Villingen-Schwenningen

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Gewässerentwicklung

Fischaufstieg
Fischaufstieg

Ziele der Gewässerentwicklung sind die Erhaltung naturnaher Gewässerbereiche, einschließlich der Auen, die Entwicklung naturnaher Gewässerbereiche, z. B. durch den Rückbau massiv verbauter Bereiche sowie die Umgestaltung ausgebauter/verdolter Fließgewässer durch einen naturnahen Gewässerausbau, z. B. die Wiederherstellung des Neckars im Stadtbezirk Schwenningen oder die naturnahe Wiederherstellung der Brigachböschung im Stadtbezirk Villingen. Die Gewässerentwicklung umfasst sowohl Maßnahmen der Gewässerunterhaltung als auch des Gewässerausbaus. Um diesen Zielen gerecht zu werden, hat das Stadtbauamt u.a. im Jahre 2006 einen Gewässerentwicklungsplan (GEP) für sämtliche Gewässer im Stadtbezirk Villingen erstellen lassen. 


Wiederherstellung des Neckars

In den 1960er Jahren wurde der Neckar nach jahrzehntelanger Nutzung als offener Abwasserkanal auf einer Länge von 3,5 km bis zur Stadtgrenze vollständig verdolt, also unter die Erde in ein Kanalbauwerk verlegt. Abwasser und Flusswasser liefen zusammen durch das Kanalbauwerk. Das Kanalbauwerk 'Neckardole' wurde innerhalb des Stadtgebietes direkt in das ehemalige Bachbett hineingebaut. Mit dem bis zu 4 m breiten und zum Teil über 3 m hohen Betonkanal war die Stadt scheinbar in der Lage, das gesamte Abwasser der Haushalte und der Industrie zusammen mit dem sauberen Wasser der Quellen und Bäche 'bequem' abzuleiten.
Durch die zunehmende Versiegelung und die verstärkten Regenereignisse reichte jedoch später die Neckardole nicht mehr zur Aufnahme der gesamten Wassermassen aus. Ab dem Jahr 2002 wurde das Gewässer Schritt für Schritt wieder sichtbar und naturnah hergestellt. Eine wichtige Stadtentwicklungsachse, eine ökologische Wiedergutmachung in der Quellstadt und eine entscheidende Hochwasserschutzmaßnahme ist entstanden.
Leider lag die Neckardole wie auch bebaute Grundstücke bei der Wiederherstellung des Neckars an vielen Stellen erschwerend im Weg, so dass eine genaue Rekonstruktion des ursprünglichen Neckarbettes nicht mehr möglich war.
Unter Federführung des damaligen Grünflächen- und Umweltamtes der Stadt Villingen-Schwenningen wurde in Zusammenarbeit mit weiteren Ämtern, Behörden und Verbänden ein Gesamtkonzept zur Wiederherstellung des Neckars erstellt.
Die Gesamtkosten der Maßnahme beliefen sich auf ca. 10 Mio. Euro. Das Projekt wurde vom Land Baden-Württemberg u.a. über die Förderprojekte IKoNE ('Integrierende Konzeption Neckar-Einzugsgebiet') sowie die Initiative 'Unser Neckar' unterstützt.
Der hydrologische Ursprung des Neckars befindet sich im Süden Schwenningens im Naturschutzgebiet 'Schwenninger Moos'. Die historisch durch Herzog Ludwig von Württemberg festgelegte Neckarquelle befindet sich im Schwenninger Stadtpark 'Möglingshöhe'.


Fischaufstieg/'Brigach-Fischlehrpfad'

Einige aus dem GEP resultierende Entwicklungsmaßnahmen wurden vom Amt für Wasserwirtschaft und Breitband schon durch den Umbau von Wanderhindernissen bzw. Querbauwerken in der Brigach zu 'rauhen Rampen und Fischaufstiege' umgesetzt. Darüber hinaus wurde die Brigach anhand von Stufen und Sitzsteinen auf einer Länge von ca. 5 km im Stadtgebiet von Villingen wieder erlebbar gestaltet. In diesem Zusammenhang wurde im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit der Anglergesellschaft Villingen auch der Brigach-Fischlehrpfad ins Leben gerufen. Näheres dazu kann man im Informationsflyer erfahren. Weitere Maßnahmen, auch die in den Nebengewässern, sollen sukzessive in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Unter Berücksichtigung vorheriger Ziele setzen wir uns auch im Rahmen von Bebauungsplänen und Bauvorhaben für den nachhaltigen Schutz der Gewässer einschließlich der Uferrandbereiche ein.

Informationsflyer 'Brigach-Fischlehrpfad' (652KB)

 

Lebendige Gewässer bieten vielfältige Lebensräume

Vorderer See im Stadtbezirk Schwenningen
Vorderer See im Stadtbezirk Schwenningen

Lebendige Gewässer bieten unseren Bürgern vielfältige Lebensräume und lassen sich nur durch eine ökologische Fachplanung auf der Grundlage einfühlsamer Landschaftsplanung schaffen oder erhalten. Unter dem Ansatz einer nachhaltigen Landschafts- und Stadtentwicklung muss sichergestellt werden, dass Gewässer offen und wahrnehmbar in einer dynamischen Wechselwirkung mit der Umgebung entstehen und erhalten werden können.

Für unsere Stadt bedeutet Gewässerentwicklung folglich:

  • Erhalt der besonderen Landschaftsstruktur zwischen Schwarzwald und Alb
  • Schaffung von Identität für Stadtteile, Ortschaften und Wohngebiete
  • Prägen einer dauerhaften Stadtstruktur
  • Freiraum- und Erholungsplanung
  • Sicherung des Lebensraumes
  • Umweltschutz

Europäische Wasserscheide

Die Europäische Wasserscheide verläuft zwischen den beiden Stadtbezirken Villingen und Schwenningen. Die Baden-Württemberg-Stadt Villlingen Schwenningen wird von den beiden großen europäischen Gewässersystemen Donau - Brigach bzw. Rhein - Neckar nachhaltig geprägt. Der Stadtbezirk Villingen wird von der Brigach, einem der Donauquellflüsse, durchflossen, der 'Landesfluss' Neckar entspringt im Stadtbezirk Schwenningen. Aus diesen besonderen hydrologischen Verhältnissen resultieren eine Vielzahl von interessanten Aufgaben und Anforderungen an die kommunale Gewässerentwicklung.

Oberstes Ziel der kommunalen Gewässerentwicklung in Villingen Schwenningen ist es, aus den historischen oder noch vorhandenen Strukturen wieder hochwertige und funktionsfähige Gewässersysteme zu entwickeln, die den gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen genügen.

Hochwasserschutz

Die überwiegend technische Betrachtung bei der Bewältigung der Hochwasserrückhaltung und des Abflusses in der Vergangenheit hat zu der in den letzten Jahren ablesbaren Hochwasserschäden erheblich beigetragen (siehe u. a. Hochwasser am Deutenberg im Juni 2003). Deshalb wird auch in der neuen EU Wasserrahmenrichtlinie, die auch in unserer Stadt zukünftig zur Umsetzung kommen muss, angemahnt, die Gewässer wieder in einen naturnahen Gewässerzustand mit vielen offenen Retentionsflächen (Teiche, Seen, etc.) zurückzuführen.

Hier konnte die Stadtverwaltung in der Vergangenheit richtungsweisende Beiträge leisten, z. B. bei der Neckarwiederherstellung, und wesentliche Anstöße zur getrennten Entwässerung (Schmutz- und Oberflächenwasser) in Baugebieten (z. B. Schilterhäusle, Neuer Markt, Melben-Marbach) geben. Zur Gewässerentwicklung gehört aber auch die naturnahe Gewässerunterhaltung (Gewässer- und Gehölzpflege).

Das eigentliche Gewässerbett bedarf im Regelfall nach der Fertigstellung keiner weiteren Unterhaltung. Anders sieht dies aber bei den Grünmaßnahmen am Gewässer aus. Die bedürfen zuerst einer Fertigstellungs-, dann einer Entwicklungspflege und später einer ständigen Unterhaltungspflege. Daraus ergeben sich Fragen, die nur mit der Kompetenz des Fachamtes beantwortet werden können.

Kontakt

Amt für Wasserwirtschaft und Breitband
Abteilung Wasserwirtschaft

Marktplatz 1
78054 Villingen-Schwenningen

Ansprechpartner:

Alexander Meister
Telefon 07720 / 82-2751
Telefax 07720 / 82-2669
E-Mail: wb@villingen-schwenningen.de

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