Villingen-Schwenningen

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Aktuelles

Veranstaltungen, Termine und Veröffentlichungen: Hier erfahren Sie alle Neuigkeiten des Stadtarchivs. Wir stellen außerdem immer wieder besondere Schätze aus dem Magazin vor und geben einen Einblick in unsere Arbeit.

Neuerscheinung: Recyclingware aus dem Mittelalter

Das Recycling kein Phänomen unserer Zeit ist beweist Dr. Edith Boewe-Koob mit ihrem gerade erschienenen Buch "Mittelalterliche Einbandfragmente aus dem Stadtarchiv Villingen-Schwenningen". In jahrelanger Forschungsarbeit analysierte sie liturgische Handschriften aus dem Mittelalter. Die Pergamentfragmente mit den Handschriften waren vor über 20 Jahren als Bucheinbände im Stadtarchiv wiederentdeckt worden.

Einband eines Rechnungsbuches gab den Anstoß

Das erste Fragment wurde vom damaligen Stadtarchivar Dr. Heinrich Maulhardt als Einband eines städtischen Rechnungsbuches gefunden. Es war der Anlass um nach weiteren solchen Fragmenten im Archiv zu suchen und sie zu erforschen. Die mittelalterlichen Fragmente stammen vermutlich aus Klöstern. Nach der Reformation waren die Schriften wertlos geworden und wurden deshalb als Bucheinbände weiterverwertet. Das Stadtarchiv und Dr. Boewe-Koob machen sie mit dem neuen Buch endlich auch der interessierten Öffentlichkeit zugänglich.

Die Autorin Dr. Boewe-Koob präsentiert das Werk

Eine vielfältige Expertin

Das Buchprojekt erforderte eine vielfältige Expertise, die Frau Boewe-Koob in ihrer Person vereint. Nach einem Studium in Gesang und Klavier, langer Berufstätigkeit in diesem Bereich, studierte sie außerdem Musikwissenschaft, lateinische Philologie und Geschichte an der Universität Freiburg. Auch ihre Promotion beschäftigt sich mit einer liturgischen Handschrift aus dem Mittelalter. Damit bringt sie das umfangreiche Wissen mit, das für die Erforschung der Handschriften wichtig war. Sie resümiert selbst über die langjährige Arbeit am Buch: »Es war eine langwierige und konzentrierte Arbeit, die mir aber viel Freude machte«.

Weitere Anschlussforschung erhofft

Der Titel besteht aus zwei Bänden, einem Bild- und einem Textband mit insgesamt 154 Seiten. Es zeigt die wertvollen mittelalterlichen Schriften und gibt einen Einblick in die Schätze des Stadtarchivs. Damit sollen die Ergebnisse interessierten Laien präsentiert werden und weitere Anschlussforschung zur Einordnung der Schriften möglich gemacht werden.

Ab sofort kann das Buch im Buchhandel, beim Stadtarchiv Villingen-Schwenningen oder über den Archiv-Shop für 19,50 Euro erworben werden.

Archivale des Monats im Dezember: Das dickste Buch im Stadtarchiv

Seit Februar 2018 zeigen wir hier das "Archivale des Monats". In dieser Serie möchten wir Ihnen regelmäßig außergewöhnliche Stücke aus den Beständen des Stadtarchivs vorstellen. Besonders alt, besonders schön, besonders originell: Die hier gezeigten Archivalien werden unterschiedlichster Art sein

Eine beeindruckende Größe hat das Archivale des Monats im Januar. Im Inventuren und Teilungsband aus Schwenningen sind Vermögensverhältnisse der Schwenninger Bürger im 17. und 18. Jahrhundert dokumentiert. Der Band ist so umfangreich, dass es sich dabei tatsächlich um das dickste Buch im Stadtarchiv handelt und immer wieder Erstaunen bei Besuchern des Archivs hervorruft.

Die Inventuren und Teilungen sind aber nicht nur äußerlich beeindruckend, sondern bieten auch eine Fülle von Informationen über die Schwenninger Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

Das ganze Buch
Titelseite
Drei Kreuze statt einer Unterschrift für Analphabeten

Eine Verpflichtung für alle Bürger

Vom 17. Jahrhundert bis 1899 waren die Inventuren und Teilungen in Württemberg vorgeschrieben. Jeweils bei der Heirat (Inventur) oder dem Tod (Teilung) ihrer Einwohner mussten die Städte und Gemeinden die jeweiligen Besitzverhältnisse festhalten. So sollten Erbschaftsstreitigkeiten vermieden werden.

Für die Erfassung gab es formal und inhaltlich ein festes Schema für Württemberg. Das Vermögen wurde feststehenden Rubriken zugeordnet, z. B. Bargeld, Schmuck und Silbergeschirr, Bücher, Mannskleider und Frauenkleider.

Was sagt uns diese Quelle?

Da dieser Vorgang für alle Bürger verpflichtend war, zeigen die Inventuren und Teilungen einen guten Querschnitt durch die Schwenninger Gesellschaft. Sie sind sie eine wichtige sozialgeschichtliche Quelle. Man kann anhand der Einträge beispielsweise nachvollziehen, wie die wirtschaftliche Lage einzelner Familien oder auch die durchschnittliche Lage alle Bürger im jeweiligen Zeitraum war.

Auch kleine Details können manchmal viel Auskunft geben. So finden sich unter manchen Einträgen keine richtigen Unterschriften der Beteiligten, sondern nur drei Kreuze. Sie zeigen, dass noch nicht alle Menschen lesen und schreiben konnten und deshalb auf dieses Hilfsmittel zurückgegriffen wurde.

Signatur: Stadtarchiv Villingen-Schwenningen (SAVS) Best. 3.1-3 Nr. 8043-8119

Archivale des Monats im Dezember: Der Weg zum Herzen des Mannes

Seit Februar 2018 zeigen wir hier das "Archivale des Monats". In dieser Serie möchten wir Ihnen regelmäßig außergewöhnliche Stücke aus den Beständen des Stadtarchivs vorstellen. Besonders alt, besonders schön, besonders originell: Die hier gezeigten Archivalien werden unterschiedlichster Art sein.

'Der Weg zum Herzend des Mannes'

Schwenninger Geschenk-Kochbuch für junge Ehen

Die Tage werden dunkler, der erste Schnee hat uns erreicht und Weihnachten steht vor der Tür. Für viele heißt das vor allem: Es ist Backzeit, denn Vanillekipferl, Zimtsterne und Lebkuchen gehören zur Adventszeit einfach dazu. Die Rezepte dafür sind manchmal Klassiker, die in der Familie weitergegeben werden, andernfalls lohnt der Griff zum Kochbuch. Auch das Archivale des Monats im Dezember ist ein solches Kochbuch.

"Der Weg zum Herzen des Mannes" titelt das Schwenninger Geschenk-Kochbuch für junge Ehen. Das Buch liefert der jungen Ehefrau umfangreiche Koch- und Haushaltstipps und Rezepte von der Fleischbrühe bis zu Backwaren. Die Rezeptsammlung von Luise Schäfer erschien Anfang des 20. Jahrhundert in zahlreichen Auflagen. Unser Exemplar aus Schwenningen stammt ungefähr aus dem Jahr 1927. Ähnliche Titel gibt es auch u.a. für Zwickau, Freiburg, Iserlohn oder Memmingen. Den Bezug zur jeweiligen Stadt findet man allerdings nicht in den Rezepten, sondern nur in den enthaltenen Werbeanzeigen, die auf die örtlichen Geschäfte verweisen. Auch heute noch sind diese Geschenkkochbücher beliebt. Wer in den letzten Jahren in Villingen-Schwenningen geheiratet hat, hat vielleicht selbst so ein Werk im Küchenschrank stehen.

Mahnende Worte an die Leserin

Während sich Luise Schäfer noch mahnend an die junge Köchin wendet: "Eine von Ordnungsliebe zeugende Küche gereicht einem Haushalte zur größten Zierde" und "auf die gefährliche Untugend Stecknadeln an sich zu tragen" hinweist, die die Köchin doch stets meiden solle, kommen heutige Geschenk-Kochbücher natürlich in moderner Form daher. Deshalb richten sich auch nicht mehr nur an die Ehefrauen. 

Ob Mann, ob Frau, für alle leidenschaftlichen Bäcker finden sich in Schäfers umfangreicher Sammlung auch weihnachtliche Rezepte. Wir zeigen Ihnen das Rezept für Zimtsterne, die den Weg zum Herzen des Mannes oder auch anderer Menschen ebnen.  

"Der Weg zum Herzen des Mannes", S. 246-47

Verleihung des Joseph-Haberer-Preis 2018

Am 09. November 2018 jährte sich der Tag der Judenpogrome, auch bekannt als "Reichskristallnacht" zum achtzigsten mal. Anlässlich dieses Tages verleiht die Stadt Villingen-Schwenningen den Joseph-Haberer-Preis an Schülerinnen und Schüler der Stadt. In diesem Jahr wurden drei Auszeichnungen vergeben: Den ersten Preis erhielten Emilia Brugger und Sophia Plotzitza von der St. Ursula Schule für ihre Arbeit "Die Reise der Familie Boss". Die beiden Schülerinnen hatten das Schicksal der jüdischen Familie Boss aus Villingen nachverfolgt und präsentierten ihre Ergebnisse in einer Präsentation und im Rahmen einer Ausstellung im Franziskanermuseum.

Preisträger des Joseph-Haberer-Preis 2018

Ein dritter Preis ging an Simon Hedderich und Moritz Kramer von der Staatlichen Feintechnikschule in Schwenningen für ihren Film "Sag mir, was Frieden ist". Ihr Film beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven, was Frieden ausmacht und wie er zu erreichen ist. Dafür interviewten sie beispielsweise einen Pfarrer, einen Psychologen und geflüchtete Mitschüler.

Ebenfalls einen dritten Preis erhielt Thomas Weidle vom Gymnasium am Hoptbühl. Er stellte in seiner Seminararbeit die unterschiedlichen Formen von Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Schwenningen und Villingen dar. Sowohl linke Parteien, die Rolle der beiden Bürgermeister und die Kirchengemeinden, thematisiert Weidle in seiner Arbeit.

Deniz Eker erhielt eine lobende Erwähnung für seine Arbeit "Deutsch für Anfänger", die sich mit seiner eigenen Migrationsgeschichte und der Suche nach einer deutsch-türkischen Identität auseinandersetzt.

Die Arbeiten der Preisträger werden jetzt auch gemeinsam mit den ausgezeichneten Arbeiten der vergangenen Jahre vorgestellt: Alle Preisarbeiten.

Ergänzung: Online-Veröffentlichungen

Neben den digitalen Veröffentlichungen des Stadtarchivs finden Sie auf unserer Webseite auch weitere digitale Veröffentlichungen, die sich mit der Geschichte Villingen-Schwenningens beschäftigen. Im Herbst 2018 konnten diese ergänzt werden: Johann Dietrich Pechmann hat das Copialbuch des Abt Geisser transkribiert. Die Quelle enthält Korrespondenzen des Abt Gaisser aus 1630 bis 1640. Sie ist damit eine wichtige Ergänzung zu den Tagebüchern des Abt, die in unserem Archiv-Shop zu finden sind.

Archivale des Monats im August: Ab ins kühle Nass!

Seit Februar 2018 zeigen wir hier das "Archivale des Monats". In dieser Serie möchten wir Ihnen regelmäßig außergewöhnliche Stücke aus den Beständen des Stadtarchivs vorstellen. Besonders alt, besonders schön, besonders originell: Die hier gezeigten Archivalien werden unterschiedlichster Art sein.

Eine Gruppe von Jungen am Beckenrand des Freibads

Endlich beginnt die Freibad-Saison auch in Villingen-Schwenningen. Nicht nur heute sind die Bäder in Villingen und Schwenningen ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Bereits ab dem 19. Jh. stand das Schwimmen, Plantschen und Sonnenbaden in den Städten Villingen und Schwenningen hoch im Kurs.

Das Archivale des Monats zeigt Aufnahmen aus den 30er Jahren vom Badebetrieb im Freibad an der Waldstraße in Villingen. Hier begann im Sommer 1883 der Badebetrieb. 1968 wurde das Gelände schließlich an die Firma Kienzle verkauft. Heute hat das Polizeirevier Villingen hier seinen Sitz.

Carl Anton Kindler filmt das Geschehen im Schwimmbad rund um die Präsentation der aktuellsten Bademode aus dem Modehaus Kindler-Sterk. Neben Bademänteln und -Anzügen bekommen wir auch einen Eindruck aus dem schönen Freibad. Vieles davon erinnert an aktuelle Freibadtage: Wir sehen mutige Turmspringer, spielende Kinder und natürlich gab es auch Eis.

Im Stadtarchiv befindet sich auch eine Badeordnung von 1894. Sie ruft zu "Ordnung und Anständigkeit" während des Badens auf und verbietet "lärmendes Gespräch und großes Geräusch" im Bad. Tonaufnahmen sind zu den Filmaufnahmen nicht vorhanden, so dass nicht überprüft werden kann, ob sich die Gäste immer an diese Regeln hielten.

Den Film können Sie sich auf der Facebookseite der Stadt Villingen-Schwenningen ansehen.

©SAVS, Best. 1.42.30 Nr. 30

 

Preisarbeiten des Joseph-Haberer-Preis online

In den vergangenen Jahren wurden viele kreative und engagierte Schülerinnen und Schüler aus Villingen-Schwenningen mit dem Joseph-Haberer-Preis ausgezeichnet. Die bisher ausgezeichneten Arbeiten sind vielfältig: Theaterstücke, künstlerische Collagen und literarische Texte. Ein Teil dieser Arbeiten kann jetzt online angesehen werden.

Preisarbeiten Joseph-Haberer-Preis

Kontakt

Amt für Archiv und Dokumentenmanagement
Winkelstraße 7, Bau D, 3. OG
78056 Villingen-Schwenningen

Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit:
Lisa Hahn
Telefon 07721 / 82-1802
Telefax 07721 / 82-1807
E-Mail: lisa.hahn@
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