Die großflächigen Stromausfälle der letzten Tage haben vielen Bürgerinnen und Bürgern vor Augen geführt, wie wichtig die elektrische Infrastruktur für Alltag und Sicherheit ist.
Es wurde deutlich, dass die Verunsicherung bei einem solchen Vorfall groß ist und zeitweise auch die Notfallnummern und die Netzleitstelle überlastet wurden.
Wie sollten sich Bürgerinnen und Bürger in einem solchen Fall verhalten und welche eigenen Maßnahmen können bereits in der Vorsorge vorgenommen werden?
Ruhe bewahren: in den meisten Fällen sind Ausfälle zeitlich begrenzt. Die Stadtwerke Villingen-Schwenningen haben bei den jüngsten Ausfällen eine zeitnahe Inbetriebnahme des Stromnetzes gewährleisten können.
Notrufnummern ausschließlich bei akuter Gefahr für Leib und Leben wählen. Bei einem Stromausfall werden die Feuerwehrgerätehäuser in Villingen-Schwenningen und den Ortschaften aktiviert. Notrufe können bei einem Ausfall des Handynetzes dort abgesetzt werden.
Verlässliche Hinweise erhalten Bürgerinnen und Bürger über die lokalen Medien, wie Radio und Tageszeitung, sowie den offiziellen Kanälen der Polizei, der Stadtverwaltung sowie dem Energieversorger.
Was sollten Bürgerinnen und Bürger zu Hause beachten:
• Elektronische Geräte ausschalten, um Überspannungsschäden bei Wiederkehr der Versorgung zu vermeiden.
• Kühl‑ und Gefriergeräte möglichst geschlossen halten, damit die Kälte erhalten bleibt.
• Nachbarn und Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind nach Kräften unterstützen.
• Vorsorgesituation frühzeitig klären, wenn Personen auf medizinische elektrische Hilfsmittel angewiesen sind.
• Bei Ausfall von Aufzügen während der Nutzung: Ruhe bewahren und die Alarmtaste betätigten. Die Feuerwehr Villingen-Schwenningen konnte beim letzten Ausfall Menschen aus den Fahrstühlen befreien.
• Offene Flammen wie Kerzen oder Campingkocher nie unbeaufsichtigt lassen. Für ausreichende Belüftung sorgen, um Kohlenmonoxid‑Gefahr zu vermeiden.
• Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt beispielswiese auch die Erstellung eines einfachen Familien‑Notfallplans mit Kommunikationswegen und Treffpunkten. Wichtige Dokumente sollten stets griffbereit sein.
Für den schnellen Überblick empfiehlt das BKK als Basis für die häusliche Vorratshaltung:
• Lebensmittel für mindestens drei bis zehn Tage: ausreichend Trinkwasser (2 Liter pro Tag und Person), haltbare Lebensmittel
• Taschenlampen und Ersatzbatterien, mindestens eine Powerbank sowie ein Autoladegerät für Mobiltelefone, ein batteriebetriebenes Radio, Kerzen und Feuerzeug oder Streichhölzer, ein gut ausgestattetes Erste‑Hilfe‑Set und persönliche Medikamente, grundlegende Hygieneartikel und Campinggeschirr
• etwas Bargeld in kleinen Scheinen
• Ergänzend sind grundlegendes Werkzeug, Mehrfachsteckdosen mit Überspannungsschutz sowie Decken und warme Kleidung nützlich.
• Anpassung der Vorräte an besondere Bedürfnisse: Für Familien mit Säuglingen gehören zusätzliche Babynahrung und Windeln dazu, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder elektrischen Hilfsmitteln sollten ihre Notfallversorgung frühzeitig mit behandelnden Ärzten und dem Energieversorger abstimmen, und ältere Menschen profitieren von einer gut sichtbaren Liste mit Notfallkontakten und Medikamenten.
Die Stadtverwaltung entwickelt das Krisenmanagement stetig weiter. Dennoch ist die Eigenvorsorge von elementarer Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger.
„Kommunen können im Generellen keine Vollversorgung im Krisenfall bereitstellen. Wenngleich die Verantwortlichen mit allen Kräften die bestmögliche Unterstützung bieten möchten, ist in erster Linie die Eigenverantwortung und -versorgung gefragt“, so der Appell des Feuerwehrkommandanten und Leiter des Amts für Feuerwehr-, Brand- und Bevölkerungsschutz, Markus Megerle.
Der eingerichtete Krisenstab der Stadt Villingen-Schwenningen tritt in einem Krisenfall umgehend zusammen und koordiniert die Maßnahmen. Dies benötigt jedoch auch ein gewisses Maß an Zeit. Informationen und Handlungsempfehlungen werden so schnell wie möglich an die Bürgerinnen und Bürger herausgegeben.
Die Stadt hält auch Broschüren bereit, die Informationen zum Verhalten in Krisenfällen beinhalten.
Sie liegen in den Bürgerservicezentren der Stadt zur kostenlosen Mitnahme aus.
