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Straftaten in VS sind rückläufig

16.04.2019


Der Oberbürgermeister Jürgen Roth (Mitte) ist an den Zahlen der Kriminalstatistik sehr interessiert.

Alexander Türschmann, Leiter des Polizeireviers Schwenningen, Thomas Barth, Leiter des Polizeireviers Villingen und Detlef Eggert, stv. Leiter der Kriminalpolizei VS, stellten gestern die Zahlen der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik für das Oberzentrum vor. Oberbürgermeister Jürgen Roth bedankte sich bei den Vertretern der Landespolizei und unterstrich dabei, dass die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizei sehr gut funktioniere. »Ich freue mich über die positive Entwicklung der Zahlen. Vor allem darüber, dass Villingen-Schwenningen ein sicheres Pflaster ist«, so der Oberbürgermeister im Rahmen der gemeinsam Pressekonferenz von Polizei und Stadt.

Bevor Alexander Türschmann in die statistische Tiefe ging, appellierte er auch an die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die zur Kriminalitätsbekämpfung nicht unerheblich beitrage. »Wenn die Bürgerinnen und Bürger selbst ein wachsames Auge haben, kann dies manchmal zur Verbrechensbekämpfung sehr nützlich sein«, so Türschmann.
Besonders erfreulich zeige sich die rückläufige Anzahl von Straftaten für das Stadtgebiet Villingen-Schwenningen. 397 Straftaten weniger als im Vorjahr wurden in der Statistik erfasst. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 9,5 Prozent. Die Häufigkeitszahl dient dazu, das Verhältnis zwischen Einwohnern und begangenen Straftaten auszudrücken. Die Häufigkeitszahl in Villingen-Schwenningen mit 4.719 liegt unter der des Landes (5.191), jedoch über der Vergleichszahl des gesamten Polizeipräsidiums Tuttlingen (3.459), zu dem VS gehört.

Wenngleich die Aufklärungsquote in VS leicht rückläufig sei, so die Beurteilung der Polizeivertreter, sei sie mit 61,2 Prozent im Langzeitvergleich immer noch auf einem hohen Niveau. Teilweise ist der Rückgang der Aufklärungsquote auch darin begründet, dass Straftaten, die eine hohe Aufklärungsquote aufweisen, rückgängig sind.

Wie Detlef Eggert von der Kriminalpolizei ausführte, wurden drei Straftaten gegen das Leben verzeichnet. In diesen drei Fällen ist jedoch kein Mord zu verzeichnen, sondern in einem Fall ging es um den Verdacht der fahrlässigen Tötung durch Behandlungsfehler, in einem weiteren um versuchten Totschlag, bei dem zwei Geschäftspartner in Streitigkeiten geraten sind, wobei einer von ihnen mit einem Baseballschläger auf den anderen einschlug. Im dritten Fall kam es unter Jugendlichen im Bereich der Rauschgiftkriminalität zum Einsatz eines Messers, welches dem Opfer in die Brust gerammt wurde.
Im Bereich der Straften gegen die sexuelle Selbstbestimmung wird die Arbeit weiter intensiviert. Die gestiegenen Fallzahlen von 61 in 2017 auf 64 in 2018 seien, so Eggert, auch einer Änderung des Sexualstrafrechts zugrunde liegend. Ebenso werden mehr Anzeigen in diesem Bereich auch erstattet. »Das ist ein Trend in die richtige Richtung«, so Detlev Eggert.
Große Erfolge konnte die Kriminalpolizei bei der Bekämpfung einer Schwenninger Jugend-Gang, die schon Ende 2017 in Erscheinung getreten war, verzeichnen. Durch die Einrichtung einer Ermittlungsgruppe, die massiv alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfte, konnte der Gang der Gar ausgemacht werden. 80 Prozent der damaligen Gang-Mitglieder haben heute einen Schlulabschluss und eine Ausbildungsstelle. Das sei auch dank der übergreifenden Zusammenarbeit zwischen den Jugendämtern der Stadt und des Kreises möglich gewesen.

Wie die Statistik auch zeigt, sind von 1.984 Beschuldigten 1.579 männliche Tatverdächtige. Das Verhältnis von deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt bei 1.284 deutschen Tatverdächtigen gegenüber 700 nichtdeutschen Tatverdächtigen. »Wobei bei den Hoheitsdelikten der Anteil ausländischer Täter für verschiedene Straftaten in einem höheren Bereich liegt«, so Thomas Barth, Revierleiter von Villingen.

Für manche Bereiche der Stadt, dazu gehören unter anderem die Villinger Färberstraße oder der Bereich des Schwenninger LeProm, nehmen Bürgerinnen und Bürger subjektiv eine andere Bedrohungslage wahr, als sich in den statistischen Zahlen ablesen lässt. »Die Fallzahlen von Straftaten in der Färberstraße haben sich in den vergangenen Jahren reduziert. Auch von 2017 mit 104 Fällen zu 2018 mit 81 Fällen. Es gibt hier eine hohe Präsenz durch Polizei und der örtlichen Polizeibehörde. Es zeigt sich auch, dass Straftaten meist schon eine Vorgeschichte vorangeht und sich daraus ein Konflikt entwickelt. Zufallsopfer in der Form, dass jemand ohne Anlass einfach attackiert wird, gibt es kaum«, so Villinger Revierleiter. Auch Ralf Glück als Leiter des Bürgeramtes kann dies so bestätigen. Im Vergleich von fünf Jahren liegen die Zahlen für den Bereich Straßenkriminalität in einem deutlich niedrigeren Bereich als noch im Jahr 2014, von 836 (2014) auf 742 (2018). Für Aggressionen im öffentlichen Raum ist im Langzeitvergleich die Zahl etwa gleichbleibend, wobei von 2017 auf 2018 rückläufige Zahlen verzeichnet wurden.

Weniger erfreut zeigte sich die Polizei in Bezug auf die Zahlen zu Wohnungseinbrüchen im Stadtgebiet. Eine gestiegene Zahl an Fällen von 31 in 2017 auf 56 in 2018 ist hier in VS zu verzeichnen, wobei das gesamte Stadtgebiet betroffen ist. Die Aufklärungsquote ist rückläufig, wobei der hervorragende Wert aus dem Vorjahr eine hohe Messlatte vorgegeben hatte. »Aber selbstverständlich bleiben wir in diesem Bereich dran. Die Tätergruppen sind weniger aus VS selbst, sondern kommen von auswärts und reisen zum Teil sogar durch ganz Europa«, erläutert Barth.

Ein wichtiges Anliegen der Vertreter von Polizei und Stadt war das Thema in Bezug auf Gewalt gegenüber Polizeibeamten bzw. Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes. Die Polizei wird deshalb künftig Bodycams einsetzen, die bei Bedarf das Geschehen vor Ort aufnehmen und als Beweismittel dienen. Für den Kommunalen Ordnungsdienst, der wie die Landespolizei auch, die gleichen Rechte und Pflichten hat, sei dies von Seiten des Landes nicht vorgesehen, so Ralf Glück. Dennoch erleben auch die städtischen Mitarbeiter vielfach verbale und sogar tätliche Gewalt bei der Ausübung ihres Dienstes.

 

 

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