Villingen-Schwenningen

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Altlasten und Flächenrecycling

Rückbau belasteter Gebäude
Rückbau belasteter Gebäude

Das Tätigkeitsfeld Altlasten gliedert sich in die Bereiche 'kommunale Altlasten' und 'nicht kommunale Altlasten'. Getreu dem Motto 'Wir schaffen Stadtraumqualität' werden dabei insbesondere die Auswirkungen auf die Schutzgüter Mensch, Boden, Wasser, Luft sowie Tiere und Pflanzen betrachtet.



Das Grünflächen- und Tiefbauamt kümmert sich im Bereich der 'kommunalen Altlasten' um ca. 60 städtische Altstandorte oder Altablagerungen. In diesem Zusammenhang werden anhand eines systematischen Stufensystems und auf Grundlage der rechtlichen Gesetzgebung - insbesondere des Bundesbodenschutzgesetztes (BBodSchG), der Bundesbodenschutz- und Altastenverordnung (BBodSchV) sowie des Wasserhaushaltsgesetztes (WHG) -  überwiegend die Böden und das Grundwasser erfasst, untersucht, bewertet und saniert.


Sanierungsuntersuchung

Nach der Historischen Untersuchung werden je nach Erfordernis stufenweise zunächst über eine Orientierende Untersuchung und anschließender Detailuntersuchung die Sanierungsnotwendigkeit und deren Umfang und Parameter festgestellt. In der Sanierungsuntersuchung werden nun für den konkreten Sanierungsfall verschiedene Varianten untersucht und bewertet. Als Empfehlung hieraus wird dann das anzuwendende Sanierungsverfahren im Rahmen eines Sanierungsplanes umgesetzt und zuvor von der Fachbehörde genehmigt.

Flächenrecycling

Luftbild Flächenrecycling
Luftbild Flächenrecycling

Oftmals erfolgt eine Boden – oder Grundwassersanierung auch im Rahmen von übergeordneten städtebaulichen Projekten. Als Beispiel wurde im Bereich der Landesgartenschau 2010 im Stadtbezirk Schwenningen, unter fachlicher Maßgabe des Stadtbauamtes und in Zusammenarbeit mit der Landesgartenschau GmbH sowie der Deutschen Bahn AG, die Boden- sowie Grundwasserverunreinigungen eines ehemaligen Bahnareals mit vielfältigen ehemaligen Industriestandorten großräumig saniert.

Ebenso wurde ein an das Landesgartenschaugelände angrenzendes Grundstück, auf dem sich eine ehemalige Uhrenfabrik befand, in Bezug auf Boden- sowie Grundwasserverunreinigungen saniert bzw. befindet sich aktuell noch in der Sanierung. Das Stadtbauamt hatte neben der Projektsteuerung für die Reaktivierung des ehemaligen Industriestandortes auch die eigenständige Verantwortung sämtlicher Abbruch- und Sanierungsarbeitenarbeiten einschl. des Entsorgungskonzeptes aller Abfälle und Abbruchmaterialien.

Innovatives Sanierungsverfahren

Bodenprofil
Bodenprofil

Ein weiteres aktuelles städtisches Projekt ist die  Altlastensanierung 'ehemaliger Verbrennungsplatz Biswurm' in Villingen. Hier wurde im Rahmen eines Pilotprojektes mit der Universität Stuttgart ein in Baden-Württemberg im geklüfteten Festgestein noch nie angewandetes Verfahren zur Sanierung von Bodenverunreinigungen erforscht. Bei diesem thermischen In-situ-Verfahren (vor Ort-Verfahren) können die in den Klüften des Festgesteins vorliegenden Schadstoffe mittels Dampf-Luft-Injektion ausgetrieben (verdampft) werden. Durch Erwärmung des Festgesteins während der Ausbreitung des Dampfes in den Klüften, kann im Gestein imprägnierter Schadstoff gelöst und verdampft werden. Die ausgetragenen Schadstoffe werden über die Bodenluftabsaugung abgesaugt und gereinigt. Das Forschungsprojekt konnte erfolgreich abgeschlossen werden, so dass als Ergebnis eine Sanierung mittels Dampf-Luft-Injektion an diesem und vergleichbaren Standorten möglich ist.

Im Gegensatz zu der herkömmlichen Methode der Grundwassersicherung, welche bei diesem Standort auf Minimum 40 Jahre angesetzt wurde, kann diese Sanierung in ca. 4 Jahren durchgeführt werden. Diese neue Sanierungsmethode erspart der Stadt somit nicht nur viel Zeit, sondern auf die Gesamtkosten der Sanierung gesehen, auch viel Geld. Das Ziel einer Sanierung des Grundwassers, nämlich der Schutz des Grundwassers, rückt hier, dank neuer Technologien, in greifbare Nähe.

Altlasten und Bauleitplanung

Auch bei nichtkommunalen Altlasten beraten wir private Grundstückseigentümer/-innen oder Investoren hinsichtlich altlastenverdächtiger Flächen sehr gerne. Darüber hinaus zeichnen wir uns bei diesem Thema auch für die fachlichen Stellungnahmen im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung oder bei Bauanträgen verantwortlich. 

Kontakt

Grünflächen- und Tiefbauamt
Abteilung Altlasten

Marktplatz 1
78054 Villingen-Schwenningen

Ansprechpartner:

Bernd Lidola
Telefon 07720 / 82-2672
Telefax 07720 / 82-2647
E-Mail: GuT@villingen-schwenningen.de

Agnes Hewelt
Telefon 07720 / 82-2687
Telefax 07720 / 82-2647
E-Mail: GuT@villingen-schwenningen.de

 

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