Villingen-Schwenningen

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Wie tickt Villingen-Schwenningen?

24. Juni bis 27. August 2017 | Franziskanermuseum Villingen

Wahlplakat zur Städtefusion 1972, übermalt vom Karikaturisten Peter Ruge im Jahr 2000 (c) Städtische Museen

Villingen-Schwenningen ist überregional bekannt für die scheinbaren Widersprüche, zwischen denen seine Teilorte existieren: hier mittelalterliche Altstadt, dort Nachkriegsmoderne, hüben Kultur, drüben Industrie. Villingen ist badisch, katholisch, konservativ, Schwenningen schwäbisch-württembergisch, evangelisch und politisch eher 'rot'. Zusammen treten sie als 'Baden-Württemberg-Stadt' auf – authentische Einheit oder ungeliebtes Konstrukt?

Selten sind Struktur und Identität einer Stadt so schwer zu fassen wie die der Doppelstadt. Es gibt sie erst seit der Fusion von 1972, die eher keine Liebesheirat war, sondern eine Vernunftehe. Doch getrennt existieren Schwenningen, Tannheim und Villingen seit mehr als tausend Jahren – äußerlich nur einen Steinwurf und innerlich vermeintlich Welten voneinander entfernt. Das Jubiläum der Ersterwähnung der drei Orte bietet den Anlass für eine Standortbestimmung: Wie sieht die Stadt sich selbst, wie sehen sie andere, und was ist die 'Wahrheit'? Von der alamannischen Frühgeschichte bis in die Gegenwart und darüber hinaus forscht die Ausstellung nach Brüchen, Kontinuitäten und Dissonanzen in der Entwicklung der städtischen Identität(en). Dabei will die Ausstellung mehr Fragen aufwerfen als Antworten liefern. Die erhofft sie sich vielmehr durch Rezeption und Reflexion der Besucher/innen. Sie werden bewusst mit subjektiven Klischees und Vorurteilen, ebenso mit objektiven Fakten konfrontiert – alle Perspektiven sollen dazu beitragen, die 'Realität' zu finden.

Zu den spannendsten Ausstellungsstücken zählen eine kostbare Abschrift der 1200 Jahre alten Urkunde Kaiser Ludwigs des Frommen sowie der berühmte Fürstenbergkelch und das Scheibenkreuz aus dem Münsterschatz. Nicht zuletzt werden zahlreiche vergessene, kuriose und rätselhafte Exponate aus den Museumsdepots erstmals öffentlich präsentiert.

Die Ausstellung 'Wie tickt Villingen-Schwenningen?' versteht sich auch als Einladung zur Suche nach einem neuen Selbstverständnis. Das Jubiläumsmotto 'Aufbruch 817 – 2017. Wege in die Zukunft' könnte somit den Abschied von eingefahrenen Sichtweisen und Denkroutinen bedeuten. Gibt es am Ende vielleicht sogar so viele Stadtidentitäten, wie es Bewohner gibt?

Eröffnung: Freitag, 23. Juni 2017, 17 Uhr

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