Villingen-Schwenningen

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Material + Malerei Abstrakte Kunst aus der Sammlung Biedermann (10.10.2004 - 12.12.2004)

Die Städtische Galerie Villingen-Schwenningen zeigte vom 10. Oktober bis zum 12. Dezember 2004 im 'Lovis-Kabinett' im Stadtbezirk Schwenningen Werke von fünf international bekannten Künstlern aus der Sammlung BIEDERMANN. Die Künstler Darío Álvarez Basso, David Nash, Nunzio, Piero Pizzi Cannella und Paolo Serra arbeiten in unterschiedlichen Teilen der Welt: Südamerika, Spanien, Wales, Italien, England. Sie verfolgen nicht ein gemeinsames Konzept und bilden keine geschlossene Künstlergruppe. Entsprechend unterschiedlich sind ihre Kunstwerke: Figuratives und Ungegenständliches, Gemälde, Wandreliefs und Skulpturen werden in der Städtischen Galerie zu sehen sein.

So unterschiedlich die Ergebnisse auf den ersten Blick erscheinen mögen, verbindet sie ähnliche gestalterische Interessen und Lösungen. Ob figurativ oder ungegenständlich, ob auf zwei- oder dreidimensionalen Untergrund, ob auf Holz, Leinwand oder Papier, die Künstler legen alle ein besonderes Gewicht auf die Farb- und Materialwirkung der Oberfläche, oder anders ausgedrückt, sie scheinen alle nach einer Verschränkung von Farbe und Oberflächenstruktur im Material zu streben.

Neben gegenständlichen Werken, in denen er u. a. Eidechsen, Stühle und Kleider als Motive einsetzt, schafft Pizzi Cannella abstrakte Wandarbeiten, die sowohl der Malerei als auch der Skulptur zugeordnet werden können. Diese Arbeiten sind in traditioneller Weise mit Ölfarbe überzogen, jedoch nicht um etwas abzubilden: Eine einfache rote oder schwarze Farbschicht färbt den Holzuntergrund ein und lässt zugleich die Struktur des Holzes und die Fugen zwischen den Brettern zur Wirkung der Oberfläche beitragen. Es entsteht ein klarer, strenger Rhythmus, auch dies ein Ausdrucksmittel, das auch von anderen Künstlern der Ausstellung eingesetzt wird.

Wenn er nicht gerade Eisenrost als Farbe einsetzt, wie es bei einem der ausgestellten Bilder der Fall ist, arbeitet Paolo Serra mit ähnlichen Materialien wie Pizzi Cannella, geht aber sehr viel subtiler mit ihnen um. Erst beim näheren Hinschauen werden die Unterschiede in der Oberflächenstruktur und der Farbigkeit sichtbar. Die Farbpigmente stellt Serra nach altmeisterlichen Rezepten her. So gibt er seinen quadratischen Bildern eine ganz besondere Tiefe und meditative, stille Lebendigkeit.

In Darío Bassos Gemälden spricht die in dicken Schichten aufgetragene Farbe ihre eindeutige Sprache. Um die Plastizität und Ausdruckskraft seiner Werke zu verstärken, verwendet er nicht nur Ölfarbe, sondern mischt diese mit alltäglichen Materialien und Gegenständen wie Wachs, Erde, Schrauben und Holzstücken. Der pastose Farb- oder besser Materialauftrag, der sich reliefartig über die Leinwand zieht sowie die Wahl klarer, kräftiger Farben unterscheidet Darío Bassos Arbeiten von jenen der anderen in der Ausstellung vertretenen Künstler.

Nunzio und David Nash interessiert wie Basso die haptische Qualität der Bildoberfläche. Sie arbeiten beide mit dem Material Holz und erzeugen das schwarze Pigment der verkohlten Oberflächen ihrer Wandreliefs und Skulpturen direkt mit Hilfe von Feuer auf dem Bildgrund.

Auf unterschiedlichen Wegen, unter Einsatz traditioneller oder moderner Werkzeuge und Materialien, mit unterschiedlichen Konzepten und eigenständigen Lösungen lässt jeder der fünf Künstler sein Farbmaterial auf besonders eindringliche Weise zum Ausdruck kommen.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog (18,00 EUR)

Piero Pizzi Cannella Polittico, 1989 Öl auf Holz;130,5 x 226,5 cm
Paolo Serra Castelleale, 1996 Eisenrost auf Japanpapier; 169,6 x 170 x 5 cm
Darío Álvarez Basso Face, 1994 Öl, Wachs und Holz auf Leinwand; 95 x 84,6 x 8cm
Nunzio Ohne Titel, 1999 Verkohltes Holz und blaues Pigment; 69 x 29,5 x 15 cm
David Nash Three Charred Cross Columns, 2001 verkohlte Linde, verkohlte Erle, Erle
 

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