Villingen-Schwenningen

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'Sich ein Bild von einem Ort machen'

13.05.2019


© Renata Jaworska

Dank ihrer großzügigen Bereitstellung im digitalen Raum, jederzeit zugänglich und verfügbar, sind komplexe Stadtsysteme heutzutage im wahrsten Sinne des Wortes überschaubar und zugleich bis ins Detail einsehbar. Jeder ist vermeintlich in der Lage, sich an einem Ort zu bewegen, sich sprichwörtlich 'ein Bild von ihm zu machen'. Dieser Ort mag Hunderte oder gar Tausende von Kilometern entfernt liegen, dennoch scheint er mühelos erreichbar. So der Eindruck. Doch was bedeutet es eigentlich wirklich, 'sich ein Bild von einem Ort zu machen'?

Wie positioniert und bewegt man sich als Individuum innerhalb eines (fremden) räumlichen und sozialen Gefüges? Wie verändert die eigene, subjektive Wahrnehmung das Bild eines Ortes? Und wie lässt sich die Vielgestaltigkeit der Welt in unserer komplexen, digital geprägten Gegenwart überhaupt erfassen?

All dies sind Fragen, die Renata Jaworska (geb. 1979 in Polen) in ihren Gemälden und Graphiken intensiv erkundet.

Seit 2017 setzt sie sich verstärkt mit dem Medium der Karte und dessen spezifischer Form der Wirklichkeitsdarstellung auseinander. Ausgehend von realem Kartenmaterial und aus der unmittelbaren Begegnung mit Orten heraus, entstehen persönliche und biographisch geprägte Bilder von urbanen Strukturen und Gebieten, in denen sie Aneignungs- und Ordnungsprozesse sowie die Frage nach Zugehörigkeit reflektiert. Entscheidende Bedeutung kommt dabei der Linie zu, dem bestimmenden Gestaltungsmittel der Künstlerin. Sie verleiht den Bildern nicht nur ihre Dichte und Dynamik, sondern löst die jeweiligen Orte aus ihrem nüchternen, kartographischen Kontext heraus und verwandelt sie gleichsam in Palimpseste voller Verknüpfungen und Verflechtungen, in denen sich die eigenen Erfahrungen, Prägungen und Erinnerungen der Künstlerin eingeschrieben haben.

Um die individuelle Erfahrung eines Ortes geht es auch in einem interaktiven Projekt, das Renata Jaworska eigens für Villingen-Schwenningen entwickelt hat. Hierbei werden die Besucher der Ausstellung selbst dazu aufgerufen, in Form einer Karte ihrer persönlichen Wahrnehmung der Stadt Ausdruck zu verleihen. Zum Ende der Ausstellung lässt Renata Jaworska aus diesen einzelnen Karten der Besucher dann ein neues, großes Bild der Stadt Villingen-Schwenningen entstehen, das ihre Diversität und die Vielzahl an Perspektiven auf den Ort zeigt. Die Präsentation des Bildes erfolgt im Rahmen der Finissage.

Darüber hinaus gibt es während der Ausstellungslaufzeit im Rahmen von öffentlichen Führungen wieder zahlreiche Gelegenheiten, die Bilder von Renata Jaworska im gemeinsamen Gespräch zu erschließen. Für Gruppen und Schulklassen können wie immer auch Sonderführungen gebucht werden.

Zur Ausstellung erscheint außerdem (in Kooperation mit der Stadtgalerie Markdorf) ein umfangreicher, bebilderter Katalog.

RENATA JAWORSKA
VERORTUNG

19. Mai bis 28. Juli 2019

 

Städtische Galerie Villingen-Schwenningen 'Lovis-Kabinett'

Stadtbezirk Schwenningen, Friedrich-Ebert-Straße 35

78054 Villingen-Schwenningen

Tel 07720/82-1098; Fax 07720/82-1097

galerie@villingen-schwenningen.de

http://galerie.villingen-schwenningen.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag; 10-12 und 14-17 Uhr, Montag geschlossen

 

Eröffnung der Ausstellung: Samstag, 18. Mai 2019, 17 Uhr

Es sprechen:

Jürgen Roth, Oberbürgermeister

Vanessa Charlotte Heitland M.A., Leiterin Städtische Galerie

Die Künstlerin ist anwesend.

 

Sponsor: Sparkasse Schwarzwald-Baar

 

Internationaler Museumstag

19. Mai, 15 Uhr: Künstlergespräch mit Renata Jaworska

 

Öffentliche Führungen

26. Mai 2019, 11 Uhr

16. Juni 2019, 11 Uhr

6. Juli 2019, 19 und 20 Uhr (Schwenninger Kulturnacht)

18. Juli 2019, 18.30 Uhr (Feierabendführung)

28. Juli 2019, 15 Uhr (Finissage)

Weitere Führungen nach Terminvereinbarung.

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