OB und 35 Gemeinderäte setzen ein Zeichen für Solidarität und Verantwortung

Rathaus Villingen
Rathaus Villingen

Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger der Stadt Villingen-Schwenningen,

seit dem Frühjahr 2020 stellt die Corona-Krise unsere Gesellschaft vor massive Herausforderungen. Kontaktbeschränkungen, Existenzsorgen und Ansteckungsangst belasten viele Menschen in unserer Stadt und Region.

Der Schwarzwald-Baar-Kreis zählt landesweit zu den Landkreisen mit der höchsten 7-Tage-Inzidenz. Unser Klinikum ist am Limit, die Belastung für Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonal ist dramatisch. Die erneuten Einschränkungen bringen viele Gewerbetreibende und Kulturschaffende an den Rand des Machbaren und schränken alle Bürgerinnen und Bürger im privaten Leben stark ein. Wir haben Verständnis dafür, dass dies für Unmut sorgt und manchen an ihre bzw. seine Grenzen bringt.

Wir sind froh und dankbar, dass sich die überwältigende Mehrheit der Menschen in unserer Stadt und Region solidarisch verhält und die temporären Schutzmaßnahmen mitträgt, um das Corona-Virus einzudämmen und größeren Schaden abzuwenden.

Leider verhalten sich nicht alle Bürgerinnen und Bürger derzeit im Sinne des Gemeinschaftswohls. Mit zunehmendem Unverständnis und Sorge beobachten wir die sogenannten Montagsspaziergänge in unserer Stadt, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegen eine Impfpflicht und gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung protestieren - und diese Schutzmaßnahmen teilweise ganz bewusst missachten. Es kommen hunderte Menschen zusammen, die zum Großteil Regeln wie Mindestabstände und Maskenpflicht ignorieren und damit zu steigenden Infektionszahlen und der Überlastung unseres Klinikums und Gesundheitssystems beitragen. Diese Zusammenkünfte werden nicht als Demonstrationen angemeldet, stellen aber eindeutig solche dar. Impfungen werden abgelehnt, die persönliche Freiheit wird über alles gestellt. Bedenklich ist, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser „Spaziergänge“ sich nicht von rechter Propaganda distanzieren. Die Montagsspaziergänge befeuern die derzeitige Krise weiter. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen fordern Grundrechte ein und halten sich selber nicht an Regeln.

Wir appellieren eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger: Entscheiden Sie sich gegen eine Teilnahme an diesen „Spaziergängen“ und für Werte wie Solidarität, Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein. Wir alle sind gefordert, für unsere Demokratie und die Einhaltung demokratisch verfasster Regeln einzustehen. Denn nur miteinander, als Gesellschaft, die zusammensteht, werden wir die Pandemie überwinden. 

Jürgen Roth, Veronique Ballof, Frank Banse, Helga Baur, Friedrich Bettecken, Frank Bonath, Elif Cangür, Julia Decke, Steffen Ettwein, Andreas Flöß, Gudrun Furtwängler, Dirk Gläschig, Oskar Hahn, Ulrike Heggen, Siegfried Heinzmann, Katharina Hirt, Matthias Hoppe, Constanze Kaiser, Diana Kern-Epple, Dr. Marcel Klinge, Tobias Kratt, Cornelia Kunkis, Bernd Lohmiller, Klaus Martin, Ulrike Merkle, Dr. Kathrin Piazolo, Michael Rothfelder, Dr. Ulrike Salat, Dirk Sautter, Birgitta Schäfer, Edgar Schurr, Nicola Schurr, Sybille Seemann, Hans-Joachim von Mirbach, Dietmar Wildi, Wolfgang Zimmermann

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