohnen" im Siedlungsbereich. Die Hauptgründe für das häufigere Auftreten des Fuchses in den Städten sind das reichhaltige Nahrungsangebot unserer " Wegwerfgesellschaft", der fehlende Jagddruck sowie ein gewisses Zutrauen, das die Tiere zum Menschen dank ihrer schnellen Lernfähigkeit fassen konnten.

 

Der Fuchs, eine Gefahrenquelle für den Menschen?

Nachdem die Tiere die Stadt als Nische für sich entdeckt haben, sind sie mittlerweile in allen deutschen Städten zuhause. Füchse sind nicht aggressiv und greifen Menschen nicht an. Sie haben eine natürliche Scheu, halten in der Regel eine gewisse Fluchtdistanz ein und versuchen dem Menschen aus dem Weg zu gehen. Werden sie in die Enge getrieben, sind Attacken jedoch nicht gänzlich auszuschließen, - dies gilt besonders bei Muttertieren mit Jungfüchsen.

Nur halbzahme Füchse, die durch Fütterung an den Menschen gewöhnt wurden, und neugierige Jungfüchse, die den Menschen noch nicht kennen, trauen sich dichter an den Menschen heran. Bei Begegnungen mit einem Fuchs gilt daher: 

Ruhe bewahren und dem Tier einen Fluchtweg freilassen. Füchse sind Wildtiere und sollten es auch bleiben!

 

Tollwut/ Fuchsbandwurm 

Die Tollwut gilt durch landesweite Impfaktionen als erloschen. Der letzte bestätigte Tollwutfall trat in Deutschland im Jahr 2006 auf. Dennoch findet eine regelmäßige Untersuchung von verhaltensauffälligen Füchsen statt, um Tollwut als Todesursache auszuschließen. Die Gefahr einer Ansteckung ist daher unwahrscheinlich. Bei ungewöhnlicher Zutraulichkeit von Füchsen ist trotzdem immer eine gewisse Vorsicht geboten – informieren Sie in diesen Fällen das Kreisveterinäramt. 

Durch die erfolgreiche Bekämpfung der Tollwut ist eine andere Krankheit, der 'Fuchsbandwurm', etwas häufiger gewor­den. Das größte Infektionsrisiko sind Haus­tiere, die nicht regelmäßig entwurmt werden. Das Risiko einer Infizierung mit dem 'Fuchsbandwurm' lässt sich durch folgende Vorsichtsmaßnahmen minimie­ren:

  • Hunde und Katzen regelmäßig entwurmen
  • tote Füchse nicht anfassen
  • Gemüse, Salat, Pilze und Fallobst vor dem Verzehr gründlich waschen

  

Zuständigkeit und Abhilfe 

Die Sicherung von Grundstücken oder Gebäuden obliegt der Selbstverantwortung der Eigentümer und ist keine öffentliche Aufgabe. Eine behördliche Verantwortung zur Regulierung der Wildtierpopulationen besteht innerhalb des Siedlungsbereiches deshalb nicht.

Die Füchse sind wie jedes Tier, das dem Jagdrecht unterliegt 'herrenlos', d.h., sie gehören niemandem. Die natürlichen Feinde der Füchse wurden in Deutschland vor langer Zeit ausgerottet. Allerdings ist noch der Mensch zu nennen, der mit dem Auto oder bei der Jagdausübung die Fuchs­population beeinflusst. In sogenannten 'befriedeten Bezirken' wie beispielsweise Wohnsiedlungen, Grünanlagen, Friedhöfen oder Gärten ist die Jagdausübung mit Schusswaffen aus Sicherheitsgründen verboten. Dies wäre aber die einzig effiziente Bejagungsmethode, die Fallenjagd ist nicht geeignet. 

 

Fernhaltung von Grundstücken

Grundsätzlich ist es schwierig, den Fuchs von Grundstücken fernzuhalten, da die Tiere Absperrungen überklettern oder sich unterhalb der Zäune durchzwängen oder -graben können. Trotzdem helfen bereits einfache Maßnahmen: 

  • alle in Frage kommenden Nahrungsquellen (wie z.B. Hunde- oder Katzenfutter, Vogelfutter, Essensreste) nicht außerhalb des Hauses offen stehen lassen
  • Mülltonnen geschlossen und sauber halten, geschlossenen Kompostbehälter im Garten aufstellen
  • Schuhe und leicht zu transportierende Gegenstände wegräumen (Spieltrieb)
  • mögliche Unterschlupfmöglichkeiten unzugänglich machen
  • kreative Vergrämung durch Störung:  z.B. Radio mit textreichen Sendungen in maßvoller Lautstärke (aber bitte ohne 'Ruhestörung'), Wasser spritzen, Duftzäune (z.B. Petroleumgeruch oder chemische Mittel). Wichtig ist: Es darf kein Gewöhnungseffekt eintreten.
  • Haustiere (Hasen/ Mehrschweinchen) in sicheren Käfigen aufbewahren
  • Gartenbeete durch Netze oder Drahtumrandungen schützen
  • Entfernung des Fuchskotes in die Mülltonne (nicht auf Kompost)
  • Die Fütterung von Füchsen ist durch Polizeiverordnung der Stadt Villingen-Schwenningen verboten!

Sollte eine Fuchsfamilie bereits im Garten wohnen, müssen während der Jungenaufzucht von März bis Juni Störungen (Tierschutzgesetz!) unterlassen werden.

Ein Fangen von Füchsen mit Fallen ist aufgrund der Beifänge (Katzen!) problematisch und überdies aufgrund der Intelligenz der Füchse nur selten von Erfolg gekrönt. Außerdem würde das freigewordene Gebiet rasch durch neue Füchse besetzt.

 

Fazit 

Der Fuchs ist aus dem Siedlungsbereich nicht mehr wegzudenken. Durch umsichtiges Verhalten ist ein Neben- und Miteinander von Tier und Mensch möglich.

 

Wichtige Adressen 

Ansprechpartner für Wildtiere im städtischen Siedlungsbereich sind: 

  • Kreisjagdamt Wildtierbeauftragter Tel. 07721 913-5200
  • Städtisches Forstamt Villingen-Schwenningen, Tel. 07721 82-1501
  • Bürgeramt Villingen-Schwenningen, Tel. 07721 82-1433
  • Kreisveterinäramt Tel.  07721 913-5050

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