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Amt für Stadtentwicklung ermittelt Bedarf für Wohnbauflächen in Ortschaften

07.03.2016


Eine hohe Wohn- und Lebensqualität bieten die neun Ortschaften. Um diese Qualität zu erhalten oder bestenfalls noch zu steigern, müssen der demografische Wandel aktiv mitgestaltet und die passenden Zukunftskonzepte entwickelt werden. (Fotos: WTVS/Michael Kienzler)

Das statistische Bundesamt geht davon aus, dass die Einwohnerzahl Deutschlands bis zum Jahr 2060 trotz der zu erwartenden hohen Zuwanderung stark abnehmen und wahrscheinlich nur noch zwischen 67,6 und 73,1 Millionen liegen wird. Der demografische Wandel stellt insbesondere den ländlichen Raum vor große Herausforderungen, denen sich Politik und Gesellschaft stellen müssen: Flexible Mobiliätsangebote, Nahver-sorgungskonzepte, Erhalt von Bildungseinrichtungen, eine angemessene medizinische Grundversorgung oder der wachsende Pflegebedarf einer immer älter werdenden Bevölkerung erfordern zeitgemäße Antworten. Dies schließt auch den verantwortungsvollen Umgang mit freien Flächen und Ressourcen und Fragen der zukünftigen baulichen Entwicklung in kleineren Gemeinden ein. Denn die nationale Nachhaltigkeitsstrategie sieht vor, den Verbrauch von Natur- und Landschaftsflächen insgesamt zu reduzieren, zumal auch die Kosten für technische Infrastruktur und deren Erhalt, etwa Straßen, zukünftig weiter ansteigen werden.

Das von der Stadt beauftragte Stuttgarter Planungsbüro Baldauf soll nun untersuchen, wie viel Wohnbaufläche in den neun Ortschaften des Oberzentrums zukünftig benötigt wird und welche Möglichkeiten bestehen, diese anzubieten. Die Untersuchungen gliedern sich in zwei Phasen. »In einer ersten nun beginnenden Bestandsaufnahme werden durch Ortsbegehungen und Auswertungen von amtlichen Katasterunterlagen die Baulandreserven wie zum Beispiel Baulücken und Leerstände ermittelt«, erläutert Henning Keune, Leiter des Amts für Stadtentwicklung. »Noch in diesem Jahr sollen dann die aufgearbeiteten Analysen in den jeweiligen Stadtbezirken öffentlich präsentiert und mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden.«

In einer daran anschließenden zweiten Phase wird auf der Grundlage vorhandener Bevölkerungsprognosen der Bedarf an Wohnbauflächen abgeschätzt und den ermittelten Reserven und Entwicklungsmöglichkeiten gegenübergestellt. »Im Rahmen der Studie möchten wir auch aktiv auf die Eigentümer von Baulücken zugehen, um die Gründe zu erfahren, warum das Grundstück nicht bebaut wurde«, macht Keune deutlich.

Untersuchung soll belastbare Daten liefern

»Es gilt die Maxime 'Innenentwicklung vor Außenentwicklung', aber dort wo zu wenig Innenentwicklungspotenziale zur Verfügung stehen, können auch neue Baugebiete entstehen.«

Die Endergebnisse der Studie sollen dann im Laufe des nächsten Jahres in den Ortschaften und den gemeinderätlichen Gremien der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das Amt für Stadtentwicklung erwartet als Ergebnis der Analyse eine belastbare Datengrundlage, um im Sinne einer vorausschauenden Stadtplanung und Siedlungsentwicklung die Folgen erkennbarer Veränderungsprozesse in der Gesellschaft abzuschätzen. »Wir beobachten den allgemeinen Trend, wie die Bindung an einen Wohnort immer mehr abnimmt. Gerade junge Menschen zieht es in Richtung urbane Zentren. Auch sind mehr Menschen bereit, für eine neue Arbeitsstelle ihren Wohnort zu wechseln. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf das soziale Leben in den Ortschaften«, führt Keune exemplarisch auf.

Derzeit leben insgesamt rund 11.800 Menschen in Villingen-Schwenninges kleinen Stadtbezirken Herzogenweiler, Marbach, Mühlhausen, Obereschach, Pfaffenweiler, Rietheim, Tannheim, Weigheim und Weilersbach. »Die große Herausforderung wird sein, in den kommenden Jahren verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Lebensqualität und Attraktivität in den Ortschaften zu erhalten«, erklärt Keune.

Nr. 15/2016 vom 20.09.2016
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