Villingen-Schwenningen

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Informationen

Worum geht es?

Der § 72a SGB VIII regelt den Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen in der Kinder und Jugendhilfe, wozu auch die Kinder- und Jugendarbeit der Verbände, Vereine, Kommunen etc. gehört.

Die Jugendämter sollen nun auch mit den Vereinen und Verbänden (den Trägern der Jugendarbeit) Sicherstellungsvereinbarungen schließen, in denen u.a. die Vorlage von erweiterten Führungszeugnissen von Jugendleitern im Verein geregelt wird.

Die Vereine müssen diese Vereinbarung nicht schließen, die Stadt hofft jedoch auf eine hohe Kooperation im Sinne des Jugendschutzes. Die Vereinbarung und vor allem die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses dienen dabei auch der Absicherung der Jugendleiter selbst und können für den Verein/Verband eine Qualitätssteigerung bedeuten.

In der Sicherstellungsvereinbarung verpflichten sich die Träger der Jugendarbeit Schutzkonzepte zu entwickeln und umzusetzen und sich in bestimmten Fällen ein erweitertes Führungszeugnis von Jugendleitern vorlegen zu lassen.

Die Vereinbarung ist unterschrieben, in einfacher Ausführung an das Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport, zurückzusenden; eine Ausfertigung ist für Ihre Unterlagen bestimmt.

Warum ist das Thema für Vereine und Verbände so wichtig: 

1. Die Vereine und Verbände haben Verantwortung für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen. 

2. Der Gesetzgeber gibt den Vereinen/Verbänden den ausdrücklichen Auftrag sich mit dem Thema Kinderschutz zu beschäftigen (§ 72a SGB VIII)

3. Der Verein sichert sich ab und fördert seine eigene Entwicklung. Gute Präventionsarbeit wird honoriert durch das Vertrauen der Eltern mit gutem Gewissen die Kinder betreut zu wissen.

4. Die Einsicht in Führungszeugnisse oder Selbstverpflichtungserklärungen sind kein Misstrauen gegenüber ehrenamtlichen Jugendleiter/Trainern, sondern eine allgemeine Risikoabsicherung.

5. Ziel ist es, in jedem Verein/Verband ein Kinderschutzkonzept zu erarbeiten und zu beschließen, damit dieses für das Vereinsleben bindend ist.

Wer sollte das Führungszeugnis vorlegen?

Ein erweitertes Führungszeugnis ist dann vorzulegen, wenn die Jugendleiter in einem direkten Kontakt zu Kindern und Jugendlichen stehen, d. h. Minderjährige beaufsichtigen, betreuen, erziehen bzw. ausbilden oder vergleichbaren Kontakt zu diesen haben. Zudem muss dieser Kontakt 'aufgrund von Art, Intensität und Dauer' geeignet sein, dass zwischen den jeweiligen Schutzbefohlenen und den jeweiligen Mitarbeitenden ein besonderes Vertrauensverhältnis aufgebaut werden kann (z.B. bei Einzelbetreuung oder Übernachtungen). Die darüber hinausgehenden Empfehlungen können dem Prüfschema (Datei) entnommen werden.

Welche Aufgaben hat der Verein und wie ist das Verfahren?

Jeder Jugendleiter muss auf Aufforderung durch den Verein/Verband selbst das erweiterte Führungszeugnis bei der Gemeinde (Bürgeramt) beantragen – ein Musterantrag liegt zum Download bereit, der zugleich den Gebührenbefreiungsantrag beinhaltet.

Der Verein ist dafür zuständig, wie die Einsichtnahme organisiert und dokumentiert wird (Erklärungen hierzu auch im Gesetzestext und der Sicherstellungsvereinbarung). Die Einsichtnahme in ein Führungszeugnis ist eine sehr private Angelegenheit und es ist wichtig, die Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten. Nach der Einsichtnahme bleibt das Führungszeugnis bei den Jugendleitern, es darf nicht älter als drei Monate sein und die Vorlage muss alle fünf Jahre wiederholt werden. Die Daten müssen vor der Einsichtnahme von Unbefugten gesichert sein und nach Ende der Tätigkeit der Jugendleiter vernichtet werden. In der Organisation der Einsichtnahme sollte möglichst ein Ablauf gewählt werden, in dem nur eine sehr vertrauenswürdige und verschwiegene Person diese Einsichtnahme vornimmt, die möglichst auch nicht in einem direkten Verhältnis zu den Jugendleitern steht. Damit ist die Privatsphäre am besten gewährt.

Über die Einsichtnahme kann den Jugendleitern nach der Einsichtnahme eine formlose Bescheinigung ausgestellt werden, wann die Einsichtnahme erfolgt ist und dass keine einschlägigen Einträge vorhanden sind.

Kann beispielsweise bei ausländischen Jugendleitern kein erweitertes Führungszeugnis beantragt werden, ist eine Selbstverpflichtung zu unterzeichnen.

Was gehört zu einem Schutzkonzept?

Die Vorlage von erweiterten Führungszeugnissen kann nur ein Teil eines umfassenden Präventions- und Schutzkonzeptes des Trägers sein. Für einen effektiven Kinder- und Jugendschutz ist es unerlässlich, dass eine gemeinsam getragene Organisationskultur mit regelhaften Strukturen und Vorgehensweisen entwickelt wird.

Ein allgemeingültiges Schutzkonzept kann es nicht geben -  jeder Verein braucht die für ihn richtige Strategie. Zusätzlich zur Vorlage von erweiterten Führungszeugnissen muss ein Schutzkonzept noch folgende Punkte beinhalten:

  • Ehrenkodex/Selbstverpflichtungserklärung: Jeder Engagierte soll eine Selbstverpflichtung zur Einhaltung des Ehrenkodexes zum Schutz vor und Intervention bei sexualisierter Gewalt unterschreiben (Muster Selbstverpflichtungserklärung)
  • konkrete Verhaltensregeln, insbesondere in sensiblen Bereichen wie beim Duschen, Umziehen oder Übernachten. Diese sollten für Kinder und Eltern z. B. in den Treffräumen sichtbar sein. (Muster: DFB Muster Verhaltensregeln für Trainer und Betreuer; DFB Merkblatt zu Regeln für Ferienfreizeiten und Trainingslager)
  • Notfallplan/Beschwerdemanagement: Es muss transparent sein, wie und bei wem sich Kinder und Jugendliche beschweren können, wenn sie sich einer unangenehmen Situation ausgesetzt sehen. Die Jugendleiter müssen wissen, wie sie im Falle eines Verdachts oder Vorfalls handeln müssen. (Muster DFB Merkblatt Interventionsrichtlinien)
  • Qualifizierung/Sensibilisierung der Engagierten: die Engagierten sollten sich mit grundlegenden Fragen vertraut machen, wie Missbrauch geplant wird, warum er so schwer zu erkennen ist, wie sie helfen können.

Beispiele für Präventions- und Schutzkonzepte

Arbeitshilfe zur Erstellung von Präventions- und Schutzkonzepten (wsj)

Zu diesem Thema gibt es zahlreiche Informationen und Arbeitshilfen von Dachverbänden.

Schwimmen hier

Württembergischer Landessportbund hier

Badischer Fußballverband e.V. hier 

Schulung: Präventionskonzept

Die nächste Schulung zur Umsetzung eines Schutzkonzeptes nach §72a SGB VIII findet am

7. Februar von 18 bis 21.30 Uhr im großen Sitzungssaal, Landratsamt, Am Hoptbühl 2 statt. Anmeldeschluss: 31.01.2019. Anmeldung über Sylvia Herrmann (Kreisjugendamt), 07721/913-7132 oder per E-Mail s.herrmann@lrasbk.de.

Die Multiplikatoren der Verbände und Vereine sind herzlich eingeladen (max. zwei Personen pro Träger). Die Kosten werden vom Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport der Stadt Villingen-Schwenningen und vom Kreisjugendamt übernommen.

Hinweis: Auch Vereine und Verbände, die die Sicherstellungsvereinbarung noch nicht geschlossen haben, können an der Schulung teilnehmen!

Die Inhalte der Schulung können hier eingesehen werden.

Kontakt

Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport
Abteilung Jugendarbeit, Sport und Integration
Bürgerschaftliches Engagement

Rietstraße 8
78050 Villingen-Schwenningen
Telefon 07721 / 82-2157
Telefax 07721 / 82-1357
E-Mail: anna.stier@villingen-schwenningen.de 

Ansprechpartnerin:
Anna Stier

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