Kultur und Bildung
Wissenschaft
Michael Kohlhaas
Donnerstag, 26. Januar 2012, 20:00 Uhr
Schauspiel nach Heinrich von Kleist
Die Badische Landesbühne Bruchsal
ABO III
und freier Verkauf
Michael Kohlhaas ist ein einfacher Pferdehändler mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Er befindet sich auf dem Weg nach Dresden, wo er wie gewöhnlich seine besten Tiere verkaufen will, als er bei der Burg des Junkers von Tronka aufgehalten wird. Man verlangt von ihm einen Passierschein, den er allerdings nur in Dresden bekommen kann. Kohlhaas ist zwar erstaunt, aber er fügt sich und lässt zwei Pferde als Pfand und einen treuen Knecht auf der Burg zurück. Auf dem Heimweg erwartet ihn eine böse Überraschung: Seine edlen Pferde sind völlig verwahrlost, sein Knecht wurde geschlagen und ist fort. Kohlhaas ist erbost, vertraut aber auf das Recht und fordert an verschiedenen Stellen Wiedergutmachung. Der Junker kommt jedoch ungeschoren davon. Als letzte Möglichkeit will Kohlhaas ein Bittgesuch an den Landesherren richten, das von seiner Frau überbracht werden soll. Diese wird bei dem Versuch von einer Wache tödlich verletzt. Nun sieht Kohlhaas rot. Erbarmungslos begibt er sich auf die Jagd nach Wenzel von Tronka.
Heinrich von Kleist nahm in 'Michael Kohlhaas' einen historischen Fall aus dem 16. Jahrhundert zum Anlass, eine Novelle zu schreiben, deren großes Thema Gerechtigkeit von einer ungeheuren Zeitlosigkeit geprägt ist. In dem Stück sind viele der Diskrepanzen verarbeitet, die auch Kleists Leben überschatteten, insbesondere die zwischen einer idealen Welt, in der Freiheit und Moral herrschen, und der Wirklichkeit, in der die Machthabenden die einfachen Leute unterdrücken. Heute, 200 Jahre nach seinem Freitod, steht Kleist auf einer Stufe mit den größten deutschen Dichtern.
»Weil ich in einem Lande, (...) in welchem man mich, in meinen Rechten, nicht schützen will, nicht bleiben mag. Lieber ein Hund sein, wenn ich von Füßen getreten werden soll, als ein Mensch!«

