Der Verlorene

Donnerstag, 03.02.2022

19:30 Uhr

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Der Verlorene-1

Deutschland in der Nachkriegszeit: Die Wirtschaft boomt, die NS- Diktatur wird fleißig verdrängt. So auch in dieser 1945 aus dem Osten geflüchteten Familie. Eine Fotografie ist alles, was die Eltern von ihrem erstgeborenen und auf der Flucht verhungerten Sohn Arnold noch haben. Der Zweitgeborene wächst in einer von Schuld und Scham erfüllten Atmosphäre auf und der Schatten des Abwesenden wird noch größer, als der jüngere Bruder die wahre Geschichte erfährt: Arnold ist nicht tot, sondern auf der Flucht verlorengegangen. Während sich Vater und Mutter hoffnungsvoll auf die Suche nach dem verlorenen Sohn machen, sieht sich der jüngere vom möglichen Auftauchen des älteren Bruders zunehmend bedroht.

In einer Mischung aus Aberwitz, Groteske und Familiendrama zeichnet Hans-Ulrich Treichel in seinem autobiographischen Roman "Der Verlorene" ein dichtes Panorama der jungen Bundesrepublik Deutschland, in der noch immer nationalsozialistische Elemente weiterbrodeln. Im Januar 1945 flohen seine Eltern zusammen mit ihrem damals sechzehn Monate alten erstgeborenen Sohn Günther vor den Truppen der Roten Armee aus den deutschen Ostgebieten. Nur durch einen glücklichen Zufall konnten sie auf dem Weg den sowjetischen Soldaten entkommen, verloren dabei aber ihren Sohn. Treichel wurde 1952 in Versmold geboren. In seiner Familie wurde nicht über den Krieg gesprochen. Erst in den 1990er-Jahren erfuhr er von seinem Bruder, den die Eltern jahrelang vergebens gesucht hatten.

Regisseur Carsten Ramm und Dramaturgin Petra Jenni haben Treichels Roman für die Bühne bearbeitet. Das eindringliche Monologstück wird von Thilo Langer gespielt, der im Sommer 2020 sein Schauspielstudium an der Kunstuniversität Graz abgeschlossen hat und seit dieser Spielzeit festes Ensemblemitglied an der Badischen Landesbühne ist.

»Thilo Langer gelang es eindrücklich, den Ich-Erzähler, Bruder und das Drama einer ganzen Familie so zu verkörpern, dass die Höhepunkte in der als Monolog gehaltenen Familiengeschichte mit Witz und Ironie wohltuend den Nerv der Zuschauer trafen.«
Badische Neueste Nachrichten

Monologstück
nach dem Roman von Hans-Ulrich Treichel

Mit Thilo Langer

Inszenierung und Bühnenbild: Carsten Ramm
Dramaturgie: Petra Jenni
Kostüm: Kerstin Oelker

BLB - Die Badische Landesbühne Bruchsal

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