Kultur und Bildung
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Schwarzwälder Geigenbau
Ausstellung vom 16. Mai bis 18. Juli 2004

- Geige, Simon Straub, Langenordnach oder Rudenberg, um 1710, Prbs., Foto: Atelier Hugel
Wir wissen nicht, wann die erste Geige im Schwarzwald gebaut wurde. Doch bereits 1628 wird zum erstenmal ein Schwarzwälder Geigenmacher in einer Urkunde erwähnt. Jener Adam Kirner war der Stiefvater Joseph Meyers, der als Lehrmeister aller folgenden Geigenmacher im Schwarzwald gilt.
Dass der Schwarzwald im 17. und 18. Jahrhundert ein Zentrum des Geigenbaus war, soll mit dieser Ausstellung einem breiteren Publikum vermittelt werden. Bei den Streichinstrumenten der sogenannten 'Alemannischen Schule' handelt es sich um Instrumente von europäischem Rang. Besonders die reichen und kunstvollen Intarsien wurden seit jeher wertgeschätzt. So haben sie in die großen Musikinstrumentensammlungen Europas Eingang gefunden, obwohl ihr Herkunftsort zunächst unbekannt war. Erst durch neuere Forschungen konnte zweifelsfrei geklärt werden, dass abgelegene Schwarzwälder Winkel wie Rötenbach, Friedenweiler und Geroldshofstetten einmal wichtige Geigenbauorte waren.
Die Ausstellung zeigt nicht nur wertvolle und außergewöhnliche Instrumente, sie informiert über die Herstellungstechnik und auch den Nutzungskontext der Instrumente sowie den Alltag der Geigenbauer. Ob Forstfrevel oder Stehen in der Halsgeige, - die überlieferten schriftlichen Zeugnisse des Geigenbaus werden z. T. filmisch in Szene gesetzt und lassen ein lebendiges Bild 'alter Zeit' entstehen.
Rückblick
Bei vielen der 2.500 Besucherinnen und Besuchern hinterließ die Ausstellung 'Schwarzwälder Geigenbau', in deren Rahmenprogramm ein Konzert mit den Geigen der Ausstellung stattfand, nachhaltige Eindrücke.
Aus dem Gästebuch
"Großartige Ausstellung! Wir gratulieren!", "Eine sehr schöne Ausstellung, die mir nicht zuletzt auch viele neue Denkanstösse & Ideen gebracht hat", "Die Ausstellung hat uns gut gefallen. Sie war sehr informativ und liebevoll ausgestaltet", "Die Atmosphäre des Franziskanerklosters ist der geeignete Ort, solche Ausstellungen zu veranstalten" "spannend und zum Teil überraschend" äußerten sich Besucher im Gästebuch.
Das schrieb die Presse
Die Presse begleitete Ausstellung und Konzert durch eine umfassende Berichterstattung und zum Teil begeisterte Kommentare:
"Im Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen wird die Geschichte eines Schwarzwälder Gewerbezweigs lebendig."
Schwarzwälder Bote, 26.06.2004
"Auserlesene Geigen, zum Leben erweckt von ausgesuchten Könnern, entführen im Laufe eines auserwählten Programms von hohen Schwierigkeitsgraden in die Klangwelten dreier Epochen."
"Eine hervorragende kammermusikalische Leistung, stilsicher, ausgeglichen, warm; die Cellistin Katja Früh weiß zu bezaubern, die Geigensolistinnen Brigitte Krömmelbein und Joanna Becker machen von sich reden."
Schwarzwälder Bote, 08.07.2004
Zahlen, Daten, Fakten
Die Ausstellung inklusive Katalog kostete rund 17.500,- Euro, davon wurden 4.000,- Euro über Spenden, 3.500,- Euro über Sponsoren finanziert. Vom Katalog zur Ausstellung wurden 246 Exemplare verkauft. Dies sind bei 20,- Euro / Stück Einnahmen in Höhe von 4.920,- Euro, dazu kommen die Einnahmen über Eintritte. Bei 3,- Euro Eintritt müssten nur 1.693 Besucher voll bezahlt haben, um die Kosten der Ausstellung zu decken.
Außer dem Katalog und der CD des Konzertes wird ein Museumskoffer, der die didaktischen Materialien der Ausstellung, z. B. die Probierinstrumente, Schulklassen zur Verfügung stellt, bleiben. Zudem wird mithilfe von Sponsoren und Spendern die Sammlung von Schwarzwälder Streichinstrumenten des Franziskanermuseums erweitert und in der Dauerausstellung zur Schwarzwaldsammlung präsentiert werden.

Franziskanermuseum
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