Villingen-Schwenningen

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7. Ökologisches Bauen

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz

 Zum 01.01.2009 ist das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) des Bundes in Kraft getreten. Ziel des Gesetzes ist es, im Interesse des Klimaschutzes den Anteil der erneuerbaren Energien bei der Wärmeversorgung von Gebäuden auszubauen und dadurch zu einer nachhaltigen Energieversorgung beizutragen. Das EEWärmeG des Bundes regelt eine Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärmeversorgung bei neuen Gebäuden (Wohn- und Nichtwohngebäude), für die ab dem 1. Januar 2009 der Bauantrag gestellt wird oder die Kenntnisgabe erfolgt. Das seit dem 01.01.2008 geltende Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes (EWärmeG) ist zu diesem Zeitpunkt für den Bereich neuer Wohngebäude abgelöst worden. Das heißt, Neubauvorhaben im Wohngebäudebereich, für die bis zum 31.12.2008 der Bauantrag gestellt wurde oder die Kenntnisgabe erfolgt ist, sind noch unter das Wärmegesetz des Landes gefallen. Für bestehende Wohngebäude werden im EWärmeG BW ab dem 01. Januar 2010 ebenfalls Vorgaben für die Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärmeversorgung gemacht, wenn im Einzelfall die zentrale Heizanlage ausgetauscht wird. Über das Landesgesetz finden Sie weitere Informationen unter www.um.baden-wuerttemberg.de Stichwort Wärmegesetz.

www.um.baden-wuerttemberg.de

Zur Erfüllung der Nutzungspflicht nach dem EEWärmeG des Bundes können die verschiedenen Formen erneuerbarer Energien wie solare Strahlungsenergie, Biomasse, Geothermie und Umweltwärme auch in Kombination genutzt werden.

Wer keine erneuerbaren Energien einsetzen kann oder will, dem stehen ersatzweise auch andere klimaschonende Maßnahmen offen. Eigentümer können ihr Gebäude z.B. stärker dämmen, Abwärme nutzen, Wärme aus Nah- oder Fernwärmenetzen beziehen oder Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung einsetzen. Bei den verschiedenen Technologien müssen die technischen Standards nachdem EEWärmeG eingehalten werden. Wer aus rechtlichen oder technischen Gründen weder erneuerbare Energien nutzen noch Ersatzmaßnahmen ergreifen kann, ist von der Nutzungspflicht befreit. Führen Maßnahmen im Einzelfall zu einer unbilligen Härte, so kann die untere Baurechtsbehörde eine Befreiung erteilen. Um die Erfüllung der Verpflichtungen überprüfen zu können, müssen die Eigentümer der neuen Gebäude in der Regel innerhalb von 3 Monaten ab der Inbetriebnahme der Heizanlage bei der unteren Baurechtsbehörde Nachweise vorlegen. Die zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen an die Nachweisführung sind je nach Technologie unterschiedlich. Vordrucke für die Nachweisführung gibt es bei Ihrer Baurechtsbehörde.

Weitere Informationen zum EEWärmeG finden sie unter www.erneuerbare-energien.de unter dem Stichwort Gesetze/Verordnungen/Wärmegesetz. 

www.erneuerbare-energien.de

Energieeinsparverordnung (EnEV 2009)

Die neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) ist am 01.10.2009 in Kraft getreten. In der Umsetzung der Klimaziele der Bundesregierung müssen damit Gebäude gegenüber der alten Regelung (EnEV 2007) um durchschnittlich 30 Prozent sparsamer im Energiebedarf sein. Das wird erreicht durch: 

Errichtung neuer Wohn- oder Nichtwohngebäude

  • Die Obergrenze für den zulässigen Jahres-Primärenenergiebedarf von Neubauten wird durchschnittlich um 30 Prozent gesenkt.
  • Die Wärmedämmung der Gebäudehülle  von Neubauten muss um durchschnittlich 15 Prozent mehr leisten. 

Modernisierung von Altbauten (2 Alternativen)

  1. Bei größeren baulichen Änderungen an der Gebäudehülle (z.B. Dach, Fassade, Fenster) werden die Anforderungen an diese Baueile um durchschnittlich 30 Prozent verschärft.
  2. Nach Sanierung muss der Jahres-Primären-energiebedarf des Gebäudes um 30 Prozent weniger sein und die Gebäudehülle um 15 Prozent besser gedämmt sein als bisher. 

Nachrüsten in Altbauten

  • Dämmung des Daches oder:
    • Wärmedämmung oberster nicht begehbarer Geschossdecken: Verschärfung der Qualität der Wärmedämmung [statt bisher 0,30 Watt/(m² x K) künftig mindestens 0,24 Watt/(m² x K)]
    • Wärmedämmung oberster begehbarer Geschossdecken (Pflicht bis spätestens 2011).
  • Für Klimaanlagen, die die Feuchtigkeit der Raumluft verändern sollen, wird eine generelle Pflicht zum Nachrüsten von Einrichtungen zur automatischen Regelung der Be- und Entlüftung vorgesehen. 

Außerbetriebnahme von Nachstromspeicherheizungen

Stufenweise ab 01.01.2020 einsetzende Pflicht zur Außerbetriebnahme von elektrischen Speicherheizungen (keine Fußbodenheizungen) mit einem Alter von mindestens 30 Jahren in größeren, ausschließlich mit solchen Heizungen beheizten Gebäuden (Wohngebäude mit mindestens sechs Wohneinheiten, Nichtwohngebäude mit mehr als 500 m² Nutzfläche).

Die Pflicht entfällt, wenn

  • das Gebäude das Wärmedämmniveau nach der Wärmeschutzverordnung 1995 erfüllt,
  • öffentlich-rechtliche Pflichten entgegenstehen (z.B. Festsetzungen im Bebauungsplan)

      oder

  • die erforderlichen Aufwendungen für die Außerbetriebnahme und den Einbau einer neuen Heizung auch bei Inanspruchnahme möglicher Fördermittel nicht innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können.

 

 

Kontakt

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Fax: 07720 / 82-2837
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