Kultur und Bildung
Wissenschaft
Schemen, Masken, Larven
Ausstellung vom 13. Januar bis 25. Februar 2007

- Donaueschinger Hansel
Eine der größten Narrenzünfte im deutschen Südwesten, die Historische Narrozunft Villingen, begeht 2007 ihr 125jähriges Jubiläum. In Kooperation mit dem Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen veranstaltet sie deshalb vom 13.1. bis 25.2.2007 die Ausstellung „Schemen, Masken, Larven. 125 Jahre Historische Narrozunft Villingen. Fastnachtsmasken aus dem schwäbisch-alemannischen Raum“. Gezeigt wird neben der Vereinsgeschichte ein umfassender Überblick über die Geschichte und die Typenvielfalt schwäbisch-alemannischer Fastnachtsmasken.
Weit über 200 Masken aus dem schwäbisch-alemannischen Raum und aus vier Jahrhunderten lassen den ersten Teil der Ausstellung zu einem einzigartigen Ereignis werden. 16 Zünfte sind beteiligt: Bad Dürrheim, Rottweil, Donaueschingen, Hüfingen, Bräunlingen, Geisingen, Schömberg, Schwenningen, Schramberg, Möhringen, Oberndorf, Elzach, Laufenburg, Haigerloch, Rottenburg und natürlich Villingen. In vier Abteilungen gegliedert, ergibt sich ein farbiges Gesamtbild mit den Präsentationen der einzelnen Zünfte, ihren aktuellen Masken und der jeweiligen Umzugstradition vor Ort.

- Villinger Narro mit Altvillingerin, um 1910
Einmalig dürfte vor allem der über 20 Meter lange „Zeitstrahl“ mit einer Chronologie der Masken vom 18. bis zum 21. Jahrhundert sein. Deutlich wird, welche enge Verwandtschaft zwischen den Masken der einzelnen Orte besteht.
Schon früh begann man, die glatt-lächelnde Maske mit Attributen auszustatten, die ihr Aussehen veränderte. Der Überblick über die Maskentypen des schwäbisch-alemannischen Raums ermöglicht neue Sichtweisen auf die Entstehung und Bedeutung von Glatt-, Bart-, Porträt- und Charakterschemen.
Als weiteres Thema wird die erstaunliche Materialvielfalt der Fastnachtsmasken vorgestellt. Während es bei Schemen aus Pappmachée noch relativ leicht ist, den Grundstoff zu identifizieren, fällt dies bei Exemplaren aus Kupfer, Ton bzw. Keramik ungleich schwerer.

- Rottweiler Gschell
Der zweite Teil der Ausstellung ist den zentralen Stationen der Vereinsgeschichte gewidmet. Vor dem Ersten Weltkrieg zählten dazu der noch im Gründungsjahr 1882 eingeführte Narro-Umzug am Fastnachtsmontagmorgen und die Umzüge mit lokalen oder weltpolitischen Themen wie beispielsweise „Szene und Trachten aus Villingens Vorzeit“ (1885) oder „Die Entdeckung Amerikas durch Columbus“ (1886).

- Laufenburger Huehler
Die zunehmende Abneigung der Obrigkeiten, Fastnachtsveranstaltungen zu genehmigen, führte 1924 zur Gründung des „Gauverbandes der Badischen und Württembergischen Narrenzünfte“, dem Vorläufer der heutigen Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN). Seinen Sitz nahm der Verband in Villingen. Zu deren ersten Präsidenten wurden die Villinger Zunftmeister Benjamin Grüninger (1924 – 1927) und Albert Fischer (1927 – 1952) gewählt.
Der Zweite Weltkrieg unterbrach für lange Jahre fastnächtliche Aktivitäten. 1948 fand erstmals wieder eine komplette Fastnacht statt. 1954 und 1955 führten interne Querelen und Kritik an einer steigenden Zahl an Narrentreffen zum Austritt der Narrozunft aus der VSAN. Von nun an waren die historischen Maskenfiguren ausschließlich in Villingen zu bestaunen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Franziskanermuseum
Amt für Kultur
Abteilung Museen
Rietgasse 2
78050 Villingen-Schwenningen
Telefon 07721 / 82-2351
Telefax 07721 / 82-2357
E-Mail: franziskanermuseum@
villingen-schwenningen.de
Öffnungszeiten
Dienstag bis Samstag
13:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Sonntag, Feiertag
11:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Montag geschlossen
