Fastnachtsausstellung des Franziskanermuseums und der Historischen Narrozunft Villingen erhält Sonderpreis

Von links nach rechts: Anita Auer, Michael Bohrer, Peter Graßmann und Anselm Säger
Das Bild zeigt die Verantwortlichen der großen Fastnachtsausstellung kurz vor der Eröffnung im Januar 2020 im Franziskanermuseum, (von links) Anita Auer (Franziskanermuseum), Michael Bohrer (Narrozunft), Peter Graßmann (Franziskanermuseum) und Anselm Säger (Narrozunft).

Über eine besondere Auszeichnung dürfen sich Museumsleiterin Dr. Anita Auer und die Historische Narrozunft Villingen e.V. freuen: Sie erhalten für das gemeinsame Ausstellungsprojekt "Familiengeheimnisse. De Narro un si ganz Bagasch" den Sonderpreis der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) für die außergewöhnliche museale Inszenierung.  VSAN-Präsident Roland Wehrle teilte bei der Bekanntgabe mit, dass der Sonderpreis nur in Ausnahmefällen verliehen werde, um wegweisende und kreative wissenschaftliche Leistung zu würdigen: "Sie haben mit diesem Projekt, das in der Öffentlichkeit starke Wahrnehmung fand, Maßstäbe in der Erforschung und Präsentation der Genealogie der tradierten Maskengestalten der Stadt Villingen, aber auch der gesamten Landschaft der Baar gesetzt". Die Preisverleihung hätte traditionsgemäß am 16. November, dem Gründungstag des Verbandes und der Kulturstiftung, übergeben werden sollen. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation soll die Preisverleihung im Frühjahr im Narrenschopf Bad Dürrheim nachgeholt werden.
Gezeigt wurde die große Fastnachtsausstellung "Familiengeheimnisse. De Narro un si ganz Bagasch" vom 12. Januar bis zum 29. März 2020. Über 4500 begeisterte Besucherinnen und Besucher haben die Narrenschau rund um Narro, Arlecchino, Hanswurst und  Co. gesehen. Hervorgegangen ist die nun ausgezeichnete Schau aus einer Kooperation des Franziskanermuseums mit der Historischen Narrozunft Villingen e.V. unter der Leitung von Zunftmeister Anselm Säger. Sie setzte die zahlreichen Kooperationen des Museums mit der Zunft fort, in denen seit 1999 die Zunft sich selbst erforscht und sich den aktuellen Wissensstand in der Kulturwissenschaft aneignet. Kuratiert wurde die Ausstellung von Anita Auer und Peter Graßmann, die bei ihrer Recherche durch den Brauchtumsausschuss der Narrozunft unterstützt wurden. 16 weitere Zünfte aus dem schwäbisch-alemannischen Raum waren durch Leihgaben vertreten. Von Anfang an war es ein Anliegen, über die Ausstellung das Brauchtum der anderen kennenzulernen und damit insgesamt zur Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung des Brauchtums beizutragen.
Die Ausstellung und das Begleitbuch spannten jedoch einen viel weiteren Bogen, indem sie die gemeinsame Herkunft verschiedener Ur-Typen, also typischer Brauchtumsgestalten, aufzeigte, ihre Attribute analysierte und heutige Varianten in der Populärkultur aus ihnen herleitete. Auch geografisch gelang eine Ausweitung des Themas bis in die europäischen Nachbarländer, Schweiz, Österreich, Italien und nach Großbritannien oder den Iran/Persien. Die Ausstellung gab damit einen tiefen Einblick in die Geschichte und Funktion der Fastnacht in unserer heutigen Gesellschaft.

Weiterhin erhältlich ist das Begleitbuch zur jüngst ausgezeichneten Fastnachtsausstellung. Das Buch mit dem Ausstellungstitel ' Familiengeheimnisse. De Narro un si ganz Bagasch' wird zum Preis von 9,50 Euro im Museumsshop des Franziskanermuseums verkauft.

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