Strategische Planung für die Wärmeversorgung von morgen

Viele Personen, mit dem Rücken zugewandt, sitzen auf Stühlen in einer großen Halle. Auf der Bühne wird auf einer Leinwand eine Präsentation gezeigt.

Wie viel Wärme verbraucht die Stadt und wie viel CO2-Emissionen werden dabei ausgestoßen? Die Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen und weitere wichtige Beteiligte werden im Rahmen eines "kommunalen Wärmeplans" unter anderem genau diese Fragen beantworten. Bei dem Wärmeplan geht es weiter darum, verstärkt und langfristig ausschließlich erneuerbare Energiequellen zur Wärmeversorgung in Villingen-Schwenningen zu nutzen.

Im September fand eine Auftaktveranstaltung mit allen Akteuren zum Thema statt (siehe Foto). Die Veranstaltung hatte zum Ziel, die Teilnehmenden über Ziele und Inhalte des Projektes zu informieren. Denn mit dem Gemeinderatsbeschluss vom 17. Juni 2021 hat sich die Stadt Villingen-Schwenningen der Aufgabe offiziell angenommen, die strategische Planung für die Wärmeversorgung von morgen anzugehen. In Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Energielenker aus Fellbach wird in den nächsten 24 Monaten der kommunale Wärmeplan für VS erstellt. Dieser wird als grundlegender Wegweiser zum vollständigen Ausstieg aus der fossilen Wärmeversorgung (Warmwasser und Heizung) dienen.

Bei der Stadtverwaltung ist das Stadtplanungsamt dabei federführend. Darüber hinaus sind die Stadtwerke SVS, weitere Fachämter der Stadtverwaltung sowie Akteure aus dem Wohnungsbau, der Energiewirtschaft und der Regionalverband in das Projekt eingebunden. Es ist die Frage zu beantworten, wie die zur Wärmebedarfsdeckung der Gebäude verursachten Treibhausgasemissionen durch intelligente Wärmenetze eingespart werden können. Erster Schritt der kommunalen Wärmeplanung wird es sein, den Wärmebedarf und Wärmeverbrauch der Stadt und die dabei verursachten CO2-Emissionen zu ermitteln. Entscheidend hierfür sind Informationen über Art, Typus und Alter von Heizungsanlagen und die dabei verursachten Treibhausgasemissionen. Darauf aufbauend wird untersucht, welche Gebiete sich für den Ausbau von Wärmenetzsystemen eignen und welche eher für dezentrale Lösungen geeignet sind. Dabei sollen Energiepotenziale wie gewerbliche und industrielle Abwärme, Geothermie, Solarthermie oder Biomasse identifiziert werden.

Es werden für die einzelnen Stadtquartiere Maßnahmensteckbriefe erstellt, die als Fahrplan und kommunale Entscheidungsgrundlage für den Umbau der Wärmeversorgung der Stadt in Richtung Klimaneutralität dienen werden. Eine zentrale Rolle wird die Reduktion des Wärmebedarfs u.a. durch energetische Gebäudesanierung spielen sowie der Ausbau von thermischen Netzen. Weiter wird es um die Umstellung von privaten Einzelheizungen auf emissionsfreie Energieträger gehen.

Die kommunale Wärmeplanung ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge mit hoher lokaler Wertschöpfungskraft. Zur langfristigen Steuerung und Lenkung des Projektes wird eine Koordinationsgruppe mit Vertretern aus der Stadtverwaltung und weiteren relevanten Akteuren ins Leben gerufen.

Die Klimaschutz- und Energieagentur (KEA) Baden-Württemberg gilt als zentrale Beratungsstelle für die Kommunen. Im Rahmen der konkreten Planung und Umsetzung werden die Bürger der Stadt in den kommenden Jahren, z.B. in der Form von Informationsforen, in das Projekt eingebunden.

Seit Anfang 2021 sind die Kommunen Baden-Württembergs zur Erstellung eines sogenannten "kommunalen Wärmeplans" verpflichtet. Grundlage hierfür ist die Novellierung des Klimaschutzgesetzes BW aus dem Oktober 2020. Bis zum Jahr 2050 darf die Wärmeversorgung keine Treibhausgasemissionen mehr verursachen. Die fossilen Brennstoffe Erdgas und Heizöl sollen zugunsten der Entwicklung eines Energiemix aus erneuerbaren Energiequellen (Photovoltaik, Wind, Geothermie, Wasser, Bioenergie) und der Nutzung von Abwärme schrittweise ersetzt werden.

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