Villingen-Schwenningen

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10. Die Bauausführung

10.1. Rechte und Pflichten des Bauherrn

Bei der Ausführung des Bauvorhabens übernimmt der Bauherr verschiedene Verpflichtungen. Jedem Bescheid sind Bedingungen, Auflagen, Vorbehalte oder Hinweise beigefügt, die vom Bauherrn beachtet werden müssen. Der Beginn, die Unterbrechung, die Rohbaufertigstellung und die abschließende Fertigstellung sind dem Amt für Stadtentwicklung, Abteilung Baurecht, jeweils vorher mitzuteilen. Der Baugenehmigung sind jeweils entsprechende und vorbereitete Formulare beigefügt. Sofern öffentliche Straßenflächen für die Durchführung der Baumaßnahme in Anspruch genommen werden oder eine Absperrung errichtet werden soll, muss hierfür eine Sondererlaubnis beim Stadtbauamt eingeholt werden.

10.2. Gesundheitsbewusst bauen

Der Trend zu gesünderem Bauen ist unverkennbar. Die Gesundheitsgefährdung durch Baumaterialien und Bauweisen ist in den letzten Jahren stark diskutiert worden. Hier konnten immer häufiger Wirkungen nachgewiesen werden, die das Wohlbefinden der Bewohner deutlich beeinträchtigen oder gar gesundheitsschädlich sind. Das verstärkte Interesse der Öffentlichkeit gilt heute vor allem drei Gruppen von Baustoffen:

  • Schweb- und Faserstoffe aus bestimmten Materialien (Asbestfasern oder künstliche Materialfasern)
  • Chemische Substanzen in Baustoffen (z. B. Formaldehyd in Spanplatten, Dämmstoffen, Belägen, Tapeten; PCP und Linadan in Holzschutzmitteln, Lösungsmittel in Farben, Lacken, Klebern etc.)
  • Strahlenexposition aus Baustoffen, z.B. Radon und seine Folgeprodukte

Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen konnten sich vor allem deshalb einstellen, weil gerade im Hobby- und Heimwerkerbereich bei der Anwendung und Verarbeitung von Baustoffen manche Regeln nicht beachtet wurden, die dem 'Profi' vertraut sind. Beim biologischen Bauen wird diese gesundheitsbewusste Linie weiterverfolgt, indem man sich verstärkt wieder den altbewährten Materialien wie Ziegel, Holz, Naturstein, Kalk. lösemittelfreie Produkte etc. zuwendet.

Bauen mit Naturstoffen

Dies gilt sowohl für den Rohbau, bei dem die Mauern wieder aus Ziegelsteinen gebaut und die Dächer mit Ziegelplatten gedeckt werden, als auch für den Innenausbau, bei dem Holzverkleidungen und Bodenbeläge aus Holz, Kork, Wolle, Keramik oder Linoleum verwendet werden.

Glas

Glas – ebenfalls ein reines Naturprodukt – ist zu einem der dominierenden Baustoffen geworden. Je höher der Glasanteil an der Fassadenfläche ist, desto größer ist bei entsprechender Ausführung auch der Gewinn an Licht, Sonne und Wärme für alle nach Süden orientierten Räume. Dadurch eröffnet sich eine neue Dimension des Wohnens mit der Behaglichkeit, gesteigertem Wohlbefinden und höherer Lebensqualität. Zudem hilft die natürliche Heizkraft der Sonne, Heizkosten zu sparen.

Wärmedämmung und Speicherung

Zur konsequenten Umsetzung der Baubiologie gehört der Umweltschutz. Zu den wirksamsten Maßnahmen zählen hier eine verstärkte Wärmedämmung und eine energiesparende Hausheizung. Der Einbau dichter Isolierglasfenster, eine optimale Wärmedämmung der Außenhülle, und der Einsatz sogenannter alternativer Techniken helfen den Energieeinsatz und die Schadstoffbelastungen zu reduzieren. Wer jetzt seine Heizung auf einen gasbetriebenen Brennwertkessel umstellt, schont auf längere Sicht seine Geldbörse und die Umwelt. Wer dazu noch Sonnenkollektoren montieren lässt, die das Warmwasser in der wärmeren Jahreszeit ausschließlich mit Hilfe der Sonnenwärme bereitstellen, beweist, dass er den Umweltschutz ernst und dafür vorübergehend auch Mehrkosten in Kauf nimmt.

Energiesparen

Derzeit werden in einem Einfamilienhaus ca. 80 % des Gesamtenergiebedarfs für die Heizung benötigt. Sparmaßnahmen in diesem Bereich sind daher besonders effektiv. Streng genommen müssten alle Anlagen, die vor 1979 gebaut wurden, modernisiert werden. Hauptursache der schlechten Energieausbeute und damit einer erhöhten Umweltbelastung ist der geringe Wirkungsgrad veralteter Heizkessel. Erhebliche Wärmemengen verlassen das Haus ungenutzt über den Schornstein. Die Abgasverluste können durch moderne Heizkessel beträchtlich verringert werden. Damit mindern sich auch Schadstoffe wie Schwefeldioxyd. Die Kohlendioxydproduktion ist Hauptverursacher des Treibhauseffektes! Nicht zuletzt spart eine umweltfreundliche Feuerungsanlage unmittelbar auch Öl oder Gas und damit bares Geld.

Jeder Besitzer kann sich anhand der Bescheinigung des Bezirksschornsteinfegers selbst eine Bild über den Zustand seiner Heizungsanlage machen. Im Messprotokoll muss beispielsweise immer die Rußzahl angegeben sein. Ist sie größer als 9, zeigt dies einen Niederschlag unverbrannter Kohlenstoffe an. Die Verbrennung ist also nicht vollständig, eventuell entsteht sogar giftiges Kohlenmonoxid. Außerdem behindert Ruß den Wärmeübergang vom heißem Rauchgas in das Heizwasser. In der Vergangenheit hat man die Heizung aus Sicherheitsgründen gern eine Nummer zu groß gewählt, damit es auch im kältesten Winter noch ausreichend warm würde. Dieses 'Darf es ein bisschen mehr sein?' ist für den Heizungsbauer heute keine Frage mehr. Es muss die richtige Heizung sein, berechnet nach dem tatsächlichen Wärmebedarf der jeweiligen Wohnung.

Nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) gilt unter den modernen Heizkesseln der Brennwertkessel als 'besonders energiesparende und umweltschonende Wärmeerzeugung'. Für Hausbesitzer, die ihre Heizung modernisieren wollen, empfiehlt es sich, bei Verbraucherverbänden, Energieberatern kommunaler Versorgungsunternehmen oder beim Installateur Informationen über die derzeit günstigste Heizungs- und Warmwassertechnik einzuholen. Die Berater können Vergleichsrechnungen anstellen, wie rentabel eine Entscheidung bei höheren Anschaffungskosten z.B. von Brennwertgeräten, aber wesentlich niedrigeren Kosten ihres Energieverbrauches sein kann. Seit 1993 wurden die Grenzwerte für Abgasverluste deutlich verschärft. Einige Altanlagen sind daher nicht mehr erlaubt.

10.3. Preiswert bauen

Der Mehrzahl aller Bauherren bietet sich nur einmal in ihrem Leben die Chance, ein Haus zu bauen. Um so mehr möchten sie möglichst all ihre Wünsche und Erwartungen mit dem neuen Heim verwirklichen. Die erste vorsichtigen Kostenschätzungen bringen dann aber meist schon eine Ernüchterung: Soll der Bau kostengünstig bleiben, muss man von so mancher liebgewonnenen Idee Abschied nehmen.

Die Kunst des Bauens besteht letztlich darin, mit einem möglichst geringen finanziellen Aufwand ein Optimum an Bau- und Wohnqualität zu erreichen. Die beste Erfolgsgarantie dafür ist eine umsichtige Planung. Nur der Fachmann, z.B. ein Architekt, kann sich einen sicheren Überblick über die zu erwartenden Ausgaben verschaffen und feststellen, wo noch Einsparungen möglich sind. Klare Absprachen vor Baubeginn vermeiden zudem Änderungswünsche während der Bauphase und damit unnötige Zusatzkosten. Die Frage, wie man am preiswertesten bauen kann, hängt sehr von den individuellen Ansprüchen des Bauherren ab. Dennoch lassen sich einige Richtlinien aufstellen, von denen die Preisgestaltung wesentlich beeinflusst wird:

So einfach bauen wie möglich!
Die Form des Hauses sollte möglichst kompakt sein. Das hilft, nicht nur Baumaterial, sondern später auch Betriebs- und Unterhaltungskosten zu sparen. "Einfache" Bauformen müssen nicht monoton und uniform wirken, mit einem guten Entwurf lässt sich auch hier eine anspruchsvolle Gestaltung erreichen.

Am Rohbau nicht sparen!
Faustregel: Die Grundsubstanz soll viele Generationen überdauern. Zu knapp dimensionierte und in der Praxis wenig erprobte Bauweisen und Materialien sollten unbedingt vermieden werden.
Ein Beispiel: Die Außenmauern einige Zentimeter dicker als die Sparversion zu planen, wirkt sich auf die Endkosten kaum merklich aus, verringert aber die späteren Energie- und Instandsetzungskosten deutlich. Was für das Mauerwerk gilt, betrifft auch die Geschoßdecken und das Dach.

Grundrisse dem tatsächlichen Bedarf anpassen!
Zu großzügig bemessene Räume verschlingen Baugelder und Heizkosten. Ein Wohnzimmer beispielsweise, das vielleicht nur am Wochenende richtig genutzt wird, muss nicht unbedingt 60 qm groß sein.

Beim Innenausbau übertriebenen Luxus vermeiden!
Exklusive Wasserhähne, Badewannen, Bodenbeläge, Schalter etc. kosten ein Vielfaches im Verhältnis zu einfachen Standardausstattungen. Es besteht immer noch die Möglichkeit, später bei verbesserter Haushaltslage "nachzurüsten".

Grundstücksfläche optimal ausnutzen!
Vielleicht hat auf dem Grundstück ein zweites Haus Platz? Beim gemeinsamen Bauen lassen sich von der Planung und Erschließung bis zur Bauausführung erhebliche Kosten sparen, ebenso bei größeren Mengenabnahmen von Baustoffen. Verdichtete Bauweise sind zudem energetisch günstiger als freistehende Einfamilienhäuser.

Kellerraum ist Nutzraum!
Manche Bauherren setzen ihren Sparstift zu allererst beim Keller an. Mit dem Wegfall des Kellers müssen aber Nebenflächen wie Heizzentrale, Waschküche, Lager und Hobbyraum anderweitig im Gebäude untergebracht werden – zumeist in bester Bauausführung und bei Erweiterung der Gebäudegrundfläche. Ein Keller dagegen beansprucht keine zusätzliche Grundfläche und kann auch in einfachster Bauausführung hergestellt werden. Nebenräume im Keller unterzubringen kann also auch eine preislich interessante Alternative sein. Ausnahmen sind bei einer schwierigen Hanglage oder einem hohen Grundwasserspiegel gegeben. Solche Voraussetzungen erfordern hohe Kosten für Sonderbaumaßnahmen. Denken Sie daran, dass Sie im Nachhinein keinen Keller mehr bauen können.

Baustoffe "horten"!
Schon vor Baubeginn Sonderangebote der örtlichen Handwerksbetriebe sowie Baumärkte z.B. an Fliesen, Farben Installationsmaterial etc. wahrnehmen.

Eigenleistungen einbringen!
Dies gilt aber nur, falls genügend Zeit und praktische Erfahrungen vorhanden sind. Ggf. können Eigenleistungen auch unter anfänglicher fachlicher Anleitung erfolgen.

10.4. Wie sichere ich mein Eigenheim?

"Bei mir wird schon nicht eingebrochen ...", so denken viele Menschen, bis es doch passiert. Dann ist der Schock groß, die Privatsphäre ist verletzt und das Sicherheitsgefühl verloren. Auch psychische Folgen, die nach einem Einbruch auftreten können, wiegen oft schwerer als der materielle Schaden.
Die Erfahrung der Polizei zeigt, dass man sich davor schützen kann. Über ein Drittel der Einbrüche bleibt im Versuchsstadium stecken, nicht zuletzt durch sachgemäße sicherungstechnische Einrichtungen. Ca. 95% der Angriffe von Einbrechern erfolgen auf Fenster und Türen im Erdgeschoss. Vernachlässigen Sie aber das Obergeschoß oder leicht erreichbare obere Stockwerke nicht. Leitern, Gartenmöbel, Kisten, Mülltonnen usw. können als Aufstiegshilfen dienen. Keller- und andere Zugangstüren dürfen auch nicht außer Acht gelassen werden. In aller Regel betragen die Mehrkosten für den Einbau einbruchhemmender Fenster und Türen nicht einmal 2% der Gesamtbaukosten.

Fenster / Fenstertüren

Bei Neu- und Umbauten erhalten Sie durch den Einbau von einbruchhemmenden Fenstern und Fenstertüren nach DIN V ENV 1627, mindestens Widerstandsklasse 2 einen guten Einbruchschutz. Diese Fenster haben einen besonders widerstandsfähigen Beschlag, einen verstärkten Fensterrahmen, eine Verbundsicherheitsglasscheibe (DIN 52290) und abschließbare Fenstergriffe. Die Sicherung mit üblichen Rollläden reicht nicht aus. Sie dienen als Sicht- und Sonnenschutz, haben aber keine einbruchhemmende Wirkung. In Einzelfällen kommen einbruchhemmende Rollläden nach DIN V ENV 1627, mindestens Widerstandsklasse 2 in Betracht. Sie bestehen aus Holz oder Aluminium und sind gegen Hochschieben durch eine integrierte Hebesperre automatisch gesichert. Außerdem werden einbruchhemmende Rollläden in fest verankerten Führungsschienen gegen Herausreißen gesichert. Alle Rollläden sollten gegen Hochschieben gesichert werden. Terrassen- oder Balkontüren können auch mit Roll- oder Scherengittern bzw. Gittertüren gesichert werden. Häufig gekippte Fenster (WC / Bad / Küche) können mit einem Gitter wirkungsvoll geschützt werden. Gitter müssen fachgerecht befestigt und gegen Demontage gesichert werden. Die Gitterstäbe sollten mindestens 18 mm stark sein und keine Durchstiegsmöglichkeit bieten.

Haus- / Wohnungstüren

Ungesicherte Türen bieten sowohl an der Bandseite als auch an der Schließseite entsprechende Schwachstellen für Werkzeugangriffe. Durch den Einbau einbruchhemmender Türen nach DIN V ENV 1627, mindestens Widerstandsklasse 2, erhalten Sie einen guten Einbruchschutz. Diese Türen verfügen über ein massives Türblatt, eine verstärkte Zarge, einen Sicherheitsbeschlag mit Bohrschutz, verstärkte Türbänder mit Hintergreifhaken / Tresorbolzen, ein verstärktes, speziell verankertes Winkelschließblech und i.d.R. einen Türspion. Eine integrierte Türspaltsperre dient als Überrumpelungsschutz gegen unliebsame Gäste. Das Türschloss mit eingebautem Sicherheitsschließzylinder sollte Werkzeugangriffen verschiedenster Art standhalten können.

Einbruch- / Überfallmeldeanlage

Die o.g. mechanischen Sicherungsmöglichkeiten können im Einzelfall mit einer Einbruchmeldeanlage elektronisch überwacht werden. Je nach Art und Umfang kann sie Täter abschrecken, so dass es gar nicht zu einem Einbruchsversuch kommt, oder bei erkanntem Einbruch hilfeleistende Stellen (Wach- und Sicherheitsdienste) alarmieren. Einbruchmeldeanlagen sollten gleichzeitig als Überfallmeldeanlage konzipiert sein, damit bei Notfällen manuell Alarm ausgelöst werden kann.

Grundstück

Bei der Gestaltung Ihres Grundstücks sollten Sie die Beleuchtung, die Einfriedung die Zutrittskontrolle, die elektrischen Außenanschlüsse und die Bepflanzung entsprechend berücksichtigen. Einbruchgefährdete Bereiche sollten deshalb beleuchtet sein. Das Licht kann automatisch durch Bewegungsmelder geschaltet werden. Außensteckdosen sollten gegen den Einsatz leistungsstarker Maschinen abschaltbar sein. Gestalten Sie Ihr Grundstück übersichtlich und vor allem für Nachbarn einsehbar, um Einbrechern Versteckmöglichkeiten zu nehmen.

Gesamtkonzept

Wichtig ist der Gesamtschutz des Hauses bzw. der Wohnung. Nur wenn alle Schwachstellen beseitigt sind, ist Ihr Eigentum wirksam geschützt. Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Informieren Sie sich zu Ihrer Sicherheit bei der Polizei

Die Polizeidirektion Villingen-Schwenningen bietet hierzu kostenlose individuelle Schwachstellenanalysen mit entsprechenden Sicherheitsempfehlungen durch geschulte Berater an. Auch schon während der Bauplanungsphase können Sie sich dort kostenlos beraten lassen.
Sie erreichen die Berater unter Telefon 07721 / 601-314 während der üblichen Bürozeiten.

Kontakt

Amt für Stadtentwicklung

Winkelstraße 9
78056 Villingen-Schwenningen

Tel.: 07720 / 82-2821
Fax: 07720 / 82-2837
E-Mail: ste@villingen-schwenningen.de

Amtsleiter:
Henning Keune

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