Archivale des Monats: Meisterstücke im Stadtarchiv

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Eine Zeichnung von Gustav Singer, die zum skizzieren seines Meisterstücks diente.

Wer Handwerksmeister werden möchte, muss zuvor ein Meisterstück anfertigen. Diese Vo-raussetzung besteht bereits seit langer Zeit, wie auch einige Zeichnungen aus dem Stadtarchiv bestätigen können. Die Zeichnungen skizzieren sehr detailliert den Entwurf des Meisterstücks. Sie kamen nach Auflösung der Zünfte und Einführung der Gewerbefreiheit 1862 in städtischen Besitz und so ins Stadtarchiv. Unter anderem gibt es sieben Konvolute der Schreinerzunft aus den Jahren 1735 bis 1859.

Das Archivale des Monats stammt aus einer Mappe mit 16 Stücken aus der Zeit zwischen 1821 und 1859. Gustav Singer zeichnete am 6. September 1851 einen Tisch und eine Kommode. Auf dem 47,8 x 63,8 cm großen Blatt fertigte Singer mit der Feder die Seitenansicht und Konstruktion des Tisches sowie die Vorder- und Aufsicht sowie einen Schnitt der Kommode an. Bei letztgenannter Darstellung ist als Detail die Funktion der oberen Seitenschubladen hervorgehoben. Gustav Singers Arbeit ist sehr sorgfältig ausgeführt

Die Meisterzeichnungen unterlagen bestimmten Vorgaben der Zunft. Im Vergleich sind alle Kommoden seit 1824 gleich aufgebaut und unterschieden sich höchstens in kleinen Schmuckelementen.

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