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Große Freude über Qualifizierungs-Zertifikate

06.06.2019


Strahlende Gesichter an der VHS. Martina Bruhn und Heike Gressenbuch (vorne) freuen sich mit den zukünftigen Tagesmüttern und -vätern.

Nachwuchs für die Betreuung von Kindern im Rahmen der Kindertagesbetreuung steht schon in den Startlöchern: Mit einem üppigem Frühstück haben elf Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer in der Volkshochschule heute ihren Qualifizierungskurs zur Erlangung der Pflegeerlaubnis beendet und den Abschluss gefeiert. Damit nehmen die Kursteilnehmer, die sich in 160 Unterrichtseinheiten und einer Dauer von etwa 3,5 Monaten mit einer Vielzahl an Themen zur Kindertagesbetreuung fortgebildet haben, einen riesigen Meilenstein. Denn nur ein Abschlussgespräch mit der Fachabteilung Kindertagesbetreuung im Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport trennt sie nun noch von der amtlichen Pflegeerlaubnis. Sobald die Absolventen diese Erlaubnis erteilt bekommen haben, dürfen sie bis zu fünf Kinder in entweder eigenen Räumen zuhause oder in eigens dafür angemieteten Räumlichkeiten betreuen.

Die Kindertagesbetreuung ist für die Stadt ein wichtiger Baustein im Bereich der Kinderbetreuung. Gerade in Zeiten, in denen Fachkräfte für den pädagogischen Bereich rar sind, setzt die Stadt verstärkt darauf, geeignete Personen in Eigenregie als Tagesmutter oder Tagesvater zu qualifizieren. Abteilungsübergreifend wurde für die zwei Mal jährlich stattfindenden Qualifizierungskurse die Volkshochschule ins Boot geholt, die damit insgesamt etwa 30 Tagespflegepersonen für den Kurszeitraum täglich vormittags schult. »Es handelt sich in der Regel um Gruppen mit rund 15 Personen. So können wir gewährleisten, dass sich die Dozenten sehr intensiv mit den Teilnehmern auf die kommenden Aufgaben vorbereiten können«, berichtet Martina Bruhn von der Fachabteilung Kindertagesbetreuung. Die Ausbildungsthemen, die gemeinsam von Martina Bruhn und VHS-Sachgebietsleiterin Heike Gressenbuch in einem Curriculum erarbeitet wurden, drehen sich um ein breites Spektrum. Angefangen bei fachlichen Themen rund um den Umgang mit Kindern und den Eltern bis hin zu rechtlichen Aspekten, die für die zukünftigen Tagespflegepersonen und deren Selbstständigkeit von Wichtigkeit sind. »Auch sehr praktische Inhalte sind integriert, zum Beispiel wird auch ein Angebot zum Thema gesunde Ernährung geboten. Oder es steht eine Exkursion in die Stadtbibliothek an, sodass die Teilnehmer die Angebote auch für ihre Zwecke nutzen können. Und wer den Bedarf verspürt, bei einer erfahrenen Tagesmutter oder Tagesvater hineinzuschnuppern, kann dort auch hospitieren«, erklärt Gressenbuch.

Um Kinder betreuen zu dürfen, bedarf es grundsätzlicher Voraussetzungen: Neben formalen Dokumenten, wie zum Beispiel ein polizeiliches Führungszeugnis, zählen vor allem das Interesse an der Arbeit mit Kindern, Empathie, Zuverlässigkeit, gute Sprachfähigkeiten (Deutsch mindestens auf dem Niveau B2) und einige mehr. Um eine hohe Qualität in der Kindertagesbetreuung zu gewährleisten, nehmen die Experten vom Fachamt die Aspiranten genau unter die Lupe. Mit Gesprächen vor und während der Qualifizierungsmaßnahme sowie einem Hausbesuch möchten die verantwortlichen städtischen Mitarbeiter die Teilnehmer möglichst gut kennen lernen, um beurteilen zu können, ob die Eignung zur Tagespflegeperson vorliegt. Den Theorie-Teil schließen die Damen und Herren mit einer mündlichen Prüfung, die auch eine Konzeptionserstellung beinhaltet und einer schriftlichen Prüfung ab. Dann folgt noch ein Abschlussgespräch bevor über die Pflegeerlaubnis beschieden wird. »In der Regel starten dann die Teilnehmer direkt in der Kindertagespflege durch. Es ist nicht selten der Fall, dass die Absolventen schon vor Erlangung der Erlaubnis Anfragen von Eltern haben und somit eine gewisse Sicherheit zu Beginn der Selbstständigkeit bekommen«, berichtet Bruhn. »Tagesmütter und Tagesväter werden immer stärker gefragt. Und auch für mittelständische Unternehmen könnten diese Fachkräfte sehr interessant sein. Denn es wäre durchaus denkbar, dass auch Unternehmen sich in diesem Bereich engagieren und zum Beispiel für die Kinder ihrer Mitarbeiter Plätze bei einer Tagesmutter oder -vater sichern. Oder gar selbst Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, um die Kinderbetreuung im Unternehmen selbst sicher zu stellen. Eine Art Betriebskita im kleinen Stil«, so Martina Brühn über eine mögliche Zukunftsidee.

»Die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zwischen VHS und dem Fachbereich Kindertagesbetreuung ist ein Erfolgsmodell«, freut sich auch VHS-Leiterin Ina Schweizer. Der nächste Infoabend für interessierte Frauen und Männer steht schon fest: Am Dienstag, 16. Juli, von 19 bis 20 Uhr, informiert Martina Bruhn im großen Sitzungssaal in der Justinus-Kerner-Straße 7 im Stbz. Villingen zur Qualifizierungsmaßnahme. Der nächste Kurs startet ab 16. September und findet werktäglich von 8.15 bis 12.30 Uhr in der Schwenninger VHS (Metzgergasse) statt. Weitere Informationen erteilt gerne Martina Bruhn auch telefonisch unter: 07721/82-2162.

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