Zukunftsprojekt Oberer Brühl

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Referat des Oberbürgermeisters
Stabsstelle Städtebauliche Projektsteuerung

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Montag14.00 – 16.00 Uhr

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Ansprechpartner

Projektleitung

Guido Fründt

Zahlen / Daten / Fakten

Nutzungsaufgabe als Kaserne: August 2014
Größe: 6,9 ha
Geplante Wohneinheiten: ca. 680 WE (davon 250 WE gefördert)
Denkmalschutz: Offizierskasino, Waffenschmiede, Pferdelazarett

Fragen?

Sie haben Fragen, Anregungen oder Anmerkungen zum neuen Stadtquartier 'Oberer Brühl' im Herzen des Stadtbezirks Villingen? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an obererbruehlvillingen-schwenningende.

Auf dem ehemaligen Kasernengelände Mangin im Stadtbezirk Villingen soll ein neues Stadtquartier mit ca. 680 WE für bis zu 1.500 Menschen entstehen. Das 7 ha große Areal ist seit Oktober 2020 im Eigentum der Stadt Villingen-Schwenningen. Durch die innenstadtnahe Lage in einer fußläufigen Entfernung von ca. 10 Min zur historischen Altstadt bieten sich einmalige Potenziale für die Entwicklung eines neuen gemischt genutzten Stadtquartiers, das sich wie ein Puzzleteil in die bestehende Stadtstruktur einfügt.

Das neue Stadtquartier 'Oberer Brühl'

Die militärische Konversionsfläche der ehemaligen Kaserne Mangin wurde bis zum Sommer 2014 von den französischen Streitkräften genutzt und war für die Öffentlichkeit daher nicht zugänglich. Nach der bereits erfolgten Umnutzung der Kaserne Welvert zu einem Wohngebiet und der sich derzeit im Umbau befindlichen Kaserne Lyautey in direkter Nachbarschaft stellt das ehem. Mangin-Areal die letzte innerstädtische Konversionsfläche mit Innenentwicklungspotenzial dar.

Städtebauliches Ziel ist die Umnutzung zu einem urbanen Stadtquartier mit den Funktionen Wohnen, öffentliche Verwaltung mit Stadtarchiv, sozialen Einrichtungen wie KITA und Gemeinschaftstreff sowie öffentlichen und privaten Freiräumen für Erholungszwecke. Von den ca. 680 geplanten Wohneinheiten sollen 250 WE im Segment des geförderten Wohnens realisiert werden, sodass bezahlbarer Wohnraum in einer Größenordnung von über 30% gemäß der beschlossenen Wohnraumstrategie in Villingen-Schwenningen geschaffen wird. Das ca. 7 ha große innenstadtnah gelegene Entwicklungsgelände soll sich zudem mit seiner bestehenden Umgebung vernetzen und auch attraktive Angebote, wie ein Café als Begegnungsort im Quartierszentrum, für lebendige Nachbarschaften bieten.

Der neue Verwaltungsstandort der Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen soll durch den Umbau der bestehenden Kompaniegebäude West und Ost im südöstlichen Bereich des Kasernengeländes am ehemaligen Exerzierplatz entstehen. Hier ist die Unterbringung von verschiedenen Fachämtern vorgesehen, die bisher an unterschiedlichen angemieteten Standorten im Stadtgebiet verteilt sind. Zudem soll die Geschichte der Stadt endlich den Platz erhalten, den sie verdient. Nach Jahren der ursprünglichen Zwischenlösung mit Unterbringung in einem ehemaligen Molkereigebäude in der Lantwattenstraße, soll das Stadtarchiv endlich einen dauerhaften Platz im Stadtzentrum erhalten und das Gedächtnis der Stadt damit für künftige Generationen gesichert werden. Im denkmalgeschützten Offizierskasino nebenan an der Ecke Richthofenstraße/ Kirnacher Straße ist als künftige Nutzung die Durchführung von Trauzeremonien des Standesamtes vorgesehen. Insgesamt werden am Verwaltungsstandort 'Oberer Brühl' bis zu 140 Mitarbeiter der Stadtverwaltung einmal arbeiten.

Städtebauliches Konzept mit Nutzungszuordnungen (September 2020) PDF (528 kB)

Projektorganisation

Da es sich bei der Umnutzung des Konversionsgeländes 'Kaserne Mangin' um ein komplexes städtebauliches Großprojekt mit vielen einzelnen und doch miteinander zusammenhängenden Fragestellungen handelt, das die Einbeziehung verschiedener Fachbelange notwendig macht, wurde die Projektorganisation als fachämterübergreifendes Projekt innerhalb der Stadtverwaltung konzipiert und implementiert.

Auf der obersten Stufe steht die Lenkungsgruppe unter Vorsitz von Herrn Oberbürgermeister Roth, in der Entscheidungen zu inhaltlichen oder strategischen Fragestellungen aus der Projektgruppe oder den nachgeordneten thematischen Arbeitsgruppen getroffen werden. In der fachämterübergreifenden Projektgruppe unter Federführung des Projektleiters Herrn Fründt von der Stabsstelle Städtebauliche Projektsteuerung im Referat des Oberbürgermeisters werden die Themen und Arbeitsprozesse aus den einzelnen Arbeitsgruppen und Fachbereichen diskutiert und einer Lösung zugeführt. Sie dient zugleich als Schnittstelle zwischen den fachlichen Arbeitsgruppen und der Lenkungsgruppe. In den Arbeitsgruppen werden die Themen je nach Ausrichtung auf Arbeitsebene abgestimmt und ungeklärte Punkte einer Klärung zugeführt, ggf. zur Weiterleitung für eine Entscheidung an die übergeordnete Projektgruppe oder Lenkungsgruppe. Um die interne Kommunikation innerhalb der Stadtverwaltung und die externe Kommunikation an die Öffentlichkeit während des Projektzeitraums zu gewährleisten, wurde eine Beteiligungsplattform installiert.

Historisches

Die heutige Konversionsfläche 'Kaserne Mangin' stellt eine von drei ehemaligen Kasernen am Militärstandort Villingen dar, der eine wechselvolle Geschichte aufweist:

  • 1913

    Im Vorgriff des Ersten Weltkrieges wurde Villingen im Jahr 1913 durch die vorgenommene Vergrößerung des Heeres nach knapp 170 Jahren wieder Garnisonsstadt.

  • 1914-17

    Von 1914-17 entstanden zunächst Gebäude der Infanterie-Kaserne nördlich der Kirnacher Straße. Da die Siegermächte des Ersten Weltkrieges keine deutschen Militärstandorte in unmittelbarem Grenzgebiet zu Frankreich in der Oberrheinebene mehr gestatteten, blieb die Villinger Richthofenkaserne als grenznächster Standort in den 1920er Jahren erhalten.

  • 1934/35

    In den Jahren 1934/35 wurde die Kaserne über die heutige Richthofenstraße hinaus nach Osten bis zur heutigen Pontarlierstraße erweitert. Dieses Gelände erhielt den Namen 'Neue Richthofen-Kaserne'.

  • 1941-45

    Teile des Gebiets wurden von 1941-45 während des Zweiten Weltkrieges als Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager (kurz: Stalag) genutzt. Zeitweise wurden von Villingen aus 20.000 – 30.000 Kriegsgefangene im Wehrkreis V betreut und die Zahl der Personen im Sturmlager Villingen stieg von anfangs 500 auf 2.000 bei Kriegsende. Südlich der Kirnacher Straße und westlich der Dattenbergstraße wurde die Boelke-Kaserne (später Welvert-Kaserne) erbaut.

  • 20. April 1945

    Als am 20. April 1945 die französische Armee in Villingen einmarschierte, übernahm sie die drei Kasernen als Besatzungsmacht.

  • 1997 - 2014

    Während die Standorte 'Welvert' und 'Lyautey' bereits 1997 durch die französische Armee bzw. 2000 durch die Deutsch-Französische Brigade endgültig aufgegeben wurden, wurde die Kaserne Mangin bis zum Sommer 2014 durch die französische Armee und die Deutsch-Französische Brigade militärisch genutzt. Nach der Nutzungsaufgabe fiel dieses Gelände in die Zuständigkeit des Bundes und damit in die Verwaltung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).

  1. Phase 1. Weltkrieg -

Offizierskasino (1914-17)

gehörte bis 1965 noch zur Alten Richthofen-Kaserne/ Kaserne Lyautey

  1. Phase der Remilitarisierung, Kriegsvorbereitung 2. Weltkrieg –

Kompaniegebäude, Waffenschmiede, Pferdelazarett (1935)

Gehörte zur Neuen Richthofen-Kaserne/ Kaserne Mangin

  1. Phase der Nachkriegszeit, Übernahme durch französische Armee –

Maison der France (1955), Anbau (1970), Ausbildungszentrum (1953), Fahrzeug- und Werkzeughallen (1956-65), Kantine (1968), diverse Funktionsgebäude

Mit dem Abzug der französischen Truppen von der 'Kaserne Mangin' endet die Geschichte von Villingen-Schwenningen als Kasernenstandort im Jahr 2014. Erst mit dem Verkauf dieser Bundesliegenschaft im Oktober 2020 wurde der Weg für eine zivile Nachnutzung geebnet. Die städtebauliche Zukunft dieses innerstädtischen Areals kann beginnen.

Aktueller Planungsstand

Abschluss Flächenankauf

Nachdem für das Kasernenareal Mangin am 26.10.2020 bei einem Notartermin der Kaufvertrag für die Liegenschaft von der bisherigen Eigentümerin Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als bisherige Eigentümerin und der Stadt Villingen-Schwenningen als künftige Eigentümerin unterzeichnet wurde, hat der Haushaltsausschuss des Bundestages am 12. November diesem Grundstücksgeschäft des Bundes zugestimmt und anschließend das Bundesfinanzministerium den Verkauf genehmigt. Am 19. November wurde der Kaufpreis von der Stadt an die BImA überwiesen, sodass diese Konversionsfläche ab sofort städtisches Eigentum ist.

Wie es weiter geht

Vorbereitung Baureifmachung

Um das über Jahrzehnte militärisch genutzte Mangin-Areal wieder einer Bebauung zuführen zu können, müssen vorher zunächst vorhandene Bodenaltlasten entsorgt, nicht mehr benötigte Bestandsgebäude rückgebaut und eine Erschließung geplant sowie umgesetzt werden. Erst dann kann der Hochbau mit Gebäuden im Bereich Wohnungsbau und Gemeinbedarf erfolgen. Die Erstellung von Leistungsbeschreibung inkl. Leistungsverzeichnis für die Vergabe dieser vorbereitenden Fachplanungen an einen Generalunternehmer wird derzeit von einem beauftragten Ingenieurbüro durchgeführt.
 

Integriertes Energetisches Quartierskonzept (IEQK)

Für die umwelt- und klimagerechte Versorgung des neuen urbanen Stadtquartiers mit Strom und Wärme wurde im Auftrag der Stadt Villingen-Schwenningen von der DSK GmbH ein Energiekonzept mit vier verschiedenen Varianten erarbeitet. Von den Fachleuten aus der Stadtverwaltung wurden davon zwei Varianten aufgrund Ihrer CO2-Einsparungen und Wirtschaftlichkeit zur weiteren Überprüfung einer Umsetzung priorisiert. Beide Varianten zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Energieerzeugung auf dem Entwicklungsgelände durch Geothermie aus. Eine Variante beinhaltet dabei die flache Geothermie (bis 400 m), während die andere Variante auf die tiefe Geothermie (über 400 m Bohrtiefe) setzt. Der Gemeinderat stimmt im November darüber ab, ob dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt wird und die beiden Varianten zur weiteren Umsetzung vertiefend geprüft werden sollen.