Archivale des Monats Mai: Bewegte Zeiten, bewegte Bilder

Plakat des Villinger Union-Theaters mit dem Wochenprogramm im November 1929
Kinoplakat SAVS 2.2 Nr. 5230

Die Goldenen 20er und die Zeit der Weimarer Republik stehen nicht nur für politisch bewegte Zeiten: Es war auch eine Zeit des Fortschritts und des Neuanfangs. Neben dem Rundfunk breitete sich das Kino und der Film als neues Medium in ganz Deutschland aus.

 

Bis Anfang der 1930er bedeutete Kino in Deutschland: Stummfilm. Dazu gehörten natürlich auch die Meisterwerke des Stummfilmstars Charlie Chaplin. Das Archivale des Monats Mai ist ein Plakat des Villinger Union-Theaters mit dem Wochenprogramm im November 1929. Das Plakat bewirbt besonders Chaplins Film "Zirkus". Mit den Worten »ein Film des zwerchfellerschütternden Lachens in 7 Akten« sollte das Publikum in eine der Vorstellungen gelockt werden. »"Zirkus" ist die Schöpfung eines großen Schauspielers, eines großen Regisseurs, eines großen Komikers, eines genialen Menschendarstellers, ein Film der unvergeßlich bleibt« heißt es weiter in der Ankündigung.

Das Villinger Union-Theater hieß früher Felsenlichtspielhaus und war eines der ersten beiden Lichtspielhäuser in Villingen. Es hatte 306 Sitzplätze und war damit ähnlich groß wie das Lichtspielhaus Kreß. Doch die damalige Filmtechnik barg ihre Gefahren. Denn die üblichen 35mm Nitratfilme waren sehr leicht entzündlich. Deshalb mussten sich auch die Villinger Kinos regelmäßigen Sicherheitsprüfungen durch den Badischen Revisionsverein unterziehen, wobei immer wieder Mängel festgestellt wurden, wie den Akten des Stadtarchivs zu entnehmen ist. Das Ende der beiden Kinos wurde jedoch nicht durch einen Brand eingeläutet, sondern durch den Neubau des Theaters am Ring. Mit seiner repräsentativen Lage, einem größeren Saal und hochwertiger Ausstattung etablierte es sich trotz der Eröffnung während schwieriger Kriegsjahre.  

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