Villingen-Schwenningen

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Aktuelles

Veranstaltungen, Termine und Veröffentlichungen: Hier erfahren Sie alle Neuigkeiten des Stadtarchivs. Wir stellen außerdem immer wieder besondere Schätze aus dem Magazin vor und geben einen Einblick in unsere Arbeit.

Archivale des Monats im August – Die Geschichte des Schwenninger Freibads

In diesen heißen Tagen erinnert sich so mancher Schwenninger sehnsuchtsvoll an das Freibad, das 2004 seine Pforten schloss. Auch im Stadtarchiv finden sich Spuren der Freibad-Geschichte in Schwenningen.

Teilhaber-Schein Bad-Gesellschaft Schwenningen

Braunes Mooswasser im ersten Freibad

Das erste Freibad in Schwenningen fand sich an ganz anderer Stelle unterhalb der Möglingshöhe. Dieses als "Neckarbäddle" bekannte Bad wurde 1877 eröffnet und war vor allem wegen seines Badewassers bekannt. Das Bad wurde nämlich direkt aus dem Schwenninger Moos gespeist, was zu einer eher unappetitlichen bräunlichen Wasserfarbe führte. Neben den kühlen Wassertemperaturen führte das dazu, dass das Bad wenig besucht wurde. Im Bestand der Stadtchronik findet sich noch ein "Teilhaber-Schein" aus dieser Zeit. Er berechtigt dazu "das hiesige Neckarbad allzeit kostenfrei zu nutzen", doch wir wissen nicht, wie oft davon Gebrauch gemacht wurde.

Ein neues Bad mit viel Komfort

Bald war klar, ein neues Bad muss her und dafür wurde das Gelände an der Lupfenstraße ausgesucht, denn dort war ein Brunnen vorhanden. Im Herbst 1928 fertiggestellt, begann das neue Freibad seinen offiziellen Betrieb am 4. Mai 1929.

Dort wurden neue Standards umgesetzt. So gab es richtige Umkleideräume, eine Sonnenwiese und vor allem ein beheizbares Becken und warme Duschen. Dieses Bad sorgte dann für viele Sommer für Erfrischung in Schwenningen. Aus der Stadtchronik zeigen wir zwei Fotos des Freibads an der Lupfenstraße, eins aus den Jahren nach der Eröffnung. Das zweite Foto stammt aus den 60ern als es im Bad eine neue Badeordnung – es wurden "Kofferradios erlaubt" – und eine Generalsanierung gab.

Aus Schwimmbad wird Volleyballfeld

Das Ende des Freibads kam dann mit dem Neubau des Freizeitbads. Im Gegensatz zum neuen Hallenbad war der Außenbereich stark sanierungsbedürftig. Aufgrund der hohen Kosten entschied sich die Stadt dagegen und so wurde nach der letzten Saison 2004 aus dem alten Schwimmbecken ein Beachvolleyballplatz und nur die Liegewiese erinnert noch an die vergangenen Freibadzeiten. 

Freibad um 1930
Freibad in den 1960ern

NS-Herrschaft im Großen und Kleinen – Tagungsband erschienen

Am 04. Juli 2017 präsentierten die Herausgeber Heinrich Maulhardt, Robert Neisen und Konrad Krimm im Stadtarchiv Villingen-Schwenningen den neu erschienenen Tagungsband "Kommunen im Nationalsozialismus". Leitfrage des Buchs ist, »wie es dazu kommen konnte«. Dafür wird die Etablierung des Nationalsozialismus auf kommunaler Ebene betrachtet, um herauszufinden, wodurch die Nationalsozialisten gestärkt oder geschwächt wurden.

Das Buch fasst damit die Ergebnisse einer Tagung zusammen, die 2017 vom Stadtarchiv veranstaltet wurde und Historiker in Villingen-Schwenningen versammelte.

Verwaltung stütze den Nationalsozialismus

Auf knapp 400 Seiten nehmen die Verfasser die NS-Herrschaftsgeschichte in den Fokus. Am Beispiel unterschiedlicher südwestdeutscher Gemeinden und Städte zeigen die Autoren, wie der Nationalsozialismus durch die lokalen Gegebenheiten beschleunigt oder gehemmt wurde. Dabei zeigte sich, dass auch Verwaltungen, die nicht mit nationalsozialistischen Politikern besetzt waren, zu Stärkung beitragen konnten, in dem sie durch ihre gute Arbeit die Herrschaft legitimierten. Auch in Villingen und Schwenningen ist dieses Phänomen zu beobachten, wie Wolfgang Heitner und Robert Neisen in ihren Beiträgen über die beiden Städte feststellen.

Buchpräsentation mit: Robert Neisen, Wolfgang Heitner, Ute Schulze, Jürgen Weis, Heinrich Maulhardt (v.l.n.r.)

Ein differenzierter Blick auf NS-Herrschaft 

Neisen zog bei der Vorstellung des Buchs das Fazit, dass der Sammelband zu einer Differenzierung der Sicht auf die NS-Herrschaft beitrage. "Wir sind stolz diesen Beitrag zur Forschung in dem Bereich zu leisten", ergänzt er abschließend.

Der Titel "Kommunen im Nationalsozialismus – Verwaltung, Partei und Eliten in Südwestdeutschland" erscheint als Band 38 in der Reihe Oberrheinische Studien. Die Reihe dient der Veröffentlichung der Tagungsergebnisse der Tagungen der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein (AGLO). Seit den 1970ern werden in diesem Rahmen Titel mit dem Schwerpunkt auf südwestdeutsche Geschichte veröffentlicht und so eine große inhaltliche Bandbreite abgedeckt.

 

Neisen, R.; Maulhardt, H.; Krimm, K. (Hrsg.). Kommunen im Nationalsozialismus – Verwaltung, Partei und Eliten in Südwestdeutschland.

Reihe: Oberrheinische Studien, Band 38. (Herausgeber, Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein e.V.)

392 Seiten, 34 Euro. ISBN: 978-3-7995-7843-1

Erhältlich im Buchhandel oder über den Thorbecke Verlag.

Archivale des Monats im Juli: Fotos aus der Bildersammlung Schroff

Im Juli gibt das Stadtarchiv einen Einblick in ein aktuelles Projekt: Die Digitalisierung der Sammlung Schroff. Einige erinnern sich vielleicht an die gezeigten Bilder, denn Schroff war kein Unbekannter in der Stadt.

Stadtgeschichte in Bildern festgehalten

Der Villinger Herbert Schroff war als Fotograf und Sammler von historischen Aufnahmen in der Stadt aktiv. Seine Bildersammlung dokumentiert das historische Stadtbild in Villingen und die Entwicklung der Stadt. Auch das gesellschaftliche Leben, insbesondere rund um die SABA hat er in Bildern festgehalten. Dort war er Manager der SABA-Prominentenelf, SABA-Reporter und für den Werksfunk aktiv und leitete die Theatergruppe der Firma.

Anfang des Jahres konnte das Stadtarchiv die Rechte für die Bildersammlung erwerben. Jetzt geben wir einen ersten kleinen Einblick in die Fotosammlung. Die ausgewählten Fotos stammen aus der Villinger Innenstadt.

Historische Aufnahmen aus der Villinger Innenstadt

Das erste Bild zeigt den Benediktinerring mit Turnhalle und dem Schillerdenkmal und wurde um 1907 aufgenommen. Auf dem zweiten Bild aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts sieht man spielende Kinder in der Brunnenstraße. Gut zu erkennen ist im Hintergrund auch das Franziskanerkloster mit der alten Fassadengestaltung. Die beiden anderen Bilder zeigen jeweils den alten Marktplatz ('Latschariplatz'), einmal mit dem bekannten Hotel Blume-Post Anfang des 20. Jahrhunderts und einmal mit der zwischen 1953 und 1956 verwendeten Heuerampel.

Benediktinerring um 1907
Brunnenstraße ca. 1960er
Blume-Post Anfang des 20. Jahhrunderts
Heuerampel zwischen 1953-56

Momentan werden weitere Bilder des Bestands digitalisiert. Da es sich um eine umfangreiche Sammlung mit über 1500 Datensätzen handelt, ist eine Auswahl geeigneter Bilder erforderlich. Im Anschluss werden die Bilder dann auf einer eigenen Online-Plattform zu sehen sein, so dass gemeinsam in Erinnerungen an das 'alte Villingen' geschwelgt werden kann.

Findbuch.net - Recherchieren Sie von zu Hause aus in den Beständen des Archivs

Ab sofort können Nutzer des Stadtarchivs bequem von zu Hause aus in den Beständen des Stadtarchivs recherchieren. Über das Portal findbuch.net stellt das Archiv umfangreiche Informationen zu den meisten seiner Bestände zur Verfügung. Die Datenbank umfasst 311 Bestände mit 130 000 Datensätzen. Vom Mittelalter bis in die heutige Zeit finden sich hier Informationen über das Leben in Villingen-Schwenningen. Dabei handelt es sich um Urkunden, städtische Akten oder Dokumente aus unterschiedlichen Nachlässen.

Beispielseite in Findbuch.net

Gezielte Suche nach relevanten Dokumenten

Mit der Suchfunktion können Nutzer sich auf die Suche nach relevanten Dokumenten machen. Sie ermöglicht eine Eingrenzung auf bestimmte Zeiträume oder Bestände. Wer das richtige gefunden hat, kann es gleich per Mausklick vorbestellen und einen Termin für einen Besuch im Archiv ausmachen. Dort können die meisten Unterlagen im Original eingesehen werden. Empfindliche Dokumente sind mikroverfilmt und so verfügbar.

https://www.stadtarchiv-vs.findbuch.net

»Eine Plattform für die Verbreitung von Toleranz und Solidarität« – Joseph-Haberer-Preis wieder ausgeschrieben.

Ab sofort können Schülerinnen und Schüler aus Villingen-Schwenningen Arbeiten für den Joseph-Haberer-Preis der Stadt einreichen. In Erinnerung an Joseph Haberer, einen ehemaligen jüdischen Bürger der Stadt, werden Arbeiten gesucht, die sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus beschäftigen. Dabei geht es nicht nur um eine reine Auseinandersetzung mit der Geschichte, sondern auch darum einen Bezug zur Gegenwart herzustellen.

Die eigene Geschichte erforschen – Demokratie stärken

Thomas Weidle, der im letzten Jahr für seine Arbeit über die Widerstandsbewegung in der Region ausgezeichnet wurde, erklärt: »Der Joseph-Haberer-Preis ist für mich eine Plattform, die der Verbreitung von Werten wie Toleranz, Solidarität und Nächstenliebe dient«. Weidle hatte die Ergebnisse seiner ausgezeichneten Arbeit im Anschluss für eine Ausstellung in seiner Schule aufgearbeitet, die auf großes Interesse stieß. Er ergänzt, dass durch die Preisarbeiten die Erinnerung gestärkt werden. So könne ein Bewusstsein dafür geschaffen werde, dass es unabdingbar ist, sich für unsere Demokratie einzusetzen.

Digitale Medien, kreative Arbeiten oder wissenschaftliche Texte gesucht

Die Teilnehmer können beispielsweise Interviews mit Zeitzeugen führen, Spuren der damaligen Zeit in der Stadt suchen oder sich kreativ mit den Ereignissen und Folgen des Nationalsozialismus beschäftigen. Das Stadtarchiv ist bei der konkreten Themensuche und Recherche gerne behilflich.

Junge Menschen, die eine der Schulen in Villingen-Schwenningen besuchen, bekommen durch den Preis die Chance sich auf ihre Art mit der Geschichte ihrer Heimat auseinander zu setzen. Ob auf dem klassischen Weg als Seminararbeit, einem Aufsatz oder durch neue Medien, wie Blog, Videos oder digitales Storytelling, die Darstellungsform der eingereichten Arbeiten ist nicht festgelegt. Auch künstlerische Werke wie Theaterstücke oder Zeichnungen sind willkommen. 

Alle Informationen zur Teilnahme (Teilnahmebedingungen, Anmeldeformular).

Neuerscheinung: Recyclingware aus dem Mittelalter

Das Recycling kein Phänomen unserer Zeit ist beweist Dr. Edith Boewe-Koob mit ihrem gerade erschienenen Buch "Mittelalterliche Einbandfragmente aus dem Stadtarchiv Villingen-Schwenningen". In jahrelanger Forschungsarbeit analysierte sie liturgische Handschriften aus dem Mittelalter. Die Pergamentfragmente mit den Handschriften waren vor über 20 Jahren als Bucheinbände im Stadtarchiv wiederentdeckt worden.

Einband eines Rechnungsbuches gab den Anstoß

Das erste Fragment wurde vom damaligen Stadtarchivar Dr. Heinrich Maulhardt als Einband eines städtischen Rechnungsbuches gefunden. Es war der Anlass um nach weiteren solchen Fragmenten im Archiv zu suchen und sie zu erforschen. Die mittelalterlichen Fragmente stammen vermutlich aus Klöstern. Nach der Reformation waren die Schriften wertlos geworden und wurden deshalb als Bucheinbände weiterverwertet. Das Stadtarchiv und Dr. Boewe-Koob machen sie mit dem neuen Buch endlich auch der interessierten Öffentlichkeit zugänglich.

Die Autorin Dr. Boewe-Koob präsentiert das Werk

Eine vielfältige Expertin

Das Buchprojekt erforderte eine vielfältige Expertise, die Frau Boewe-Koob in ihrer Person vereint. Nach einem Studium in Gesang und Klavier, langer Berufstätigkeit in diesem Bereich, studierte sie außerdem Musikwissenschaft, lateinische Philologie und Geschichte an der Universität Freiburg. Auch ihre Promotion beschäftigt sich mit einer liturgischen Handschrift aus dem Mittelalter. Damit bringt sie das umfangreiche Wissen mit, das für die Erforschung der Handschriften wichtig war. Sie resümiert selbst über die langjährige Arbeit am Buch: »Es war eine langwierige und konzentrierte Arbeit, die mir aber viel Freude machte«.

Weitere Anschlussforschung erhofft

Der Titel besteht aus zwei Bänden, einem Bild- und einem Textband mit insgesamt 154 Seiten. Es zeigt die wertvollen mittelalterlichen Schriften und gibt einen Einblick in die Schätze des Stadtarchivs. Damit sollen die Ergebnisse interessierten Laien präsentiert werden und weitere Anschlussforschung zur Einordnung der Schriften möglich gemacht werden.

Ab sofort kann das Buch im Buchhandel, beim Stadtarchiv Villingen-Schwenningen oder über den Archiv-Shop für 19,50 Euro erworben werden.

Kontakt

Amt für Archiv und Schriftgutverwaltung
Winkelstraße 7, Bau D, 3. OG
78056 Villingen-Schwenningen

Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit:
Lisa Hahn
Telefon 07721 / 82-1802
Telefax 07721 / 82-1807
E-Mail: lisa.hahn@
villingen-schwenningen.de

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