Regio TV-Beitrag zu Pilotbohrung

Regio TV hat die Probebohrung auf dem Oberen Brühl begleitet und vor Ort die Arbeiten gefilmt. Oberbürgermeister Jürgen Roth, Grünflächen- und Tiefbauamtsleiterin Silvie Lamla und Diplom-Geologe Jörg Ruppenthal berichten über das große Stadtentwicklungsprojekt.

Regio TV-Beitrag ansehen

 Zukunftsprojekt Oberer Brühl

Auf dem ehemaligen Kasernengelände Mangin im Stadtbezirk Villingen soll ein neues Stadtquartier mit ca. 680 WE für bis zu 1.500 Menschen entstehen. Das 7 ha große Areal ist seit Oktober 2020 im Eigentum der Stadt Villingen-Schwenningen. Durch die innenstadtnahe Lage in einer fußläufigen Entfernung von ca. 10 Min zur historischen Altstadt bieten sich einmalige Potenziale für die Entwicklung eines neuen gemischt genutzten Stadtquartiers, das sich wie ein Puzzleteil in die bestehende Stadtstruktur einfügt.

Das neue Stadtquartier 'Oberer Brühl'

Die militärische Konversionsfläche der ehemaligen Kaserne Mangin wurde bis zum Sommer 2014 von den französischen Streitkräften genutzt und war für die Öffentlichkeit daher nicht zugänglich. Nach der bereits erfolgten Umnutzung der Kaserne Welvert zu einem Wohngebiet und der sich derzeit im Umbau befindlichen Kaserne Lyautey in direkter Nachbarschaft stellt das ehem. Mangin-Areal die letzte innerstädtische Konversionsfläche mit Innenentwicklungspotenzial dar.

Städtebauliches Ziel ist die Umnutzung zu einem urbanen Stadtquartier mit den Funktionen Wohnen, öffentliche Verwaltung mit Stadtarchiv, sozialen Einrichtungen wie KITA und Gemeinschaftstreff sowie öffentlichen und privaten Freiräumen für Erholungszwecke. Von den ca. 680 geplanten Wohneinheiten sollen 250 WE im Segment des geförderten Wohnens realisiert werden, sodass bezahlbarer Wohnraum in einer Größenordnung von über 30% gemäß der beschlossenen Wohnraumstrategie in Villingen-Schwenningen geschaffen wird. Das ca. 7 ha große innenstadtnah gelegene Entwicklungsgelände soll sich zudem mit seiner bestehenden Umgebung vernetzen und auch attraktive Angebote, wie ein Café als Begegnungsort im Quartierszentrum, für lebendige Nachbarschaften bieten.

Der neue Verwaltungsstandort der Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen soll durch den Umbau der bestehenden Kompaniegebäude West und Ost im südwestlichen Bereich des Kasernengeländes am ehemaligen Exerzierplatz entstehen. Hier ist die Unterbringung von verschiedenen Fachämtern vorgesehen, die bisher an unterschiedlichen angemieteten Standorten im Stadtgebiet verteilt sind. Zudem soll die Geschichte der Stadt endlich den Platz erhalten, den sie verdient. Nach Jahren der ursprünglichen Zwischenlösung mit Unterbringung in einem ehemaligen Molkereigebäude in der Lantwattenstraße, soll das Stadtarchiv endlich einen dauerhaften Platz im Stadtzentrum erhalten und das Gedächtnis der Stadt damit für künftige Generationen gesichert werden. Im denkmalgeschützten Offizierskasino nebenan an der Ecke Richthofenstraße/ Kirnacher Straße ist als künftige Nutzung die Durchführung von Trauzeremonien des Standesamtes vorgesehen. Insgesamt werden am Verwaltungsstandort 'Oberer Brühl' bis zu 140 Mitarbeiter der Stadtverwaltung einmal arbeiten.

Städtebauliches Konzept mit Nutzungszuordnungen (September 2020) PDF (528 kB)

Aktuelle Meldungen

Baggerbiss läutet Arbeiten am Oberen Brühl ein

Der Bagger hat gebissen und damit ist der Startschuss für die Entwicklung des großen Stadtquartiers 'Oberer Brühl' in Villingen offiziell gefallen! Mit einem kleinen Festakt wurde der Beginn der Arbeiten am neuen Wohnquartier 'Oberer Brühl' offiziell gefeiert. Neben der Verwaltungsbündelung werden hier künftig 680 Wohneinheiten entstehen.

"Heute ist ein wahrlich bewegter Tag in einem bewegenden Quartier. Denn woher wir kommen und wohin wir wollen, definiert oftmals auch wo wir aktuell stehen", so ein zufriedener Jürgen Roth - OB von Villingen-Schwenningen zu den Gästen, die anlässlich des Beginns der Arbeiten auf das Gelände eingeladen waren.

Selten bekommt eine Stadt die Chance, mit einem Projekt so viele drängende Themen unserer Zeit zu begegnen:

1. Verwaltungsbündelung auf dem Oberen Brühl: Diese führt zu einer deutlichen Haushaltsentlastung, in dem Mieten entfallen und weniger Kosten durch weniger Wegstrecken erreicht werden. Wir werden den Anforderungen der Arbeitswelt gerecht, indem wir ein modernes Arbeitsumfeld bieten und positionieren uns in Zeiten des Fachkräftemangels als Arbeitgeber.

2. Wohnen: 680 Wohneinheiten entstehen auf dem Quartier. Wir werden bis zu 90 Prozent soziales Wohnen auf 3,4 Hektar anbieten. Davon 126 Wohnungen mit einer Kaltmiete 30 Prozent unter dem städtischen Mietspiegel. Dann kommen 250 Wohnungen mit 10 Prozent. unter der üblichen Kaltmiete hinzu! Der Obere Brühl wird ein urbanes Quartier, zentrumsnah und lebenswert mit offengelegtem Sägebach, reduziertem Verkehr und grünen Achsen. Dies mitten im Stadtbezirk Villingen - welch tolle Aussicht.

3. Klimaschutz und Energie: Wir begegnen dem Thema innovativ, mutig und offensiv - das Ziel ist die Klimaneutralität! Geothermie sorgt für Wärme und Kälte, Parken ist zentral vorgesehen, Verkehr wird reduziert, Mobilitätshubs bieten sinnvolle Alternativen für alle.

Danke sagte der OB dem Landesministerium, dem Regierungspräsidium Freiburg, dem Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis, der Bundesanstalt für Immobilienmanagement, dem Landesamt für Denkmalpflege, dem Gemeinderat, allen Projektbegleitern und den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern!

Pilotbohrung auf dem Gelände Oberer Brühl steht an

(21. September 2022)

In der KW 39 soll zur Auslegung der geplanten oberflächennahen Geothermie Anlage für das entstehende Innovationsprojekt "Oberer Brühl", die Pilotbohrung zur Datenermittlung und Dimensionierung niedergebracht werden. Der genaue Tag steht noch nicht final fest und wird nochmal kurzfristig verkündet. Die Pilotbohrung ist der erste Meilenstein für die Errichtung der geothermischen Anlage, welche auf dem neuen Wohnareal "Oberer Brühl" – ehem. Kaserne Mangin – realisiert werden soll. Hierbei werden Informationen über die örtlich spezifischen physikalischen Eigenschaften des Erdreichs gesammelt, um die fachgerechte Auslegung und den optimalen Betrieb der geothermischen Anlage planen zu können.

Die Bohrung dauert nur wenige Tage (ca. zwei bis drei Tage). In diesem Zeitraum wird mittels gespülter Imlochhammerbohrung bis in 350m Tiefe gebohrt. Dabei wird ein normaler Baustellenlärm entstehen. Eine Übertragung von Vibrationen wird lediglich im direkten Radius der Bohrung von einigen Metern erwartet. Hier sollten die umliegenden Straßen und Gebäude sowie Fußgänger keine Einschränkungen wahrnehmen.

In Anschluss zur Bohrung wird die Erdwärme-Sonde im Bohrloch platziert und mit einer speziellen Bohrsuspension verpresst. Mittels dem so genannten Geothermal-Response-Test werden dann über einen Zeitraum von bis zu 72 Stunden Daten gesammelt. Hierbei wird eine definierte Wärmemenge über die platzierte Erdwärme-Sonde auf das umgebende Gestein übertragen und die entsprechende „Antwort" (geothermal response) gemessen. Der Geothermal Response Test ist ein international bewährtes Verfahren zur Bestimmung thermischer Untergrundparameter.

Aus den gewonnenen Daten können exakte gesteinsspezifische Parameter (Wärmeleitfähigkeit) für den Standort und für die Erdwärme-Sonde (Bohrlochwiderstand) ermittelt werden. Des Weiteren werden Informationen über die mittlere Untergrundtemperatur sowie zur notwendigen Einbautiefe der Erdwärme-Sonde ausgewertet. Die Gesamtbohrmeter als wichtigster Kostenfaktor können sodann in Abhängigkeit der jeweiligen Untergrundeigenschaften klar festgelegt werden. Hierdurch ergibt sich eine technische und finanzielle Optimierung der Anlage sowie eine Gewährleistung der erforderlichen Wärmeleistung.

Weitere Informationen

Archäologen untersuchen Kriegsgefangenenlager

(Mai-September 2022)

Während des 2. Weltkrieges, befand sich hier das Kriegsgefangenenlager Stalag Vb. Von 1939 bis 1945 haben etwa 30.000 Gefangene das Lager durchlaufen. Belgier, Franzosen, Engländer, Polen, Jugoslawen, Russen (Sowjetsoldaten) Amerikaner, Italiener waren hier inhaftiert. Von den Holzbaracken ist heute oberirdisch nichts mehr zu sehen. Um herauszufinden, ob sich Reste der Anlage im Untergrund befinden, werden Teile des Geländes in 2 Grabungsabschnitten untersucht. Bei der ersten Rettungsgrabung, die vom 30. Mai bis 15. Juli stattgefunden hat, wurden vier Baracken und ein Latrinengebäude untersucht. Der zweite Abschnitt wurde nach dem Abbruch einer Fahrzeughalle am 22. August begonnen und läuft noch bis Ende des Monats.

Die Bereiche sind Kulturdenkmale und die Strukturen und Funde werden digital dokumentiert und auf diesem Wege 'erhalten'. Durch eine dicke Lehmschicht sind die Fundamente der Baracken und weitere Fundstücke sehr gut erhalten. Der Lehm wirkt konservierend. Gefunden hat man z.B. Absätze von Militärstiefeln, Essgeschirr, Schlachtabfälle, Knöpfe und Zahnbürsten. Insgesamt wurde auf dem Oberen Brühl sehr wenig gefunden – im Vergleich zu anderen Lagern. Die Funde werden jetzt von der Firma AAB inventarisiert, dann ans LAD übergeben, wo sie restauriert und konserviert werden. Im Gesamtareal ist mit Fertigstellung der neuen Bebauung ein Geschichtslehrpfad geplant, der mithilfe visueller Unterstützung auch konkrete Einblicke ermöglichen soll.

Beauftragung Generalplaner für Baureifmachung

(März 2022)

Die Suche nach einem Partner in Form eines Generalplaners für die Bereiche Abbruch und Altlastensanierung, Erschließung des Baugebietes 'Oberer Brühl' sowie für die Freianlagen wurde im Sommer 2021 gestartet.

Nach einem durchgeführten Teilnahmewettbewerb und daran anschließenden Bietergesprächen mit potenziellen Partnern konnte sich die Arbeitsgemeinschaft „VS Oberer Brühl“, bestehend aus den namenhaften Firmen Weber-Ingenieure/Fichtner W&T/Faktorgruen, im europaweiten Vergabeverfahren durchsetzen. Die Vergabe wurde durch den Gemeinderat am 23.02.2022 beschlossen und die Arbeitsgemeinschaft in der KW 10 beauftragt.

Die Stadt Villingen-Schwenningen freut sich auf die Zusammenarbeit mit dieser erfahrenen und erfolgreichen Arbeitsgemeinschaft! Wir erwarten baldigen Start der Arbeiten!

Stadt bricht alte Fahrzeughalle ab

Im Auftrag der Stadtverwaltung startet Mitte August eine vorgezogene Abbruchmaßnahme auf dem Gebiet Oberer Brühl. Innerhalb von ein bis zwei Wochen wird dort eine ehemalige Fahrzeughalle abgebrochen. Es ist zeitweise mit erhöhtem Lärmaufkommen zu rechnen.

Der restliche Gebäudebestand wird voraussichtlich Ende des Jahres abgerissen. Dazu wird die Stadtverwaltung wieder informieren.

Vorbereitung Probebohrung für oberflächennahe Geothermie

(5. April 2022)

Um die im Untergrund des Baugebietes Oberer Brühl vorhandene Wärmemenge zu ermitteln und darauf aufbauend die Anzahl der notwendigen Erdwärmesonden festlegen und die Dimensionierung des kalten Nahwärmenetzes planen zu können, ist eine einmalige Pilotbohrung in einer Tiefe bis zu 350 m notwendig. Als Voraussetzung für diese Probebohrung musste eine Grundwassermessstelle auf dem späteren Erdwärmesondenfeld im Bereich des ehemaligen Exerzierplatzes eingerichtet und die Grundwassersituation analysiert werden. Daraufhin stellte die Stadt durch ein Fachbüro einen Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis beim Landratsamt. Sobald die Genehmigung dafür vorliegt, kann die Pilotbohrung durch eine erfahrene und spezialisierte Bohrfirma durchgeführt werden. Diese Pilotbohrung wird im weiteren Verlauf als Erdwärmesonde ausgebaut und in das spätere Sondenfeld integriert werden. Von dort wird die gewonnene Wärme in die geplante Energiezentrale im Kompaniegebäude West an der Richthofenstraße geleitet und anschließend in das kalte Nahwärmenetz zu den Verbrauchern weiter verteilt werden. Ziel ist ein nahezu CO2-neutrales Stadtquartier, das durch Erdwärme beheizt und gekühlt werden kann. In Zeiten, in denen die Frage der Energiesicherheit und –sicherstellung größere Bedeutung erlangt, kann diese Versorgungsform mit Energiegewinnung vor Ort im Quartier eine adäquate Antwort darstellen.

Auch wenn mittlerweile über 400.000 solcher Anlagen in Deutschland bestehen und sich die geologische Situation im Stadtbezirk Villingen bestens für Erdwärmesonden eignet, wird im Vorfeld der Pilotbohrung eine digitale Bürgerinformation mit Fachexperten durchgeführt und eine Pressemitteilung zum genauen Ablauf veröffentlicht werden. Damit soll auf mögliche Bedenken der Bürgerschaft eingegangen und die Umsetzungsfähigkeit der Pilotbohrung vorab transparent erklärt werden. Nach der Pilotbohrung wird es eine öffentliche Veranstaltung geben, bei der ebenfalls von Experten die Ergebnisse der Pilotbohrung der Öffentlichkeit erläutert und Fragen beantwortet werden, bevor die Errichtung des Erdwärmesondenfeldes mit weiteren Bohrungen erfolgen wird. Die Stadtverwaltung will mit diesem zweistufigen Dialogprozess die breite Öffentlichkeit in die Zeit der aktuellen Energiewende mitnehmen und durch dieses Pilotprojekt auch den begonnenen gesamtstädtischen Klimaschutzprozess, welcher in den Zertifizierungsprozess des European-Energy-Award (eea) eingebunden ist, weiter mit Leben füllen.

Vorbereitung VgV-Verfahren Generalplaner für Fachplanungen

Die Stadtverwaltung bereitet aktuell mit einem beauftragten Ingenieurbüro die Leistungsbeschreibungen inkl. Leistungsverzeichnisse für die Fachplanungen Altlastensanierung, Gebäuderückbau und Erschließungsplanung inkl. Schnittstellen zum Energiekonzept für die Vergabe an einen Generalplaner vor. Das aufgrund der überschrittenen Wertgrenze erforderliche europaweite Vergabe-Verfahren soll dieses Jahr noch durchgeführt werden, damit anschließend das ehemalige Kasernengelände bis zur Herstellung der internen Erschließungsstraßen und Leitungsgräben für die Versorgungsleitungen der verschiedenen Medien vorbereitet werden kann. Inhalte der Planungen und anschließenden Bauleistungen sind die Sanierung der Bodenaltlasten, der Rückbau der Bestandsgebäude aus der militärischen Vornutzung mit Entsorgung der nachgewiesenen Schadstoffe sowie Tiefbauarbeiten mit Leitungsgräben für Versorgungsleitungen und Herstellung der internen Erschließung inkl. Straßenbau im neuen Baugebiet mit Anschlüssen an die Umgebungsbebauung. Ziel ist die Baureifmachung des bis 2014 militärisch genutzten Areals für die anschließende Bebauung mit Wohngebäuden, sozialen und öffentlichen Einrichtungen sowie die Freiraumentwicklung.

Machbarkeitsstudie Geothermie

Nachdem der Gemeinderat der Stadt Villingen-Schwenningen im Rahmen des energetischen Quartierskonzeptes am 11.11. 2020 beschlossen hatte, die energetische Versorgung des Gebiets "Oberer Brühl" mit einer Geothermischen Anlage zu gewährleisten, wurden von der Verwaltung verschiedene Angebote zur Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zur Geothermie eingeholt. Beauftragt werden konnte eine Arbeitsgemeinschaft aus zwei Fachbüros.

Ein Fachbüro hat seine Spezialisierung auf die Tiefengeothermie, das andere Büro auf die oberflächennahe Geothermie (bis 400 m Tiefe) gelegt. Ergebnis der einzelnen Untersuchungen bildeten Machbarkeit mit Risikoabschätzung und Kostenschätzung unter Zugrundelegung der aktuellen Förderlandschaft. In einem weiteren Schritt wurden beiden Analysen zusammengefasst und eine Empfehlung hinsichtlich der Umsetzung einer der beiden Varianten ausgesprochen. Die technische und wirtschaftliche Machbarkeit waren  Hauptbestandteile der Untersuchung.

Die Auswertung der beiden Analysen sprach eindeutig für die Variante der oberflächennahen Geothermie. Unter Berücksichtigung der Platzverhältnisse im neuen Quartier "Oberen Brühl" bietet es sich an, Erdwärmesonden mit einem kalten Nahwärmenetz für das Heizen und Kühlen als Energiequelle zur Verfügung zu stellen.

In der Gemeinderatssitzung vom 19.05.2021 beschloss deshalb der Gemeinderat, auf Empfehlung der Gutachter, die Variante der oberflächennahen Geothermie für die Wärmeversorgung im Gebiet "Oberer Brühl" weiter zu verfolgen und die Bürgerschaft zu beteiligen.

Nunmehr können die weiteren verfahrensrelevanten Schritte eingeleitet werden, um den Bau einer umweltfreundlichen Energieversorgung für das neue, emissionsarme Stadtquartier "Oberer Brühl" zu gewährleisten.

Entwicklung Mobilitätskonzept als städtische Vorgabe für die Erschließungsplanung

Für ein verkehrsberuhigtes Wohnquartier wird aktuell verwaltungsintern von den Fachplanern ein Mobilitätskonzept erarbeitet. Ziel ist die Förderung und Bereitstellung von alternativen Mobilitätsangeboten wie Car-Sharing, E-Mobilität, Lastenfahrräder und wohnungsnahen Fahrradboxen mit entsprechendem Flächenbedarf. Zentraler Bestandteil sollen Mobilitätsstationen in fußläufiger Erreichbarkeit im Quartier mit Verknüpfung verschiedener Mobilitätsarten und attraktive Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sein. Im Gegenzug wird darauf aufbauend die Reduzierung der Stellplatzanzahl von privaten Kfz geprüft, um das neue innerstädtische Wohnquartier von Anfang an mit weniger Lärm, Emissionen und versiegelten Flächen zu denken. Daher sollen die Besucherstellplätze auch am Rand des neuen urbanen Quartiers geplant werden, um internen Parksuchverkehr zu vermeiden und die verkehrsberuhigten Bereiche für verschiedene Nutzergruppen zu öffnen. Bewohnerstellplätze sollen in Tiefgaragen und in einer Hochgarage entlang der Richthofenstraße, die zugleich als Lärmschutz dient, untergebracht werden. Ziel ist ein familienfreundliches Wohnquartier mit Sicherheit für alle Generationen von Kindern bis Senioren, das Mobilitätsangebote zur CO2-Reduzierung bietet und die Anstrengungen im Klimaschutz stärker in den Mittelpunkt des Quartierslebens rückt.

Aktueller Planungsstand

Abschluss Flächenankauf

Nachdem für das Kasernenareal Mangin am 26.10.2020 bei einem Notartermin der Kaufvertrag für die Liegenschaft von der bisherigen Eigentümerin Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als bisherige Eigentümerin und der Stadt Villingen-Schwenningen als künftige Eigentümerin unterzeichnet wurde, hat der Haushaltsausschuss des Bundestages am 12. November diesem Grundstücksgeschäft des Bundes zugestimmt und anschließend das Bundesfinanzministerium den Verkauf genehmigt. Am 19. November wurde der Kaufpreis von der Stadt an die BImA überwiesen, sodass diese Konversionsfläche ab sofort städtisches Eigentum ist.

Wie es weiter geht

Vorbereitung Baureifmachung

Um das über Jahrzehnte militärisch genutzte Mangin-Areal wieder einer Bebauung zuführen zu können, müssen vorher zunächst vorhandene Bodenaltlasten entsorgt, nicht mehr benötigte Bestandsgebäude rückgebaut und eine Erschließung geplant sowie umgesetzt werden. Erst dann kann der Hochbau mit Gebäuden im Bereich Wohnungsbau und Gemeinbedarf erfolgen. Die Erstellung von Leistungsbeschreibung inkl. Leistungsverzeichnis für die Vergabe dieser vorbereitenden Fachplanungen an einen Generalunternehmer wird derzeit von einem beauftragten Ingenieurbüro durchgeführt.
 

Integriertes Energetisches Quartierskonzept (IEQK)

Für die umwelt- und klimagerechte Versorgung des neuen urbanen Stadtquartiers mit Strom und Wärme wurde im Auftrag der Stadt Villingen-Schwenningen von der DSK GmbH ein Energiekonzept mit vier verschiedenen Varianten erarbeitet. Von den Fachleuten aus der Stadtverwaltung wurden davon zwei Varianten aufgrund Ihrer CO2-Einsparungen und Wirtschaftlichkeit zur weiteren Überprüfung einer Umsetzung priorisiert. Beide Varianten zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Energieerzeugung auf dem Entwicklungsgelände durch Geothermie aus. Eine Variante beinhaltet dabei die flache Geothermie (bis 400 m), während die andere Variante auf die tiefe Geothermie (über 400 m Bohrtiefe) setzt. Der Gemeinderat hat am 11. November beschlossen, dass die beiden vorgeschlagenen Varianten der Geothermie von der Verwaltung weiterverfolgt werden sollen. Hierfür ist nun eine fachliche Machbarkeitsprüfung zu beauftragen, die als Ergebnis aufzeigen wird, ob die flache oder tiefe Geothermie umgesetzt werden sollte.

Historisches

Die heutige Konversionsfläche 'Kaserne Mangin' stellt eine von drei ehemaligen Kasernen am Militärstandort Villingen dar, der eine wechselvolle Geschichte aufweist:

  • 1913

    Im Vorgriff des Ersten Weltkrieges wurde Villingen im Jahr 1913 durch die vorgenommene Vergrößerung des Heeres nach knapp 170 Jahren wieder Garnisonsstadt.

  • 1914-17

    Von 1914-17 entstanden zunächst Gebäude der Infanterie-Kaserne nördlich der Kirnacher Straße. Da die Siegermächte des Ersten Weltkrieges keine deutschen Militärstandorte in unmittelbarem Grenzgebiet zu Frankreich in der Oberrheinebene mehr gestatteten, blieb die Villinger Richthofenkaserne als grenznächster Standort in den 1920er Jahren erhalten.

  • 1934/35

    In den Jahren 1934/35 wurde die Kaserne über die heutige Richthofenstraße hinaus nach Osten bis zur heutigen Pontarlierstraße erweitert. Dieses Gelände erhielt den Namen 'Neue Richthofen-Kaserne'.

  • 1941-45

    Teile des Gebiets wurden von 1941-45 während des Zweiten Weltkrieges als Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager (kurz: Stalag) genutzt. Zeitweise wurden von Villingen aus 20.000 – 30.000 Kriegsgefangene im Wehrkreis V betreut und die Zahl der Personen im Sturmlager Villingen stieg von anfangs 500 auf 2.000 bei Kriegsende. Südlich der Kirnacher Straße und westlich der Dattenbergstraße wurde die Boelke-Kaserne (später Welvert-Kaserne) erbaut.

  • 20. April 1945

    Als am 20. April 1945 die französische Armee in Villingen einmarschierte, übernahm sie die drei Kasernen als Besatzungsmacht.

  • 1997 - 2014

    Während die Standorte 'Welvert' und 'Lyautey' bereits 1997 durch die französische Armee bzw. 2000 durch die Deutsch-Französische Brigade endgültig aufgegeben wurden, wurde die Kaserne Mangin bis zum Sommer 2014 durch die französische Armee und die Deutsch-Französische Brigade militärisch genutzt. Nach der Nutzungsaufgabe fiel dieses Gelände in die Zuständigkeit des Bundes und damit in die Verwaltung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).

1. Phase 1. Weltkrieg -

Offizierskasino (1914-17)
gehörte bis 1965 noch zur Alten Richthofen-Kaserne/ Kaserne Lyautey
 

2. Phase der Remilitarisierung, Kriegsvorbereitung 2. Weltkrieg –

Kompaniegebäude, Waffenschmiede, Pferdelazarett (1935)
Gehörte zur Neuen Richthofen-Kaserne/ Kaserne Mangin
 

3. Phase der Nachkriegszeit, Übernahme durch französische Armee –

Maison de France (1955), Anbau (1970), Ausbildungszentrum (1953), Fahrzeug- und Werkzeughallen (1956-65), Kantine (1968), diverse Funktionsgebäude
Mit dem Abzug der französischen Truppen von der 'Kaserne Mangin' endet die Geschichte von Villingen-Schwenningen als Kasernenstandort im Jahr 2014. Erst mit dem Verkauf dieser Bundesliegenschaft im Oktober 2020 wurde der Weg für eine zivile Nachnutzung geebnet. Die städtebauliche Zukunft dieses innerstädtischen Areals kann beginnen.

Projektorganisation

Da es sich bei der Umnutzung des Konversionsgeländes 'Kaserne Mangin' um ein komplexes städtebauliches Großprojekt mit vielen einzelnen und doch miteinander zusammenhängenden Fragestellungen handelt, das die Einbeziehung verschiedener Fachbelange notwendig macht, wurde die Projektorganisation als fachämterübergreifendes Projekt innerhalb der Stadtverwaltung konzipiert und implementiert.

Auf der obersten Stufe steht die Lenkungsgruppe unter Vorsitz von Herrn Oberbürgermeister Roth, in der Entscheidungen zu inhaltlichen oder strategischen Fragestellungen aus der Projektgruppe oder den nachgeordneten thematischen Arbeitsgruppen getroffen werden. In der fachämterübergreifenden Projektgruppe unter Federführung des Projektleiters Herrn Fründt von der Stabsstelle Städtebauliche Projektsteuerung im Referat des Oberbürgermeisters werden die Themen und Arbeitsprozesse aus den einzelnen Arbeitsgruppen und Fachbereichen diskutiert und einer Lösung zugeführt. Sie dient zugleich als Schnittstelle zwischen den fachlichen Arbeitsgruppen und der Lenkungsgruppe. In den Arbeitsgruppen werden die Themen je nach Ausrichtung auf Arbeitsebene abgestimmt und ungeklärte Punkte einer Klärung zugeführt, ggf. zur Weiterleitung für eine Entscheidung an die übergeordnete Projektgruppe oder Lenkungsgruppe. Um die interne Kommunikation innerhalb der Stadtverwaltung und die externe Kommunikation an die Öffentlichkeit während des Projektzeitraums zu gewährleisten, wurde eine Beteiligungsplattform installiert.

Hausanschrift

Referat des Oberbürgermeisters

Münsterplatz 7/8
78050 Villingen-Schwenningen

Postanschrift

Postfach 12 60
78002 Villingen-Schwenningen

07721 / 82-2000
07721 / 82-2007
ReferatOB@~@villingen-schwenningen.de

Öffnungszeiten

Montag – Freitag08.30 – 11.30 Uhr
Montag14.00 – 16.00 Uhr

Mittwoch

und nach
telefonischer Vereinbarung

14.00 – 17.15 Uhr

Zahlen / Daten / Fakten

Nutzungsaufgabe als Kaserne: August 2014
Größe: 6,9 ha
Geplante Wohneinheiten: ca. 680 WE (davon 250 WE gefördert)
Denkmalschutz: Offizierskasino, Waffenschmiede, Pferdelazarett

Fragen?

Sie haben Fragen, Anregungen oder Anmerkungen zum neuen Stadtquartier 'Oberer Brühl' im Herzen des Stadtbezirks Villingen? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an obererbruehl@~@villingen-schwenningen.de.