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Maschgerelauf. Die Figuren von Ingeborg Jaag
Ausstellung vom 7. Januar bis 5. März 2006

Pünktlich zum Dreikönigstag haben sich die über 70 Figuren der Puppenmacherin Ingeborg Jaag wieder in ihrer Vitrine im Franziskanermuseum versammelt. Anlässlich des kleinen Jubiläums des 30. 'Maschgerelaufs' stehen sie dieses Jahr in kleinen Gruppen zusammen, es wird gestrählt, die Stadtmusik spielt auf ihrem Podest, Zuschauer flanieren durch die Straßen, auch die städtische Prominenz ist unterwegs, kurz: das lebendige Treiben eines Fastnachtsmontags ist ins Museum versetzt. Wieder hat die gesamte Szenerie eine Länge von etwa 15 Metern, in diesem Jahr wird sie zusätzlich durch ein naturgetreu nachgebautes Oberes Tor ergänzt, das aus der Hand des verdienten Häsmalers Erhard Fleig stammt.
So bietet der Museumsbesuch zur Ausstellung der Jaag-Puppen in diesem Jahr ein vertrautes und doch auch ein überraschend neues Bild. Schon das Fotomotiv für Plakat und Einladung zeigt, wie gut die Figuren von Ingeborg Jaag in verschiedene Rollen schlüpfen können: Hat man je eine typischere Strählszene erlebt als die zwischen dem freundlich verschmitzten Narro und der Dame mit dem Fuchspelzkragen? Und: kommt einem die kleine, etwas altmodisch gekleidete Frau nicht ungeheuer vertraut vor, ohne dass man recht sagen könnte, woher man sie kennt?
Ingeborg Jaag
- Geboren 1942 in Hüfingen
- Besuch der Höheren Handelsschule in Villingen
- Ausbildung zur Kindergärtnerin, dabei Erlernen der Grundtechniken im Schneidern, Modellieren, Holzarbeiten, Korbflechten und Puppenmachen
- Seit 1964 verheiratet mit Herbert Jaag, Werkzeugmacher und Dipl. Ingenieur
- Seit 1983 Fastnachtspuppen
Villinger Fastnachtstreiben im Maßstab 1:3
So recht in Fasnetlaune, kam Ingeborg Jaag 1983 auf die Idee, für die käuflich erhältlichen Villinger Miniaturmasken Körper anzufertigen und originalgetreu einzukleiden. So entstand unter Mithilfe ihres Mannes Herbert Jaag die erste 'Fastnachtspuppe', bestehend aus einem Holzskelett, das mit einer Stoffhaut überzogen und mit Füllwatte ausgestopft war.
Aus dieser Grundidee entwickelte sich nach und nach Figur um Figur. Ingeborg Jaag wurde je nach Laune zum Modelleur, Formenbauer für Hände und Füße, Perücken-, Hut-, Hauben-, Schirm-, Schuh- und Brillen- oder Krättlemacherin. Besonderen Spaß macht ihr der Umgang mit lufttrocknender Modelliermasse, aus der die Köpfe für die Zuschauer und in neuerer Zeit auch die Masken modelliert werden.
Herbert Jaag hat die Holzarbeiten übernommen. 'Knochengestelle', Brunnen, Klarinetten, Stachischeren, Geiseln, Säbel, der Schellenbaum und viele Dinge mehr sind unter seinen Händen entstanden.
55 Arbeitsstunden rechnet Ingeborg Jaag für eine Figur – die Modellierung der Maske noch nicht mitgezählt. In 14 Monaten gemeinsamer Arbeit sind so zum Beispiel die Musikanten der Stadtmusik angefertigt worden.
Das Puppenmachen hat Ingeborg Jaag seit 20 Jahren nicht mehr losgelassen und mittlerweile kann sie sich auch über einige internationale Auszeichnungen freuen

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