Integrationsbericht legt offen, wie wichtig Unterstützungsangebote sind

Simon Höge und Annette Hug-Kalisch von der Stadt stehen vor dem Rathaus und zeigen den Integrationsbericht und die Broschüre für Flüchtlinge.
Annette Hug-Kalisch (rechts) und Simon Höge (links) haben den aktuellen Integrationsbericht sowie den 2019 erschienenen Wegweiser 'Welcome to Villingen-Schwenningen' in den Hän-den. Diese liefern viele Erkenntnisse zur Situation von Migrantinnen und Migranten.

Auf jede Menge helfende Hände können Migrantinnen und Migranten bei der Stadt Villingen-Schwenningen zählen. Denn im Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport (Jubis) laufen die Fäden für eine erfolgreiche Integrationsarbeit zusammen. Der Integrationsbericht, den die Abteilung für Jugendarbeit, Sport und Integration im Jubis, regelmäßig erstellt, zeigt wie multikulturell Villingen-Schwenningen ist, wo Hilfen für das Ankommen geleistet werden und wie die Zusammenarbeit zwischen dem Amt und vielen weiteren Netzwerkpartnern gelingt und wo auch weiter Unterstützung benötigt wird.

"Die Integrationsarbeit in der Stadt entwickelt sich positiv, das kann man so sagen. Villingen-Schwenningen bietet den Ankömmlingen gut aufgestellte Strukturen, um Fuß zu fassen. Wer hier heimisch werden möchte, hat definitiv gute Chancen", resümiert Annette Hug-Kalisch, Sachgebietsleiterin der Integrationsförderung bei der Vorstellung des Berichts, der 2015 erstmalig angefertigt wurde und nun in seiner dritten Auflage erschienen ist.

Die Zahlen, die über die Bevölkerungsstatistik ermittelt werden, belegen den Bedarf der vielfältigen Angebote des Jubis. Mit Stichtag 31.12.2019 waren 17.974 Menschen aus 136 Nationen in VS registriert. Der Zuzug von ausländischen Personen verändert die Altersstruktur in VS nachhaltig. So ist im Vergleich von 2013 zu 2019 eine Zunahme der Altersgruppen 0 – 13 Jahren sowie 20-50 Jahren feststellbar. "Ohne den Zuwachs von Migrantinnen und Migranten, im Übrigen, ist eine Verjüngung der Alterspyramide in VS nicht gegeben", so Stefan Assfalg, Leiter des Amtes für Jugend, Bildung, Integration und Sport.

Die Statistik zeigt ebenso auf, dass ein Großteil der Migrantinnen und Migranten aus EU-Staaten kommen. Seit 2013 ist hier ein stetiger Anstieg zu verzeichnen, hauptsächlich aus Ländern wie Italien, Rumänien und Kroatien.

Der Anteil von Bürgerinnen und Bürgern in VS, welche persönlich oder familiär bedingt einen Migrationshintergrund haben, liegt bei 46 Prozent.

Der Integrationsbericht greift für alle Interessierten auch die rechtlichen Bedingungen des Aufenthaltsrechts auf und erklärt die unterschiedlichen Fachbegriffe. Bezogen auf die Bürgerinnen und Bürger aus der EU wird hier vor allem nochmal näher darauf eingegangen, welche Voraussetzungen von deren Seite zu erfüllen sind, um in Deutschland wohnhaft zu werden. Es wird außerdem die Form der Unterbringung erläutert. Aktuell sind in der Gemeinschaftsunterkunft, die nach wie vor vom Landratsamt betrieben wird, 39 Bewohner beheimatet. "Der Zustrom ist gegenüber 2015 natürlich sehr stark zurückgegangen. Das liegt einerseits an einer restriktiveren Flüchtlingspolitik und andererseits an den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die hier sichtbar werden", weiß Simon Höge, Flüchtlingsbeauftragter der Stadt VS.

Die Pandemie wirkt sich auch auf die tägliche Arbeit des Teams in der Integrationsförderung aktuell aus. "Wir haben so lange wie nur möglich versucht, den persönlichen Kontakt anzubieten. Denn gerade wenn Sprachbarrieren da sind, ist ein persönliches Gespräch sehr wichtig. Aber vermehrt managen wir Angelegenheiten auch über verschiedenste Medien", berichtet Hug-Kalisch. Die Integrationsmanager der Stadt, die oft im engsten Kontakt stehen, haben versucht maximal zu helfen, denn gerade in diesen Zeiten wird es auch für die Migrantinnen und Migranten oft schwierig. "Jene, die Arbeit gefunden haben, sind hingegen jetzt mitunter die ersten, die ihre Arbeit verlieren und wieder von vorne anfangen müssen", so die Sachgebietsleiterin. Auch im Bereich des ehrenamtlichen Engagements ist das Unterstützungsangebot zurückgegangen. "Absolut verständlich, denn viele der Helferinnen und Helfer sind häufiger schon älter und haben somit ein besonderes Risiko. Doch für die Menschen bedeutet dies besondere Herausforderungen", berichtet Höge. Der Integrationsbericht legt auch offen, dass der Bedarf an helfenden Händen wächst.

Eine echte Erfolgsgeschichte im Bereich der ehrenamtlichen Hilfe ist der Sprach- und Kulturmittlerdienst (SuKuMI). Dieser kann auf eine stolze Bilanz blicken: 2497 SuKuMi-Einsätze, 120 Ehrenamtliche und 42 Sprachen decken einen großen Bereich der Integrationsförderung ab. "Das Schöne daran ist der Kontakt auf Augenhöhe zwischen den Personen. Und es zeigt eine gelungene Integration in zweierlei Weise, denn die Engagierten holen sich bei uns ebenso die notwendige Unterstützung. Das ist besonders erfreulich", ist Annette Hug-Kalisch zufrieden.  

Unter dem Dach des Amts für Jugend, Bildung, Integration und Sport zieht sich die Integrationsarbeit nahezu durch alle Bereiche: Angefangen bei der Volkshochschule mit den entsprechenden Sprachkursen, die Integrationsförderung als Kernabteilung, die im Alltag begleitet, Kitas und Schulen, in denen die Kinder untergebracht sind, sowie in den Jugendhäusern, in denen regelmäßig Angebote von und für Migrantinnen und Migranten stattfinden, zu denen immer auch deutsche Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen sind. Auch die Fachstelle Ehrenamt sorgt für die notwendige Unterstützung von Netzwerken und Arbeitskreisen – ohne diese die Integration nicht so schnell vorangekommen wäre.

"Wenn man sieht, wie viele 2015 nach VS gekommen sind und wie wenig Probleme wir heute damit haben, dann zeigt das auch was wir als Amt, aber auch die Bürgerschaft für erfolgreiche Arbeit geleistet haben. Darauf sind wir stolz. Denn die große Masse, so unsere Wahrnehmung, liebt ihre neue Heimat", bekräftigt Stefan Assfalg.

Der Integrationsbericht der Stadt ist hier abrufbar!

Kontakt: Amt für Jugend, Bildung, Integration
und Sport
, Abteilung Jugendarbeit, Sport und Integration
07721 / 82-2153
 07721 / 82-1357
integrationsfoerderung@villingen-schwenningen.de

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