Villingen-Schwenningen

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dazwischen - Sr. M. Pietra Löbl (27.07. - 19.10.2003)

Klosterfrau und Künstlerin

Die Städtische Galerie Villingen-Schwenningen präsentiert im Franziskanermuseum im Stadtbezirk Villingen vom 27. Juli 2003 bis 19. Oktober 2003 Arbeiten der Franziskanerin Sr. M. Pietra Löbl OSF. Zur Ausstellung kommen Werke, die Sr. M. Pietra speziell für verschiedenen Räume des Kulturzentrums der Doppelstadt geschaffen hat.
Die Kunstwerke von Sr. M. Pietra nehmen direkten Bezug auf Relikte des ehemaligen Franziskanerklosters bzw. auf einzelne Ausstellungsobjekte im Museum. So ist unter anderem im Chorraum der ehemaligen Franziskanerkirche eine Tisch-Stuhl-Gruppe aus Eschenholz einer barocken Altarverblendung gegenübergestellt, die der -nicht mehr vorhandenen - Mensa eine neue Gestalt gibt. In die Cafeteria des Museums integriert die Künstlerin einen von ihr geschaffenen kleineren Eschenholztisch mit zwei Stühlen. Auf diesem Tisch steht eine Karaffe mit frischem Wasser, das, Geste der Gastfreundschaft, der Erfrischung des Museumsbesuchers dient. Eine weitere großflächige Installation ist im klösterlichen Kreuzgarten eingerichtet. Hier hat die Künstlerin eine 'Intarsienarbeit' aus Marmor- und Ziegelsplitt ausgelegt, die in ihrer formalen Präsentation mit den rot gebrannten Ziegeln und dem weißen Marmor mit den gemusterten Bodenkacheln in der Sakristei der ehemaligen Klosterkirche in Dialog tritt.
Neben den Raum-Installationen sind Salz- und Wasserzeichnungen präsentiert, bei denen die Künstlerin aus einer Glasflasche Wasser auf in Metallrahmen eingespannte Büttenpapiere tropfen lässt. Kaum hörbar, nahezu unsichtbar, formt sich über Wochen und Monate eine Zeichnung, die "ohne Anstrengung, ohne Erinnerung, ohne ich-Bezug" entsteht und "so ein Ausschnitt eines größeren Ganzen" vor Augen führt, schreibt der Kulturwissenschaftler und Kunsthistoriker Uwe Degreif im Ausstellungskatalog.
Die Kunst von Sr. M. Pietra Löbl ist, im Gegensatz zu sonstigen narrativen Werken von 'Klosterfrauen', sehr spröde, zurückgenommen und doch im wesentlichen Gehalt in ihren Kunstwerken der Franziskanischen Idee des Ordensgründers verpflichtet. Konzentration, Einfachheit und Langsamkeit sind Maxime ihres künstlerischen Arbeitens. Die Beschäftigung mit Zeit und Stille als Hauptthema ihres Schaffens ist durch die aussagekräftigen Arbeiten unmittelbar erfahrbar.

Biographie

1965               geboren in Ulm
1984-1989       Ausbildung und tätigkeit als Pharmazeutisch-Technische Assistentin
1989               Eintritt in die Kongregation der Franziskanerinnen von Sießen 
1993-2000       Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den                 Professoren Joachim Hämmerle, Horst Bachmayer, Paul-Uwe Dreyer und Micha Ullman


Städtische Galerie Villingen-Schwenningen
'Lovis-Kabinett', Friedrich-Ebert-Straße 35
78054 Villingen-Schwenningen
Tel.: 07720/82-1098
Telefax: 07720/82-1097
E-Mail: galerie@villingen-schwenningen.de

Ausstellungsadresse:
Franziskanermuseum
Rietgasse 2, Stadtbezirk Villingen
78050 Villingen-Schwenningen

Zur Ausstellung erschien ein Katalog; 12,00 €

Ausstellung und Katalog wurden unterstützt durch
Ritter Sport, Waldenbuch
Ballof, Straßenbaumeister, Villingen-Schwenningen

 

 

'nicht trotzdem, sondern weil', 2003 Tisch, 75 x 275 x 83 cm, mit zwei Stühlen, je 101 x 34,5 x 38,5 cm, aus Eschenholz, Glas 1 x 34,4 x 10,4 cm Installation im Chorraum der ehemaligen Kirche, vor den Altarverkleidungen (um 1750) für die Passionszeit
'umsonst', 2003 Tisch, 73,5 x 80 x80 cm, mit zwei Stühlen, je 101 x 34,5 x 38,5 cm, aus Eschenholz, Glas, 1 x 10 x 10 cm Wassesrkrug, zwei Trinkgläser Installation in der Cafeteria
'nicht mehr und noch nicht', 2003 Stuhl, 136 x 34 x 34 cm, aus Eschenholz und Glas Installation in der Museumssammlung, Abteilung Stiftung und Spital
'Begehen', 2003 ornamentale Gestaltung der Kieswege des Kreuzgartens mit Ziegel- und Marmorsplitt
'Zwischenzeit', 2003 zwei Eisenständer, je 172 cm hoch, Durchmesser 43 cm, mit je sieben Eisenrohren, Glasflaschen, Becher, Wasser
 

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